Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales "Eine optische Zumutung" - Containerlösung für neue Grundschule Mitte stößt auf Ablehnung
Leipzig Lokales "Eine optische Zumutung" - Containerlösung für neue Grundschule Mitte stößt auf Ablehnung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:59 30.07.2010
Anzeige
Leipzig

Derweil kommt die Containerlösung für die neue Grundschule Mitte im Waldstraßenviertel wie ein Bauarbeiterasyl daher.

Wie berichtet, soll's ein Interim sein. Im Vorjahr vom Stadtrat beschlossen, weil die Kapazitäten umliegender Schulen wie der Lessing-Grundschule nicht mehr ausreichten. Irgendwann, wenn das Kultusministerium in Dresden zustimmt, werde was Neues gebaut, hieß es. Also sammeln nun etwa 60 Erstklässler zunächst am Robert-Koch-Platz am 9. August ihre ersten Schuleindrücke.

Und die seien zumindest "optisch eine Zumutung", wettert Stadträtin Katharina Krefft von den Bündnisgrünen. Am äußeren Zustand werde sich nach ihrer Anfrage beim Schulverwaltungsamt auch nichts mehr ändern. Mit den geplanten drei bis fünf Jahren Interim leben müsse nun wohl eine ganze Grundschulgeneration. "Unserer Fraktion wurde beim Beschluss zur Containerlösung ein anderes Bild vermittelt", so die schulpolitische Fraktionssprecherin, die überdies die "viel zu kleinen Fenster in für Kinder untauglicher Höhe" moniert. "Gefährlich eng und ungeeignet, um pausenfrohe Kinder" durchzulassen, seien die Außentüren. Mit Hochdruck wird momentan zwar noch am Außengelände gewerkelt, das aus Kreffts Sicht jetzt zum Wochenende noch eine rechte "Wüstenei" bot. Sie bezweifelt, dass der Rollrasen noch pünktlich anwächst, die Spielgeräte am Tag X stehen. Kreffts Fazit: "Auch wenn das Amt das Ergebnis in der zeitlichen Umsetzung als Wunder bezeichnet, so ist es eigentlich Verwaltungsversagen gewesen, nicht beizeiten der Überlastung der bestehenden Grundschulen im Schulbezirk entgegenzutreten und Lösungen zu bringen." Ihre Fraktion erwarte jetzt zumindest vom Schulverwaltungsamt, der Grundschule noch Geld zu geben, um "etwas Variables außen Schmückendes" anzubringen.

Das "Raumzellensystem" steht. Die Empörung ist groß, der städtische Abteilungsleiter Schulplanung, Thomas Kuhnert, auf diesbezügliche Nachfragen Freitag wie Donnerstag wegen "intensiven Arbeitspensums" nicht erreichbar. Derweil kommt die Containerlösung für die neue Grundschule Mitte im Waldstraßenviertel wie ein Bauarbeiterasyl daher.

Siegfried Schlegel, schulpolitischer Sprecher der Linken, kann Kreffts Aufregung wiederum nicht verstehen. Von Anfang an sei dem Stadtrat bekannt gewesen, dass die Verwaltung von einem dreijährigen Provisorium in Raumzellensystembauweise ausging, das sie ohne Fördermittel in voller Höhe selbst zu bezahlen hat. "Ich hatte in einem Änderungsantrag gefordert, auf die Errichtung von kostenintensiven und nur kurzzeitig genutzten Provisorien unter Inanspruchnahme einer erst vor wenigen Jahren mit Fördermitteln neu gestalteten Grünfläche mit Spielplatz zu verzichten." Stattdessen hätte man bis zur Fertigstellung eines ordentlichen Schulneubaus Räume in der Volkshochschule Löhrstraße nutzen können. Er habe die Stadträte aufgefordert, sich für eine nachhaltige Lösung statt eines neuen Elends analog dem früheren Containerhotel im Landschaftsschutzgebiet an der Prager Straße in Probstheida zu entscheiden. Doch nein, der Stadtrat sei dem Antrag nicht gefolgt, so Schlegel. Krefft ihrerseits fordert jetzt auf, wer immer sich "mit dem unschönen Zustand" nicht anfreunden mag, solle Änderungen fordern, so lange es noch geht. Ihre Fraktion werde in der August-Sitzung des Stadtrats das Problem zum Gegenstand einer Anfrage machen. Auf ihrer Seite hat sie wohl schon mal Anwohner der neuen Grundschule Mitte. Die jetzt "übereinander gestapelten Container" hätten die Eitingonstraße "zu einer der hässlichsten Straßen Leipzigs" gemacht und das dortige "Wohn- und Lebensgefühl eingeschränkt", beklagten gestern etwa Dagmar Völker und Eckhard Lang.

Angelika Raulien

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

[gallery:500-326038308001-LVZ] Leipzig. „Wir werden viel zu stark mit Vergangenheit und Tradition verbunden“, sagt Gregor Giele, Pfarrer der katholischen Gemeinde St.

30.07.2010

Im Rechtsstreit um die Kosten für die Rettung der Affenforscherin Esther Carlitz aus dem kongolesischen Urwald hat das Konstanzer Landgericht am Freitag einen Vergleich vorgeschlagen.

30.07.2010

Ohne Strom waren am Freitagnachmittag kurzzeitig rund 17.000 Haushalte im Leipziger Osten. Grund war der Ausfall eines Trafos im Netz der Leipziger Stadtwerke um 15.44 Uhr. „Ein Trafo im Umspannwerk in der Inselstraße hat den Stromfluss unterbrochen.

30.07.2010
Anzeige