Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Einsicht statt Verbot: Handygebrauch in Leipziger Schwimmbäder gestattet
Leipzig Lokales Einsicht statt Verbot: Handygebrauch in Leipziger Schwimmbäder gestattet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:51 23.05.2017
Ein Handyverbot für Freibadbesucher gibt es in Leipzig nicht – dem Badespaß steht also nichts im Weg.  Quelle: André Kempner
Anzeige
Leipzig

 Wer sich dem technischen Fortschritt nicht bewusst verweigert, der hat inzwischen stets eine hochauflösende Kamera dabei: Das Smartphone als treuer Begleiter im Alltag wirft immer wieder neue Probleme auf – auch in sensiblen Bereichen wie im Freibad. Einige Badbetreiber, unter anderem der eines Waldschwimmbades in Offenbach, haben deshalb in diesem Jahr strenge Fotografierverbote eingeführt: Das Mobiltelefon bleibt entweder in der Tasche oder die Kameralinse wird mit einem speziell dafür entwickelten Sticker zugeklebt.

Martin Gräfe ist über dieses Vorgehen ein wenig verwundert. „Dieser Punkt ist schon seit vielen Jahren in unserer Hausordnung festgehalten, das ist also kein neues Phänomen“, erklärt der Leiter des Badebetriebes in Leipzig. Das Recht am eigenen Bild, wie es in jedem Lebensbereich besteht, gelte auch und besonders dort, wo sich Menschen teilweise oder gänzlich entblößen – also beispielsweise im Freibad.

Kein generelles Handyverbot in Leipzig

Im Gegensatz zum Offenbacher Waldbad bestehe in Leipzig aber kein generelles Handyverbot, versichert Gräfe. Lediglich das Fotografien und Filmen fremder Personen und Gruppen ohne deren Einwilligung ist nicht gestattet und so auch in Punkt zehn der Hausordnung festgehalten. Ein Familienportrait oder ein Selfie ist also möglich, solange sich keine weiteren Personen – vor allem Kinder – auf dem Bild befinden.

„Wenn jemand über die Wiese läuft und ein Video aufnimmt, ist das natürlich eine andere Sache“, so Gräfe. „So etwas kommt aber nur sehr selten vor. Die Besucher melden solche Fälle dann dem Aufsichtspersonal, die das Gespräch mit den Filmenden suchen.“ Gleiches gelte beispielsweise für Aufnahmen im Schwimmbecken, die dank wasserdichter Telefone immer einfacher möglich sind.

Umfrage: Foto-Verbot im Freibad?

Dass die speziellen Siegelaufkleber für Smartphone-Kameras etwas nutzen, sieht Gräfe eher kritisch: „Wer will die Gäste davon abhalten, den Aufkleber abzunehmen und trotzdem Fotos zu schießen?“ Stattdessen werde auf freiwillige Einsicht gesetzt. Theoretisch sei bei einem Verstoß auch ein Hausverbot möglich, im schlimmsten Falle könnte die Polizei zurate gezogen werden, um das Smartphone auf unerlaubte Bilder zu kontrollieren. „Uns sind aber keine Fälle bekannt, in denen sich die Gäste nicht einsichtig zeigten“, bekräftigt der 36-Jährige.

Kein Unterschied zu Badeseen

Wer sich lieber am Badesee vergnügen will, für den gelten die gleichen Regeln: Auch hier hat jeder Besucher das Recht am eigenen Bild und darf deshalb nicht ungefragt fotografiert werden. Gräfe dazu: „Der Unterschied ist lediglich, dass es dort keine Hausordnung und keine Instanz gibt, die diese durchsetzt.“ Etwaige Konflikte zwischen Knipsern und Geknipsten müssten deshalb persönlich geklärt werden – oder notfalls mithilfe der Polizei.

Von Christian Neffe

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Badesaison steht vor der Tür, da kommt diese Nachricht gerade rechtzeitig: Die Wasserqualität an sächsischen Badestellen ist vielerorts ausgezeichnet. Auch in Leipzig wurden einige Seen getestet.

23.05.2017

50.000 Besucher werden zu den Kirchentagen erwartet, hinzu kommen zwei große Konzerte und eine Demonstration: Autofahrer in Leipzig müssen in den kommenden Tagen mit diversen Sperrungen rechnen.

23.05.2017

Älteren Fahrgästen der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) kann man offenbar raten, sich sofort nach Betreten einer Straßenbahn irgendwo festzuhalten. Denn dass die 79-jährige Barbara Sturm das nicht tat (allerdings auch nicht tun konnte), wird ihr nun zum Nachteil.

26.05.2017
Anzeige