Volltextsuche über das Angebot:

13 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Eingemeindung, Kämpfe mit der Stadtverwaltung, verpuffte Hoffnungen

Eingemeindung, Kämpfe mit der Stadtverwaltung, verpuffte Hoffnungen

Ihre Amtszeiten als Ortschaftsratsvorsitzende laufen aus, demnächst konstituieren sich die neu gewählten Gremien. Karin Teubner (Böhlitz-Ehrenberg), Ursula Grimm (Holzhausen), Lutz Zerling (Liebertwolkwitz), Thomas Kuhnert (Lindenthal) und Andreas Claus (Plaußig) legen die Verantwortung für ihre einst selbstständigen Gemeinden in andere, noch zu wählende Hände.

Voriger Artikel
Ist es Giftmüll? Lost-Place-Fans entdecken verdächtige Fässer in Leipziger Industrie-Ruine
Nächster Artikel
Leipzigs "Tourismusfrühstück on Tour" macht Station in und um Machern

Die scheidenden Ortsvorsteher Lutz Zerling, Karin Teubner und und Ursula Grimm.

Quelle: André Kempner

Drei der fünf scheidenden Ortschefs - Karin Teubner (70), Ursula Grimm (63) und Lutz Zerling (55) - blicken im LVZ-Interview auf die vielen Jahre zurück, in denen sie kommunalpolitisch aktiv waren. Sie sprechen über Folgen der Eingemeindung, Kämpfe mit der Stadtverwaltung, verpuffte Hoffnungen.

Nicht mehr die erste Frau beziehungsweise der erste Mann im Ort zu sein, bedeutet das, dass Sie sich komplett aus der Kommunalpolitik in Ihrer Heimat zurückziehen oder werden Sie sich weiter einbringen?

Ursula Grimm: Ich höre auf. Es ist ein unwiderruflicher Einschnitt. 25 Jahre sind genug. Es war eine tolle Zeit, aber jetzt sind andere dran. Auch die, die gern als Kritiker auftreten.

Karin Teubner: Ich bin ebenfalls 25 Jahre dabei, davon 15 Jahre als Ortsvorsteherin. Ich habe schon vor zwei Jahren angekündigt, das eine oder andere langsam abgeben zu wollen. Jetzt ist der Schlusspunkt erreicht. Und ich bin zufrieden damit. Ehrlich gesagt, ich habe auch nicht mehr die Lust, gewisse Dinge noch anzuschieben. Es schlägt nun die Stunde der Jüngeren. Die dürfen jetzt zeigen, was sie können.

Lutz Zerling: Ich mache den Rucksack leichter. Bei unserer Hofgenossenschaft Stiftsgut Liebertwolkwitz werde ich mich weiter einbringen, beim Maien-Markt, beim Hof-Advent. Doch von der politischen Bühne ziehe ich mich definitiv zurück. Aus gesundheitlichen Gründen.

Sie alle waren mehr als 20 Jahre im Geschäft. Worauf sind Sie stolz?

Lutz Zerling: Ich bin froh über die Etablierung der Historien-Ereignisse wie "Liebertwolkwitz - Ein Dorf im Jahre 1813". Diese Veranstaltungen rund um unseren schönen Markt waren und sind für die Menschen unseres Ortes identitätsstiftend. Was von großer Bedeutung ist, weil nach der Eingemeindung 1999 bei uns alle durchhingen. Wir drohten sukzessive in die städtische Anonymität abzugleiten. Da war dieses Projekt, bei dem sich unsere Leute einbringen konnten, nahezu ideal. Rund 500 von 5000 Einwohnern machen mit, das ist gut für die Wolkser Seele. Kleinere Erfolge gab es auch, aber die waren oft mit großen Anstrengungen und viel Kampf verbunden. Es ist zwar sehr schön, dass wir nach jahrelangen Debatten mit der Stadtverwaltung eine neue Mensa für unsere Grund- und Oberschule bekommen, doch vor zehn Jahren stand noch auf der Tagesordnung, die Grundschule grundsätzlich zu erweitern und die Oberschule grundhaft zu sanieren. Das Ganze erinnert an das Eimerchen Asphalt, das wir gnädigerweise für ein Loch erhalten, obwohl bei uns Hunderte von Löchern geflickt werden müssten.

