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Lokales Eine Leipziger Polin: Sprachwissenschaftlerin Danuta Rytel-Schwarz
Leipzig Lokales Eine Leipziger Polin: Sprachwissenschaftlerin Danuta Rytel-Schwarz
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20:09 07.06.2013
Prof. Dr. Danuta Rytel-Schwarz. Quelle: André Kempner

Im Vorfeld der Gesprächsrunden stellt die Leipziger Volkszeitung die Protagonisten vor. Heute: die promovierte Sprachwissenschaftlerin Danuta Rytel-Schwarz.

"Mit 30 hab ich noch kein Wort Deutsch gesprochen", sagt Danuta Rytel-Schwarz. Inzwischen ist die charmante Professorin mit ihrem Ehemann und Kollegen, einem Pfälzer, in Leipzig so heimisch, dass sie hier alt werden wollen. Eine freie Stelle am Institut für Slawistik der Uni hatte die Warschauerin, die 19 Jahre an der dortigen Akademie der Wissenschaften arbeitete, nach Leipzig verschlagen. "Diese Ausschreibung schien für mich gemacht. Also fuhr ich los und hab' hier vorgesungen", erinnert sich die 60-Jährige. Jakub, ihr Sohn, sei zunächst nicht begeistert gewesen. "Aber neugierig. Und zum Geburtstag schrieb er mir: Ich wünsche dir, dass du gewinnst." Das Schicksal habe entschieden, dass nach der Wende "mein deutsches Abenteuer begann".

Es sei eine Blitz-Idee gewesen, den Wohnsitz von der Weichsel an die Pleiße zu verlegen. "Wir kamen am 2. Oktober 1999 in eine ganz fremde Stadt. Zwei Tage später feierte Jakub hier seinen zehnten Geburtstag."

Leipzig sei gemütlicher als Warschau und gerade groß genug, sinniert sie fast 15 Jahre später. Wie echte Sachsen trinke sie gerne Kaffee: "Süß und vielleicht auch viel zu viel", räumt sie ein. Wenngleich sich die polyglotte Sprachwissenschaftlerin ihren Lebensmittelpunkt in Gohlis eingerichtet hat, pendelt sie zu Familie und Freunden zwischen Wrocaw, Prag und Leipzig. "Ich fühle mich durch den Umzug hierher bereichert, lebe nun in einem geografischen Dreieck, würde auf Polen und Tschechien nicht verzichten", betont sie.

Gern präsentiert sie ihre Wahlheimat aber auch Gästen. "Ich zeige die vielen Cafés und das schöne Zentrum. Das Alte Rathaus erinnert mich an Krakau. Wir fahren zum Völkerschlachtdenkmal, genießen die Kabaretts oder Konzerte und lieben Ausflüge in die Umgebung, zum Beispiel nach Merseburg." Leipziger Lerchen? "Klar, die kenne ich auch, ebenso deren schöne Geschichte."

Hier vermisse sie nichts. "Gleich in der allerersten Woche wurde ich von einer Freundin nach Hause eingeladen und fühlte mich sofort wohl. Leipzig ist eine sehr offene Stadt", schwärmt sie. Nur der Zustand der Straßen müsste verbessert werden, dabei seien Leipziger Autofahrer durchaus in "Warschauer Art" unterwegs, schmunzelt sie. "Ich fühle mich nicht wie im Ausland, zumal Polen hier vielerorts Spuren hinterließen", sagt sie.

Im Vortrag "Ist Polnisch schwierig? - Ein Stereotyp" berichtet Professor Danuta Rytel-Schwarz am 12. Juni, 18.30 Uhr, im Polnischen Institut, Markt 10, aus ihrem deutsch-polnischen Alltag. Eintritt frei.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.06.2013

Lachmann, Cornelia

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