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Einkaufswagen in früherem Kino: Neue Nutzung für uraltes Lichtschauspielhaus

Einkaufswagen in früherem Kino: Neue Nutzung für uraltes Lichtschauspielhaus

Etwas ungewöhnlich sieht es schon aus – das zu neuem Leben erweckte frühere Kino an der Eisenbahnstraße. 1914 war es aus einer pagodenförmigen, offenen Markthalle hervorgegangen.

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Ein neuer Supermarkt ist im ehemaligen Kino in der Eisenbahnstraße in Leipzig entstanden.

Quelle: André Kempner

Nun bestimmen wieder Lebensmittel den Ort, ein Aldi-Markt hat darin eröffnet.

Für Karsten Gerkens, Leiter des Amtes für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung (ASW), ist die Rettung des Gebäudes ein „zentraler Baustein in unserem Handlungsleitfaden für den Leipziger Osten“. Eines der Ziele darin sei, rings um die Kreuzung Eisenbahn-/Hermann-Liebmann-Straße ein Handelszentrum zu schaffen. So sollen die kleinen Läden ringsum mehr Laufkundschaft gewinnen. „Die Sache war uns so wichtig, dass wir sogar eine Ecke des Stadtteilparks am Rabet für einen begrünten Parkplatz hergegeben haben. Und

140 000 Euro Zuschuss für den Erhalt des tonnenförmigen Raumes im Dach mit seinen alten Stuckbögen. Das Geld kam aus dem Programm Soziale Stadt“, berichtet der Amtsleiter.

Durch den Discounter werde im Viertel die wohnortnahe Versorgung mit Lebensmitteln verbessert. „Normal kaufen die Leute 50 Prozent in der Nähe. In der Eisenbahnstraße lagen wir bislang bei 30 Prozent.“ Sogar die Idee, den Verkaufsraum mit seinen 800 Quadratmetern wie einen Bolzen seitlich durch das historische Gemäuer zu schieben, stammte vom ASW, verrät Gerkens: „Wir haben dem Investor diesen Floh ins Ohr gesetzt. Und sind froh, dass er mitgezogen hat.“

Wie berichtet, hatte der aus Bonn stammende Unternehmer Hans-Jürgen Arndt das Ruinengrundstück vor Jahren gekauft. Inzwischen steckte er 3,5 Millionen Euro in Umbau und Sanierung. „Der Südgiebel Richtung Konradstraße erhält noch seine ursprüngliche Fassade aus weißen und blauen Fliesen zurück. Die Fliesen lassen wir extra originalgetreu anfertigen, was etwas länger dauert“, erzählt Arndt. Auch der fast barocke Portikus am Nordgiebel Richtung Eisenbahnstraße werde noch denkmalgerecht rekonstruiert. Mitsamt einer Inschrift, die von der Nutzung des Gebäudes als Mormonenkirche in den letzten DDR-Jahren stammt. „Alles, was an der Hülle wirklich neu ist, haben wir durch rote Farbplatten gekennzeichnet. Welche Nutzung der Saal im historischen Tonnengewölbe erhält, steht aber noch nicht fest. Er umfasst immerhin 500 Quadratmeter.“

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Etwas ungewöhnlich sieht es schon aus – das zu neuem Leben erweckte frühere Kino an der Eisenbahnstraße. 1914 war es aus einer pagodenförmigen, offenen Markthalle hervorgegangen. Nun bestimmen wieder Lebensmittel den Ort, ein Aldi-Markt hat darin eröffnet.

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Klar sei hingegen, dass ringsum bald viel Grün sprießen soll. Nicht nur an den 59 Stellplätzen für Aldi, auch auf dem Vorplatz der früheren Lederwarenfabrik an der Hermann-Liebmann-Straße, in deren Erdgeschoss der Verkaufsraum des Discounters nun hineinreicht. Aufgegeben hat Arndt den Streit um den Namen des früheren Kinos. Zwar sei in seinen Unterlagen sowohl von 1914 als auch zur Schließung 1962 die Bezeichnung „Lichtspiele“ zu finden. „Doch wenn alle Alteingesessenen sagen, es habe Lichtschauspielhaus geheißen, soll es mir auch recht sein.“

In der benachbarten Lederwarenfabrik startet der Unternehmer jetzt die Vermarktung, um dort Wohnungen einzurichten. Da seiner Firma Conforma einige weitere Objekte in dem Viertel gehören, habe er noch viel vor. Gleiches gilt für das ASW. „Im Frühjahr 2010 stellen wir unser Konzept für ein internationales Quartier vor, das mit Hilfe der LWB in den Blöcken schräg gegenüber der Kreuzung entstehen wird“, erläutert Gerkens. Auch sollen Fußwege und Straßenanschlüsse rings um den Park verbessert werden. So beginne die Sanierung der Straße Rabet ebenfalls im Frühjahr. Für 765 000 Euro – vor allem Fördermittel aus dem europäischen Efre-Programm – werden gleich noch ein Stück der Neustädter Straße hergerichtet und eine dauerhafte Wegeverbindung Rabet-Bergstraße. Straßenausbaubeiträge müssen nur zwei Anwohner bezahlen, deren Grundstück nicht im Sanierungsgebiet liegt.  

Jens Rometsch

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