Karin Teubner: Wir hatten zum Glück einen Eingemeindungsvertrag. Trotz aller Zweifel und Zerwürfnisse im Vorfeld war das für uns letztlich eine gute Sache. Dank der Mittel für das örtliche Brauchtum, die ja zuletzt Thema im Stadtrat waren, haben wir 1999 erstmals unser Ortsfest feiern können. Das wird bis heute von unseren vielen Vereinen prima mitgetragen. Jetzt steht ein Teil unserer neuen Grundschule. Auch das freut uns sehr, doch der künftige Ortschaftsrat muss an dem Thema dranbleiben, denn dieser Teilneubau reicht bei Weitem nicht aus.

Ursula Grimm: Ich bin 1990 als Bürgermeisterin ins kalte Wasser geworfen worden und muss rückblickend sagen: Die ersten Jahre bis zur Eingemeindung 1999 waren die mit Abstand spannendste Zeit. Ich bin gebürtige Holzhausenerin und es war ein tolles Erlebnis, zusammen mit einem sehr konstruktiven Gemeinderat unseren Ort zu gestalten. Wir haben Straßen saniert, ohne Straßenausbaubeiträge zu erheben, wir haben zwei Sporthallen und teilweise die Schule saniert, wir haben ein Feuerwehrgerätehaus gebaut, das Gemeindeamt auf Vordermann gebracht. Dann kam der Einschnitt Eingemeindung, gegen die wir bekanntlich zusammen mit Liebertwolkwitz, Mölkau und Engelsdorf erfolglos geklagt hatten. Danach waren ähnliche Projekte so einfach nicht mehr umzusetzen. Ab 2004 habe ich dann auch als Stadträtin versucht, die Stadtverwaltung für die Belange meines Heimatortes zu sensibilisieren.

Wie laufen die Gespräche im Rathaus ab, wenn eine Stadträtin - eine CDU-Fraktionsvorsitzende zumal - in der Tür steht und nicht "nur" die Ortsvorsteherin von Holzhausen?

Ursula Grimm: Betreten Sie als Mitglied des Stadtrates eines der Verwaltungszimmer, haben Sie automatisch einen anderen Status. Das ist einfach so. Gegenüber Stadträten nimmt so mancher Rathaus-Mitarbeiter eine gewisse Art Hab-Acht-Stellung ein. Das ist bei Gesprächen mit einer Ortsvorsteherin nicht immer so.

Kommen wir zu den offenen Rechnungen, von denen Sie alle mindestens eine haben. Holzhausen zum Beispiel liegt die Erneuerung der Staatsstraße 78 durch den Ortskern am Herzen. Wann geschieht endlich was?

Ursula Grimm: Wir hatten uns als selbstständige Gemeinde mit dem Straßenbauamt bereits auf eine Planung für die damalige B 186 verständigt. Das fertige Papier hat Leipzig nach dem 1. Januar 1999 leider nicht übernommen - getreu dem Motto: "So baut die Stadt nicht." Die Situation ist für viele Anwohner sehr misslich, wenngleich der Bauverzug um mindestens ein Jahr auch an einigen Anrainern liegt, weil nach wie vor Grunderwerbsverhandlungen anhängig sind. Die Straße ist nun mal sehr stark befahren, weist hier und da noch Kopfsteinpflaster auf. Und die Kirche in der Mitte hat Bauschäden davongetragen. Ärgerlich ist das Ganze schon deshalb, weil die Gemeinde Holzhausen bereits 1994 mit den Planungen begonnen hat. 20 Jahre, ohne dass sich etwas getan hat: Das ist zu lang, das ist einfach unerfreulich, das demotiviert leider auch.

