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Lokales Eingemeindungsideen des Leipziger OBM lösen Sturm im Umland aus
Leipzig Lokales Eingemeindungsideen des Leipziger OBM lösen Sturm im Umland aus
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09:42 15.09.2017
Das Umland hat keine Lust auf Leipzig und Eingemeindung, besteht auf Einhaltung der Ortsgrenzen. Quelle: Archiv
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Leipzig

Mit seinen Expansionsplänen hat Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) das gesamte Umland gegen sich aufgebracht. „Die Stadt Leipzig braucht keine weiteren Stadtteile, um die Bevölkerungszahl gegenüber Dresden zu erhöhen“, sie benötige „starke kommunale Nachbarn als verlässliche Partner“, heißt es in einer am Donnerstag verbreiteten Erklärung. Unterzeichnet wurde diese von den Landräten Kai Emanuel (Nordsachsen) und Henry Graichen (Kreis Leipzig) und den Rathauschefs Karsten Schütze (Markkleeberg), Jens Spiske (Markranstädt), Rayk Bergner (Schkeuditz) und Tobias Meier (Taucha). Sie forderten eine regionale Zusammenarbeit ein, „wie sie in anderen Regionen bereits erfolgreich gelebt werden“.
 
Die sechs Kommunalchefs zeigten sich bereit, „auf Augenhöhe“ mit Leipzig zusammenzuarbeiten, drohten indirekt damit, ihre Bürgerschaft gegen Jungs Eingemeindungsideen zu mobilisieren. Sie seien „um den Rückhalt in ihrer Bürgerschaft wissend selbstbewusst genug, die Zukunft ihrer kreisangehörigen Städte weiterhin selbst in die Hand zu nehmen“.

Jung hatte am Mittwoch in einem LVZ-Interview gesagt: „Alles, was im Dreieck des Autobahnrings liegt, gehört zwingend zu Leipzig. Ob Markranstädt oder Markkleeberg. Jetzt können wir diskutieren ob das 20 oder 50 Jahre dauert – aber es wäre vernünftig.“ Pikant: Noch am Tag davor, so die Kommunalchefs, hätten Vertreter des OBM, darunter Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau, auf einer Beratung zum Leipziger Stadtentwicklungskonzept den Teilnehmern aus dem Umland versichert, dass das Thema Eingemeindungen vom Tisch ist.

Auch die Linke im Leipziger Stadtrat zeigte Jung die rote Karte: „Ohne Not die Nachbarn zu verprellen, nützt niemandem und schadet dem Entwicklungsprojekt ,Leipzig 2030’“, erklärte Vize-Fraktionschefin Ilse Lauter.

Von K. S.

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