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Einheitsdenkmal ist ein Fall für die Werkstatt: Bürgerumfrage soll Klarheit bringen

Einheitsdenkmal ist ein Fall für die Werkstatt: Bürgerumfrage soll Klarheit bringen

Die einen bezweifeln, dass Leipzig ein Freiheits- und Einheitsdenkmal braucht. Die anderen sehen in der Stadt der Friedlichen Revolution den idealen Standort. Doch wie soll der Ort des Gedenkens aussehen? Was soll er verkörpern? Wo sich ins Stadtbild fügen? Die Stadt will jetzt Klarheit, verschickte am Dienstag 3000 Umfrage-Briefe an repräsentativ ausgewählte Bürger.

Leipzig. Start der "Werkstattphase", die im Herbst 2011 in einen Gestaltungswettbewerb münden soll.

Das Denkmal sei "eine historische Chance für Leipzig, auf nationaler Ebene gewürdigt zu werden für die Errungenschaften der Friedlichen Revolution", sagte Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) beim Pressegespräch am Dienstag. Die Stadt stellte den ehrgeizigen Zeitplan einer Werkstattphase vor. Das Ziel: Mehr Bürgerbeteiligung, mehr Licht ins Dickicht der öffentlichen Diskussion. Die Etappen: Repräsentative Umfrage ab sofort, internationale Jugendwerkstatt und Expertenforum im Februar. Am 10. März sollen die Ergebnisse der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Werkstatt-Etappe 1: Die Bürgerumfrage

3000 Briefe wurden an repräsentativ ausgewählte Leipziger versendetet. Bis Anfang Februar sollen sie antworten. Die Stadt möchte zum Beispiel wissen, welche Bedeutung das geplante Denkmal für Leipzig hat oder welche Bedeutung dem Denkmal in Bezug auf Gäste und zukünftige Generationen zukommt. Außerdem sollen sich die Leipziger äußern, wofür das Denkmal stehen soll. Zehn Antworten von "für den 9. Oktober 1989 in Leipzig" bis "Keine Gewalt" werden zur Auswahl angeboten ( alle Antwortmöglichkeiten - hier klicken). In einem dritten Komplex geht es um die Kriterien für die Standortauswahl. Mitte Februar soll die Auswertung der Öffentlichkeit vorgestellt werden, 29.000 Euro lässt sich die Stadt die drei Etappen der Bürgerbeteiligung kosten.

Werkstatt-Etappe 2: Internationale Jugendwerkstatt

Jugendliche aus Leipzig und den Partnerstädten Housten, Krakau und Hannover treffen vom 15. bis 16. Februar Akteure der Friedlichen Revolution. Hier steht die Idee im Vordergrund, verschiedene Generationen miteinander ins Gespräch zu bringen, "um die Botschaft des Denkmals für zukünftige Generationen herauszuarbeiten" hieß es bei der Stadt. Kooperationspartner ist Sachsens Landeszentrale für politische Bildung.

Werkstatt-Etappe 3: Expertenwerkstatt

Historiker, Kunstwissenschaftler und Städtebauexperten treffen auf Politiker und Vertreter von Bürgerbewegungen. Mit dabei ist die Leipziger Initiative "Tag der Friedlichen Revolution - 9. Oktober 1989". Rund 30 Teilnehmer gehen am 17. und 18. Febraur in Klausur, um über "Botschaft, künstlerische Formen und den Standort zu diskutieren", erklärte Lars Loebner vom Stadtplanungsamt.

"Wir müssen uns vor allem auf einen konkreten Standort vereinbaren", so Oberbürgermeister Jung. Für den Wettbewerb zum Denkmal ist das die Gretchenfrage. Das Bundesbauministerium habe darauf hingewiesen, dass die Rechtssicherheit des Verfahrens nur mit einem Standort gewährleistet sei, hieß es in einer Erklärung der Stadt Leipzig. Außerdem, so der OBM, sei die planerische Vorbereitung für verschiedene Standorte einfach nicht zu leisten.

Noch vor der Sommerpause 2011 soll der Stadtrat den Standort-Beschluss fassen. Erst danach kann der internationale Wettbewerb ausgelobt werden, bei dem Künstler, Architekten und Landschaftsarchitekten ihre Ideen einbringen können. Da ist wohl vieles erlaubt, nur Langeweile nicht. Ein Denkmal für zukünftige Generationen, eines, das Fragen stellt, wünscht sich Oberbürgermeister Jung. 2014, zum 25. Jahrestag der Friedlichen Revolution, soll es stehen. Bis dahin braucht die Stadt erstmal Antworten. Schnell.

Evelyn ter Vehn

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