Böhlitz-Ehrenberg und die unerfüllten Wünsche: Frau Teubner, was regt Sie auf?

Karin Teubner: Unser Bebauungsplan "Neue Ortsmitte" war in den Neunzigerjahren als Mischgebiet ausgewiesen worden. Das wollten wir vor acht Jahren ändern, weil es unsinnig ist, noch mehr Gewerbe, noch mehr Geschäfte anzusiedeln. Wir plädieren daher für die Festsetzung "Allgemeines Wohngebiet". In der Zwischenzeit hat auch ein Wettbewerb zur beantragten B-Plan-Änderung stattgefunden, doch dessen Ergebnisse haben uns nicht überzeugt. Vor drei Jahren hieß es dann, alles komme noch einmal auf den Prüfstand. Mittlerweile lautet die Information aus dem Rathaus, die Kommune habe kein Geld, die B-Plan-Änderung weiter voranzutreiben. Das ist traurig, denn jetzt bleiben wertvolle Brachflächen der Stadt Leipzig einfach liegen. Wir hätten die Optionen Kindertagesstätte, Altenheim, Sporthalle. Doch es geht nichts voran. Das Thema Grundschule habe ich schon angesprochen. Die bestehende Zweizügigkeit hilft uns auf Dauer nicht weiter. Und unser Hort braucht auch ein neues Zuhause. Das gegenwärtige Gebäude ist nicht mehr lange zu halten. Überall da, wo es um unsere Kinder geht, tun sich Baustellen auf. Die Oberschule ist auch so ein Problem. Die muss unbedingt dreizügig werden. Leider befasst sich die Stadtverwaltung nur allzu gern damit, sich die Wirklichkeit schönzurechnen. Bei den Ortschaften wird vorzugsweise heruntergerechnet. Krippe, Kindergarten, Schulen - als ob wir keinen Bedarf hätten. Das Gegenteil ist der Fall. Manchmal verstehe ich die Welt nicht mehr.

Liebertwolkwitz wurde wie Holzhausen zwangseingemeindet. Sie haben eben schon ein wenig Gotteslästerung betrieben, Herr Zerling. Welche Versäumnisse sind der Stadt noch vorzuwerfen?

Lutz Zerling: Es hat ja durchaus Phasen in der jüngeren Geschichte gegeben, da waren Eingemeindungen ein Segen, weil die Stadt ein finanzstarker Partner war. Wir sind leider in einer Phase dazugestoßen, in denen das Totschlagargument gepflegt wird: "Da hat Leipzig ganz andere Probleme." Diesen Satz haben wir etliche Male zu hören bekommen, wenn es um unsere Wünsche ging. Die Stadt hat seit der letzten großen Eingemeindungswelle vor 15 Jahren einfach nicht verinnerlicht, dass sie dörfliche Strukturen hinzugewonnen hat und nicht nur ein paar Einwohner und ein bisschen Fläche. Dieses Versäumnis betrifft Verwaltung und Stadtrat gleichermaßen. Es wird immer nur mit dem Maß der großen Kommune gemessen. Wohnen an einer Innenstadt-Straße deutlich mehr Menschen als an einer vergleichsweise kleinen Straße am Rande, ist klar, was passiert: Die Straße in der City erhält die neue Asphalt-Decke. Leipzig will nicht akzeptieren, dass die Menschen an der Peripherie ähnliche Bedürfnisse haben wie die Leute im Zentrum. Die Stadt geht auf die dörflichen Strukturen einfach nicht ein.

Haben Sie ein konkretes Beispiel?

