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Einsatz in Leipzig - Wenn der Gelbe Engel kommt ...

Hilfe aus der Luft Einsatz in Leipzig - Wenn der Gelbe Engel kommt ...

Wann immer die Gelben Engel unterwegs sind, wirbeln sie nicht nur Luft auf. Voriges Jahr wurden von Christoph 61 bei 1291 Einsätzen 1228 Patienten versorgt. Christoph 63 startete 1226 Mal zu 1160 Patienten. Die ADAC-Luftrettung – zu der beide Hubschrauber gehören – absolvierte 2015 637 Einsätze in Leipzig.

Landung auf dem Universitätsklinikum Leipzig.

Quelle: Christian Modla

Leipzig.. Christoph 61 und Christoph 63 kennt vermutlich jeder. Wann immer sie ihre Rotorblätter auf Touren bringen, geht es um Sekunden. Ein Unfall, eine schwere Erkrankung, eine Notlage in unwegsamem Gebiet ... Die beiden Hubschrauber der ADAC-Luftrettung sind im Schkeuditzer Ortsteil Dölzig stationiert und kommen in einem Umkreis von 50 bis 70 Kilometern zum Einsatz. Voriges Jahr wurden von Christoph 61 bei 1291 Einsätzen 1228 Patienten versorgt. Christoph 63 startete 1226 Mal und kümmerte sich um das Wohl von 1160 Patienten. Die ADAC-Luftrettung – zu der beide Hubschrauber gehören – absolvierte im vergangenen Jahr im Freistaat Sachsen insgesamt 3068 Einsätze, davon 637 mit Einsatzort Leipzig.

Wo immer die Gelben Engel unterwegs sind, wirbeln sie nicht nur Luft auf. Was ist geschehen? Wo kommen sie her? Wo fliegen sie hin? Ihr monotones Knattern wird aufmerksam verfolgt. Anwohner von Krankenhäusern sind darauf sensibilisiert. Und so wundert sich Roland Reinhardt aus Leutzsch, dass im Diakonissenkrankenhaus zwar ein neuer Hubschrauberlandeplatz entstanden sei, dort aber niemand lande. „Bislang erfolgte das am Lindenauer Friedhof. Aber der neue Platz ist schon lange fertig, doch nichts passiert“, meint der 83-Jährige.

„Es ist richtig, dass auf dem Dach des Diakonissenkrankenhauses ein Hubschrauberlandeplatz entsteht“, erläutert auf Anfrage Krankenhaus-Sprecher Alexander Friebel. Es seien zwar bereits Vorarbeiten getätigt worden, aktuell befinde sich das Bauvorhaben jedoch erst im Genehmigungsverfahren, in dem die zuständige Behörde des Freistaates Sachsen und eine Bundesbehörde die Unterlagen prüfen. Erst wenn die Genehmigungen vorliegen, könne das Bauvorhaben fortgesetzt und abgeschlossen werden. „Da aber derzeit alle Hubschrauberlandesplätze in Deutschland aufgrund einer neuen EU-Richtlinie überprüft werden müssen, kann sich die Erteilung der flugrechtlichen Genehmigung für unseren Hubschrauberlandeplatz bis ins Jahr 2017 hinziehen“, so Friebel. „Wir hoffen, dass der Landeplatz noch im Laufe des nächsten Jahres fertiggestellt und in Betrieb gehen kann.“ Bis dahin landen Hubschrauber weiterhin auf einer Freifläche hinter dem Krankenhausgebäude. „Pro Jahr wird das Diako rund 30 Mal angeflogen – Tendenz steigend.“

Diesen Aufwärtstrend bestätigt ADAC-Sprecherin Birgit Schikora auch für Christoph 61 und 63. „Unsere ADAC-Rettungshubschrauber sind Teil des öffentlich-rechtlichen Rettungsdienstsystems. Sie werden analog der anderen Rettungsmittel (Notarzteinsatzwagen, …) immer über die Notrufnummer 112 bei der Leitstelle angefordert. Der Disponent entscheidet, ob ein Hubschrauber eingesetzt wird.“ Es sei keine ADAC-Mitgliedschaft notwendig, betont Schikora. Die Kostenübernahme erfolge in der Regel durch die gesetzliche Krankenkassen. Waren Christoph 61 und 63 im Jahr 2011 insgesamt 2220 Mal in der Luft, zählten sie in den darauffolgenden Jahren 2231, 2389, 2434 und im Vorjahr sogar 2517 Einsätze. „Die drei wichtigsten Transportziele von Christoph 61/63 sind die Uniklinik Leipzig, das Städtische Klinikum St. Georg sowie das Herzzentrum Leipzig.“

Das Klinikum St. Georg verfügt am Standort Eutritzsch über einen Dachlandeplatz auf dem Haus 20 und eine Hubschrauberlandestelle als ebenerdigen Landeplatz, informierte Sprecher Martin Schmalz. „Der Dachlandeplatz ist seit 2002 in Betrieb. Am Standort Grünau gibt es ferner einen ebenerdigen Landeplatz. Die Standorte sollen laut Schmalz zunächst weiter in der Form genutzt werden.

