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Lokales "Eine finanzielle Herausforderung": Susanne Metz über die Leipziger Bibliotheken
Leipzig Lokales "Eine finanzielle Herausforderung": Susanne Metz über die Leipziger Bibliotheken
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01:00 15.10.2013
Susanne Metz. Quelle: André Kempner

Im LVZ-Interview spricht sie über die Zukunft der Leipziger Bibliotheken.

Frage: Seit Dezember 2012 hat Leipzig eine moderne Stadtbibliothek. Wie zufrieden sind Sie mit dem Zuspruch?

Susanne Metz:

Die Besucherzahlen sind deutlich gestiegen. Mittlerweile haben wir mehr als doppelt so viel neue Leser wie 2012. Bis September 2013 zählten wir für die Städtischen Bibliotheken 3,03 Millionen Entleihungen sowie 796.497 Besucher. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum waren es 2,54 Millionen Entleihungen sowie 716.510 Besucher. Trotz der Steigerung glaube ich, dass wir noch attraktiver werden können. Denn noch wissen nicht alle Leipziger, was wir ihnen so alles bieten können. Das betrifft auch unsere Internetangebote.

Wie werden die angenommen?

Bestens. Es gibt einen enormen Zuwachs bei virtuellen Besuchen. Also in unserer Onleihe. Dort haben wir 42 Prozent mehr Nutzer als im Vorjahr. Bibliotheken sind längst nicht mehr nur der Ort, in denen Regale stehen und das gute alte klassische Buch entliehen werden kann. Die Leipziger lesen bereits viel - das ist mein Eindruck. Die Ausleihzahlen sind enorm. Jetzt ist es unsere Aufgabe, die Bibliothek mit ihren Arbeits- und Schmökerplätzen als Kommunikationsort zu etablieren.

Geplant war ein 24-Stunden-Betrieb. Die Rückgabe ist am Leuschnerplatz aber erst ab morgens 6 Uhr möglich. Wann ändert sich das?

Unsere Bibliothek ist im 24-Stunden-Betrieb an sieben Tagen pro Woche online zu erreichen. Im Haus müssen wir jedoch Sicherheitsfragen beachten. Zwischen 6 und 10 Uhr morgens wird die automatische Rückgabe am meisten genutzt, ebenso wie am Sonnabendnachmittag.

Apropos Sonnabend. Niemand versteht, dass da die Bibliothek schon 14 Uhr schließt. Auch am Mittwochvormittag ist zu. Wann ändert sich das?

Der Wunsch im Team besteht, die Öffnungszeiten zu erweitern. Festlegen kann ich mich da aber nicht. Erst einmal müssen wir sehen, wie die Etat-Beratungen im Stadtrat für 2014 laufen. Ein Haus in so exponierter Lage am Sonnabend ab 14 Uhr zu schließen, geht eigentlich nicht. Ich hoffe, dass wir das bald ändern können. Außerdem arbeiten wir an einem Pilotprojekt, damit sich die Leipziger auch online anmelden können.

Wie soll das funktionieren?

Darauf sind auch schon viele Kollegen gespannt. Denn das wird schon ein Quantensprung. Der Nutzer muss nicht mehr vorbeikommen, kann sich online anmelden und auch seinen Ausweis online bezahlen. Der Start wird nach derzeitigem Stand Ende des Jahres sein.

Wie wirkt sich die automatische Verbuchung auf die Arbeit der Bibliothekare aus. Haben sie wirklich mehr Zeit, die Leser zu beraten?

Verbuchung machen nicht unbedingt Bibliothekare. Die neue Technik ist für uns die einzige Möglichkeit, den Ansturm überhaupt bewältigen zu können. Zeitliche Freiräume haben sich bisher nicht ergeben. Hinzu kommt: Erst Ende 2014 sind alle Bibliotheken auf die neue Technik umgerüstet.

Müssen Sie mit Einschränkungen rechnen, beispielsweise beim Erwerbsetat 2014 für neue Medien?

Die Verhandlungen laufen noch. Die für 2014 geplante Steigerung beim Etat für neue Bücher auf 900.000 Euro wird aber nicht möglich sein. Der Etat bleibt auf dem bisherigen Stand von 858 700 Euro.

In der Konzeption ist auch die Sanierung der Stadtteilbibliotheken in der Südvorstadt und in Lindenau beschlossen. Wie ist da der Stand?

Ab 2015 sind Mittel in der Investitionsplanung vorgesehen. Da habe ich große Hoffnung, dass wir da deutlich vorankommen.

Was sind weitere Herausforderungen der kommenden Jahre?

Die Steigerung unseres digitalen Angebotes. Bei der Onleihe ist die Nachfrage ungebremst, die vorhandenen Medien sind meist ausgeliehen. Da könnten wir sehr viel Geld hineinstecken. Das bleibt also eine finanzielle Herausforderung. Aber auch der demografische Wandel ist zu beachten. Die Geburtenrate ist hoch, das wirkt sich auf unsere Kinderbibliothek und die Leseförderung aus. Auf der andere Seite haben wir aber auch viele ältere Menschen. Alle haben unterschiedliche Ansprüche.

Stichwort Fahrbibliothek und Zweigstellen. Sind da Veränderungen nötig. Ist das Bibliotheksnetz bereits optimal?

Optimal ist eigentlich nie etwas. Es gibt drei Standorte in Grünau - das müssen wir uns anschauen. Das forderte auch die im Rat beschlossene Entwicklungskonzeption. Da sollte man schon das Angebot an einem größeren Standort konzentrieren, um mehr Medien attraktiv anbieten zu können. Das Netz wird in zehn Jahren anders aussehen als heute.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.10.2013

Mathias Orbeck

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