Lutz Zerling: Leipzig gehören in Liebertwolkwitz einige Immobilien, darunter auch Gebäude, die unter Denkmalschutz stehen. Von den zwei schönsten ist das erste bereits abgerissen und beim zweiten, einer alten Tenne, sieht es so aus, dass auch sie bald zusammenbrechen wird, weil die Stadt sagt, jetzt könne sie das Dach nicht mehr reparieren, da der Boden baufällig sei und niemanden mehr trage. Weil Sie eben nach offenen Rechnungen fragten: Unser Kindergarten ist an seine Kapazitätsgrenzen schon 2009 gestoßen. Es gibt Ansätze, es gibt Lösungsvorschläge, doch gerade dürfen wir uns wieder hinten anstellen, denn jetzt müssen ja erst einmal die neuen Kitas in der Stadt gebaut werden. So läuft das bei vielen Dingen. Es fehlen Blick und Gefühl für das Ländliche. Leipzig ist eben auch Dorf.

Aber Ihre Ortsmitte kann sich sehen lassen.

Lutz Zerling: Aber doch nicht wegen des überragenden Engagements der Stadt. Die Ortskern-Sanierung hat im Wesentlichen vor der Eingemeindung stattgefunden. Seit mehr als zehn Jahren passiert überhaupt nichts mehr. Dafür wird jetzt gesagt, das Sanierungsgebiet sei abgeschlossen, es laufe ja auch lange genug. Dabei ist noch längst nicht alles fertig. Ist der Verwaltung aber egal, sie erhebt nun Sanierungsbeiträge. Das wird für Zündstoff sorgen. Auch hier mangelt es an Augenmaß.

Sie hätten Schmerzensgeld verdient - womit wir bei der Bezahlung wären. Sie haben Ihre Ortschaftsräte all die Jahre ehrenamtlich geleitet. Es herrscht aber durchaus die Auffassung vor, dass Ortsvorsteher halbe Planstellen erhalten, vielleicht sogar hauptamtlich fungieren sollten. So wie einst die Bürgermeister. Was halten Sie davon?

Karin Teubner: Ich habe mich in meinem Amt immer als eine Art Bindeglied zwischen dem Ortsteil und der Stadt Leipzig gesehen. Ich wollte den Einwohnern den einen oder anderen Weg ersparen. Mittlerweile leben in Böhlitz-Ehrenberg mehr als 10000 Menschen. Um alle halbwegs zufriedenzustellen, bräuchte der Tag mehr als 24 Stunden. Zurück zum alten Modell wäre also keine schlechte Sache. Dann möchte ich aber noch mal 20 Jahre dabei sein (lacht).

Ursula Grimm: Es gehört mehr dazu, als die Öffentlichkeit wahrnimmt. Das meiste geschieht im Hintergrund und bleibt der Allgemeinheit verborgen. Ich fürchte, dass manche, die jetzt antreten werden, denken: "Eine Sitzung im Monat? Die haben wir schnell abgearbeitet." So läuft das aber nicht. Bindeglied zu sein zwischen der Bevölkerung vor Ort und der Stadtverwaltung, das ist sehr, sehr zeitaufwändig. Ich persönlich kann mich nicht beklagen, ich war Wahlbeamtin im Ruhestand, als die Eingemeindung in Kraft trat und ich Ortsvorsteherin wurde. Ich hatte Zeit, wollte der Gesellschaft etwas von dem zurückgeben, was ich von ihr erhielt, denn ich lebte ja auf Kosten der Gesellschaft. Das war damals meine Motivation. In Kombination mit meinem Stadtratsmandat und dem CDU-Fraktionsvorsitz ist Ortsvorsteher heute ein Full-Time-Job. Ich muss dennoch sagen: In einer Halbtags- oder Ganztagsanstellung sehe ich keinen Sinn. Dazu ist das Aufgabenspektrum, das die Sächsische Gemeindeordnung den Ortsvorstehern zubilligt, zu gering. Das läuft anderswo etwas anders. Beispielsweise in Baden-Württemberg, wo es noch Ortsverwaltungen gibt. Wir aber haben ja mit Verwaltungsaufgaben gar nichts mehr zu tun. Wir haben weder Planungs- noch Finanzhoheit. Worüber tatsächlich nachgedacht werden könnte, ist die Höhe der monatlichen Aufwandsentschädigung, die sich nach der Einwohnerzahl richtet. Diese Summe wird dem Aufwand, den die Kollegen und ich betrieben haben, sicher nicht gerecht.

