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Einheitsdenkmal: Leipzig muss Fördermittel zurückzahlen - Platz droht Umbenennung

Einheitsdenkmal: Leipzig muss Fördermittel zurückzahlen - Platz droht Umbenennung

Der Wilhelm-Leuschner-Platz wird möglicherweise nicht auf Dauer den Zusatz "Platz der Friedlichen Revolution" tragen. Nach einem Stadtratsvotum vom Mittwoch muss das Begleitgremium zum Freiheits- und Einheitsdenkmal darüber neu beraten.

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Wilhelm-Leuschner-Platz aus der Vogelperspektive.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Leipzig muss außerdem rund 415.000 Euro Fördermittel an den Freistaat zurückzahlen. Dazu drohen weitere Kosten.

Die Linksfraktion hatte die Umbenennung eines Teils des Wilhelm-Leuschner-Platzes in der City als Schnellschuss kritisiert. Über den Zeitdruck des Verfahrens habe man schließlich außer Acht gelassen, dass der Platz nicht direkt mit den Ereignissen des Herbstes 1989 verknüpft sei. Im Juli beendete der Stadtrat das Verfahren zur Errichtung des Freiheits und Einheitsdenkmals. Vorangegangen waren öffentliche und gerichtlich ausgetragene Kontroversen um die Entwürfe.

Mit dem Ende des Verfahrens hatte der Rat auch beschlossen, die Standortfrage neu zu stellen. "Ob, wann und wo in Leipzig ein Freiheits- und Einheitsdenkmal gebaut wird, ist völlig offen", so Fraktionschef Sören Pellmann. Damit entfiele jeglicher Grund, dem Wilhelm-Leuschner-Platz dauerhaft diesen Beinamen zu geben. In der Folge der Planungen wird in den Bahnen der LVB der Leuschnerplatz mit dem Zusatz "Platz der Friedlichen Revolution" angesagt. Auch die Haltestelle im Citytunnel trägt den Zusatz. Beides müsste bei einer Rücknahme konsequenterweise auch geändert werden.

Leipzig muss hunderttausende Euro Fördermittel zurückzahlen

Das Dezernat Kultur dokumentierte jetzt außerdem in einer Information für den Stadtrat, dass Leipzig 415.000 Euro Fördermittel, die im Zusammenhang mit den Denkmalsplänen ausgereicht wurden, an den Freistaat zurückzahlen muss. Dazu kommen unter Umständen noch Zinsen. Außerdem seien aus der Durchführung des Verfahrens noch mehr als 43.000 Euro Kosten abzurechnen. Das Papier war am Mittwoch noch nicht Gegenstand im Stadtrat, wird dem Plenum aber nach der Information der Fachausschüsse vorgelegt.

Die von den Stadträten geforderte breite Öffentlichkeitsbeteiligung bei einem neuen Anlauf für das Denkmal soll über das Projekt "Leipzig - weiter denken" realisiert werden. Wie das konkret aussieht, dazu will das Kulturdezernat unter der Ägide von Kulturbürgermeister Michael Faber (parteilos) und dem Baudezernat von Dorothee Dubrau (parteilos) im ersten Halbjahr 2015 ein Konzept vorlegen. Bei der Würdigung der Friedlichen Revolution in Leipzig soll bei einem künftigen Denkmal das Thema Freiheit im Vordergrund stehen.

Die Entwürfe für das Freiheits- und Einheitsdenkmal im Überblick:

Evelyn ter Vehn

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