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Lokales Einstige Tanzgaststätte entsteht wieder neu
Leipzig Lokales Einstige Tanzgaststätte entsteht wieder neu
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00:29 13.05.2018
Ortstermin an der Baugrube: Bauleiter Mario Rui Alves (links) und Architekt Anuschah Behzadi. Quelle: André Kempner
Wiederitzsch

Das Hafenquartier Mitte in Berlin trägt seine Handschrift genau so wie die Residenz des Deutschen Botschafters in Tokio oder die neue Reise- und Konsularstelle in Teheran, das Goethe-Institut in Lissabon wie auch das künftige neue Haus Wiederitzsch – die des Architekturbüros Behzadi und Partner Architekten BDA. Doch wie passt das letztgenannte Gebäude in diese glanzvolle Galerie? „Ich bin sehr froh, dass wir als Leipziger Büro diesen Auftrag für meine Heimatstadt bekommen haben“, so Anuschah Behzadi, der mit der Sanierung des Gebäudes vielen Leipzigern eine Zeitreise in die Vergangenheit ermöglicht – wie unter anderem auch mit dem Bau der Rotunde für Yadegar Asisis Mauer-Panorama in Berlin.

Hotel und Restaurant entstehen

Regelmäßig wird er mit Projektleiter Mario Rui Alves Martins auf der Baustelle in Wiederitzsch gesichtet, wo mittlerweile die Grundplatte für den Keller des Neubaus betoniert wurde. Auf dieser Fläche, einst Standort des im vorigen Jahr abgebrochenen Tanzsaals, soll ein Drei-Sterne-Hotel mit 52 Zimmern entstehen, eines davon rollstuhlgerecht und fünf barrierefrei. Im Gebäude entlang der Straße und in einem Verbindungsbau wird ein Restaurant mit Freisitz untergebracht, wobei insgesamt 150 Gäste bewirtet werden können.

Originalfassade favorisiert

Monatelang umstritten war die Fassade des einstigen Gasthofs in der Delitzscher Landstraße 47. Leipzigs Denkmalschützer sprachen sich dafür aus, den gegenwärtigen Zustand zu erhalten und zu sanieren – was bedeutet hätte, einen Umbau des Hauses aus den Dreißigerjahren des vorigen Jahrhunderts festzuschreiben. Behzadi dagegen favorisierte die Wiederherstellung des Originals – die Fassade also exakt wieder so zu erstellen, wie sie ab 1888 existierte, als das einstige „Bergschlößchen“ gebaut wurde. Schließlich schlossen sich die Denkmalschützer im Rathaus der Meinung des Architekten an, und es konnte mit Hochdruck weitergearbeitet werden.

Eröffnung für Frühsommer 2019 geplant

Demnächst sollen Restauratoren die Fassade prüfen und herausfinden, welche Farben ursprünglich verwendet wurden. Die Fachleute könnten so praktisch die historischen Schichten lesbar machen und Empfehlungen für den Einsatz von Anstrichmaterialien geben. In den Sommermonaten folgt der Hochbau, im Winter 2018/19 dann der Innenausbau. „Wenn das Wetter mitspielt, könnte der Eigentümer, eine Leipziger Gastronomen GmbH, Hotel und Restaurant im Frühsommer kommenden Jahres eröffnen“, kündigt der Architekt an, der 1959 als Sohn persischer Eltern in Leipzig zur Welt kam. Von Vorteil sei, dass das Haus unmittelbar an der Endstelle der Linie 16 liegt, also sowohl die Neue Messe als auch Leipzigs Innenstadt auf direktem Wege für die Hotelgäste erreichbar seien.

International geschätzter Architekt

Doch so gern Anuschah Behzadi Projekte für seine Heimatstadt auf dem Schirm hat – als Beispiele seien die Kita der Internationalen Schule oder auch rückseitige Neubau am Petershof genannt –, so sehr liebt er es, im Ausland zu bauen. Darauf nahm er schon mit seiner Diplomarbeit Kurs, die sich mit dem „Planen und Bauen in heißtrockenen Zonen des Irans“ beschäftigte. Mittlerweile haben er und die Mitarbeiter seines 1999 gegründeten Büros mit Sitz in der Nikolaistraße und Dependancen in Berlin und Teheran schon in Portugal, Mexiko, Malawi, Togo, Japan, Spanien, Mauretanien, im Irak und im Iran ihre architektonischen Spuren hinterlassen.

Von Andrea Richter

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