Lutz Zerling: Wenn wir für unser eingeschränktes Aufgabenfeld mit halben oder ganzen Stellen belohnt würden, was machten wir dann mit den Stadträten? Wer der Ratsversammlung angehört, sitzt außerdem noch in zeitaufwändigen Ausschüssen, muss sich durch Berge von Vorlagen ackern. Ortsvorsteher ist nun mal ein Ehrenamt. Dabei sollte es auch bleiben.

Ihre Erfahrungen mit Leipzig - Sie haben es eindrucksvoll beschrieben - waren beileibe nicht nur angenehmer Natur. Ihr Burghausener Kollege Stefan Köster würde am liebsten sofort in die Selbstständigkeit zurück. Für wie sinnvoll hielten Sie es, das Rad der Geschichte zurückzudrehen?

Ursula Grimm: Ich gehörte damals bestimmt zu denen, die vehement für die Selbstständigkeit gekämpft haben. Und ich habe in den ersten zwei Jahren auch sehr darunter gelitten, sie verloren zu haben. Aber aus heutiger Sicht schaue ich anders auf das Thema. Vielleicht spielen dabei zehn Jahre Stadtratserfahrung eine Rolle. Man hätte um die Jahrtausendwende herum noch mehr eingemeinden sollen, es hätte der Entwicklung der Stadt mehr genutzt. Eine große Stadt kann eine wesentlich effektivere Verwaltung auf die Beine stellen als wir kleinen Ortschaften. Die Kraft, die inzwischen für die Bürokratie aufgebracht werden muss, kann eine Gemeinde wie Holzhausen letztlich nicht mehr aufbringen. Das wäre schade ums Geld.

Karin Teubner: Ich habe den früheren Werbe-Slogan "Leipzig kommt" seinerzeit als Bedrohung angesehen. Eigentlich tue ich das heute noch. Aber das Rad der Geschichte jetzt zurückzudrehen, das halte ich für problematisch. Es wäre infrastrukturell und verwaltungstechnisch mit einem Riesenaufwand verbunden, der den Steuerzahler richtig Geld kosten würde. Das können wir uns alle nicht mehr leisten. Zumal kleine Gemeinden mit den Schlüsselzuweisungen des Landes doch nichts bewirken können. Es wäre halt schön, wenn die Stadt Leipzig endlich begreifen würde, dass ein starker Außenring auch nach innen strahlen kann, somit zum Nutzen aller ist.

Lutz Zerling: Auf die von Frau Teubner angesprochene Erkenntnis warten wir leider schon seit 15 Jahren wie auf ein Wunder. Ich bin anderer Ansicht als meine beiden Vorrednerinnen und möchte daran erinnern, dass es im Vorfeld des Stadt-Umland-Gesetzes vielerorts bereits intensive Gespräche über den Zusammenschluss von Gemeinden zu größeren Einheiten gab. Die wurden dann gestoppt, um besagtes Gesetz auf den Weg bringen zu können. Es ist vollkommen klar, dass ein Ort wie Liebertwolkwitz nicht alleine dastehen kann. Aber ein Liebertwolkwitz im Verbund mit einer Nachbargemeinde wie Großpösna wäre allemal eine Alternative zum mitunter tristen Dasein am Rande einer Großstadt. So bliebe das, was im Dorf produziert wird, wenigstens im Ort.

Gesetzt den Fall, es gäbe das Wunder, auf das Herr Zerling wartet, und Sie hätten drei Wünsche frei, wie würden die aussehen?