Dass Patienten aus der Luft kommen, ist im Universitätsklinikum Leipzig (UKL) längst an der Tagesordnung. „Selbst Verlegungen von Krankenhaus zu Krankenhaus können auf diesem Weg und auch von weiter her erfolgen. Primäreinsätze erfolgen jedoch von allen umliegenden Autobahnen und Stadtgebieten“, so Sprecherin Helena Reinhardt. „Im Jahr 2015 haben wir die bislang höchste Zahl von Hubschraubereinsätzen verzeichnet mit 1316 An- und Abflügen für beide Plätze.“ Das UKL verfügt über zwei Dachlandeplätze. „UKL I befindet sich auf dem Operativen Zentrum und wurde 2003 in Betrieb genommen. UKL II ist ein eigenständiges Bauwerk, wurde 2001 in Betrieb genommen und war seinerzeit der modernste Landeplatz Europas (damals Landeplatz Zentrallager)“, erläutert die Sprecherin. Das Gebäude befindet sich ebenfalls auf dem Gelände zwischen Liebig- und Philipp-Rosenthal-Straße. Noch Anfang der 90er-Jahre habe das UKL nur über einen Bodenlandeplatz auf der Straße verfügt. „Bei Hubschrauberanflug wurden damals per Ampelschaltung die Straßen gesperrt.“

Das Herzzentrum Leipzig und das angeschlossene Helios Park-Klinikum verfügen ebenso über zwei Hubschrauberlandeplätze. Einen auf dem Dach, einen auf dem Boden. „Der Bodenlandeplatz wird in diesem Jahr erneuert und darf derzeit nur im äußersten Notfall angeflogen werden. In diesem Jahr wurde bis Mitte Juni der Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach 161 Mal angeflogen“, so Juliane Dylus, Abteilungsleiterin Unternehmenskommunikation. „Die meisten Patienten werden aus der Region beziehungsweise aus den angrenzenden Bundesländern Mitteldeutschlands zu uns geflogen, wobei der Landeplatz fast ausschließlich im Rahmen der dringlichen Behandlung von Herzpatienten genutzt wird.“

Nicht zuletzt ins St. Elisabeth-Krankenhaus kommen Patienten auf dem Luftweg. „Wir verfügen seit 1998 über einen eigenen Hubschrauberlandeplatz, der im Zuge des ersten Erweiterungsneubaus (Haus B) errichtet wurde. Vorher waren die Piloten gezwungen, auf einer Wiese zwischen der jetzigen Schule und dem Altbau des St.-Elisabeth-Krankenhauses Leipzig zu landen“, erläutert Tina Murzik-Kaufmann. Der Platz sei mit einem eigenen Aufzug direkt an Notfallambulanz und Intensivstation angebunden. Wenn Patienten mit einem Hubschrauber in eine Klinik gebracht werden, müsse zwischen Primär- und Sekundärflügen unterschieden werden. Von einem Primärflug spricht man, wenn Patienten zum Beispiel nach einem Unfall in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Mit einem Sekundärflug hingegen werden Patienten verlegt. Das Ziel hierbei sind in den meisten Fällen Spezialkliniken oder -zentren. Das St. Elisabeth-Krankenhaus, ein Haus der Grund- und Regelversorgung, komme auf etwa zehn dieser Flüge im Jahr.

Problematisch für die Helfer seien Gaffer, die die Arbeit der Rettungskräfte behindern ebenso wie Leute, die absichtlich (Souvenir) oder unabsichtlich den Hubschrauber beschädigen, betont die ADAC-Sprecherin. Gefährlich werden könne es aufgrund des gefährlichen Abwindes auch, wenn Leute sich bei der Landung dem Hubschrauber nähern. Hinzu komme, dass die medizinische Vorgeschichte des Patienten häufig unbekannt sei, wichtig für weitere Behandlung, Patienten häufig nicht ansprechbar Die Umstrukturierung der regionalen Leitstellen in leistungsfähige überregionale Großleitstellen trage dazu bei, den Rettungsdienst im Allgemeinen und die Luftrettung im Besonderen zielgerichtet zu steuern und zu optimieren, betont Schikora.

Von Cornelia Lachmann

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