Ursula Grimm: An oberster Stelle steht die zeitnahe Umsetzung des Projektes Staatsstraße 78, damit diese offene Baustelle im nächsten und übernächsten Jahr endlich geschlossen wird. Ein zweiter Wunsch ist, dass unser neuer Ortschaftsrat die Belange von Holzhausen und seiner Bürger stets gut vertritt. Es gibt historisch gewachsene Dinge, die bewahrenswert sind. Dies möge er erkennen. Und drittens wünsche ich mir, dass der Ortschaftsrat ein gutes Händchen im Umgang mit der Stadtverwaltung entwickelt. Denn nur so wird er etwas erreichen können.

Karin Teubner: Ich würde mir vor allem wünschen, dass die Stadt und auch die Stadträte sehen, dass wir nicht nur vor einer Wahl existieren, sondern die restliche Zeit auch da sind. Das gilt im Übrigen für alle Parteien. Die Realisierung der vielen anderen Wünsche könnte aus diesem neu erweckten Interesse erwachsen.

Lutz Zerling: Mein größter Wunsch wäre die finanziell gesicherte Eigenständigkeit. Da es dazu vermutlich nicht kommen wird, würde ich mich sehr über ein stärkeres Mitsprache- und Anhörungsrecht des Ortschaftsrates freuen, wenn es um Liebertwolkwitzer Immobilien geht; vom kommunalen Wohnungseigentum angefangen bis hin zu Grundstücken, auf denen Hallen stehen, die das städtische Liegenschaftsamt effektiv und gewinnbringend leider nicht vermarktet bekommt, die verschiedene Vereine aber gern nutzen würden. Das wäre schon was. Die Sache mit der Straßenbahn, die bis zu uns fährt, hebe ich mir für das nächste Wunschkonzert auf.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.08.2014

Günther Gießler/Dominic Welters

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
  • Lachmesse Leipzig 2017

    Vom 15. bis 20. Oktober 2017 werden in Leipzig wieder massiv die Lachmuskeln gereizt. Über 180 Künstler kommen zur Lachmesse. mehr

  • Lichtfest Leipzig 2017

    Alljährlich am 9. Oktober erinnert das Lichtfest Leipzig auf dem Augustusplatz an die Ereignisse im Herbst 1989. Hier gibt es alle Infos. mehr

  • Leipziger Opernball 2017

    Schwungvoll im Dreivierteltakt: Der Leipziger Opernball „Moskauer Nächte“ lädt am 4. November aufs Parkett. Hier finden Sie Infos und Fotos zum Event. mehr

  • Touristik & Caravaning
    Themen, Tickets, Öffnungszeiten: Die wichtigsten Infos zur Messe Touristik & Caravaning (TC) 2017 im Special auf LVZ.de

    Urlaubsstimmung im Novembergrau: Alle Infos und News zur Reisemesse Touristik & Caravaning (TC) 2017 in unserem Special. mehr

  • LVZ-Kreuzfahrtmesse
    Infos zur LVZ-Kreuzfahrtmesse

    Kommen Sie an Bord: Am Sonntag, 22. Oktober 2017, laden LVZ und Vetter Touristik zur 1. Kreuzfahrtmesse in das LVZ Verlagsgebäude ein. mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Leserreisen
    Leserreisen

    Kreuzfahrt in der Karibik, Städtetour durch die Toskana oder Busreisen in Deutschland - die Leserreisen der LVZ bieten für jeden Anspruch genau das... mehr

Wie weiter nach der Grundschule? Unsere Übersicht aller Gymnasien, Oberschulen und Freien Schulen in Leipzig will Eltern bei der Auswahl der passenden Bildungseinrichtung für ihr Kind unterstützen. mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album
    Leipzig-Album

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr

Eine Multimedia-Reportage rund um die Leipziger Eisenbahnsstraße, die sich vom Problemkiez zum Hipsterviertel wandelt mehr

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Probieren Sie es aus im Spieleportal von LVZ.de. mehr