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Einweisung von 31 Hunden: Tierschützer erheben Vorwürfe gegen Veterinäramt Leipzig

Einweisung von 31 Hunden: Tierschützer erheben Vorwürfe gegen Veterinäramt Leipzig

Emotionale Reaktionen auf allen Seiten: Nach dem Bericht über 31 Hunde, die vom Veterinäramt aus einer Wohnung im Leipziger Osten sichergestellt und ins Tierheim Breitenfeld eingewiesen wurden, meldete sich jetzt die Halterin der Tiere bei LVZ-Online.

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31 Hunde wurden aus einer Wohnung in Leipzig sichergestellt und ins Tierheim eingewiesen.

Quelle: Tobias Ossyra

Leipzig. Während die 43-Jährige unter Tränen beteuerte, sich gut um die Hunde gekümmert zu haben, wirft die Tiernothilfe-Leipzig e.V. dem Veterinäramt vor, nur sehr zögerlich eingegriffen zu haben.

Tiernothilfe-Vorsitzende Katrin Thiemicke wollte der Stadt echte Argumente an die Hand geben. Schon früher hatte sie deshalb bei der Halterin vorgegeben, einen Hund kaufen zu wollen. Den Zustand der Wohnung beschreibt sie so: "Überall waren Räume mit Spanplatten abgeteilt, in denen die Hunde hausten. Der Boden war mit Zeitungen ausgelegt, es hat gestunken." Schon Tage vor der Räumung hätten die Tierschützer täglich Testkäufer in die Wurzner Straße geschickt.

Jedesmal seien andere Hunde präsentiert worden, und immer habe man das Veterinäramt über die wahrscheinliche Anzahl der Hunde in der Wohnung dort informiert, so Tiernothilfe-Freundin Heidi Börner. Am Abend des 6. Juli griffen Polizei und Stadt gemeinsam ein. "Ich kann einfach nicht nachvollziehen, warum es so lange gedauert hat, bis das Veterinäramt gehandelt hat", sagte Tiernothilfe-Vorsitzende Katrin Thiemicke. Das Veterinäramt wollte sich am Mittwoch zu den Vorgängen im Zusammenhang mit der Aktion am 6. Juli nicht äußern und verwies auf ein laufendes Verfahren.

Tierhalterin: "Tiere waren nicht sich selbst überlassen"

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Das Tierheim Breitenfeld kann nach der Einweisung von 31 Hunden keine weiteren Hunde von Privathaltern aufnehmen.

Quelle: Tobias Ossyra

Aus Sicht der Tierschützer deutet vieles auf Tierhandel hin. Die Halterin Susanne B.* (Name von der Redaktion geändert) bestreitet das. Immer wieder bezeichnete sie die Hunde als ihre Familie. "Und die gibt man doch nicht weg", sagte sie. Welpen hätte sie zum Verkauf angeboten, um den Unterhalt für die restlichen Tiere in der 112 Quadratemeter großen Wohnung zu sichern. "Ich habe nicht das große Geld mit den Tieren gemacht", sagte sie gegenüber LVZ-Online, sprach von kostspieligen Operationen wie für den Pekingesen "Sushi", der ein Auge verloren hatte, als sie ihn aufnahm.

Am Ende seien zu viele Hunde in der Wohnung gewesen, das sehe sie ein, sagte Susanne B. Dagegen besteht sie darauf, sich um die Hunde gekümmert zu haben. Zum Gassi-Gehen hätte sie die Hunde in ihren Kombi gepackt und sei "aufs Feld" mit ihnen gefahren. "Ich bin erwerbsunfähig und zu Hause. Ist doch nicht so, dass die Tiere sich selbst überlassen gewesen wären."

Tierheimleiter: "Tierquälerei beginnt bei nicht artgerechter Haltung"

Michael Sperlich, Leiter des Tierheims in Breitenfeld, hat dazu eine eindeutige Meinung. Solche Äußerungen "entwerfen ein vollkommen falsches Bild von dem Sachverhalt". Susanne B. habe "eklatant gegen das Bundestierschutzgesetz verstoßen". Tierquälerei fange dort an, wo Tiere nicht artgerecht gehalten würden. Schon das ordentliche Ausführen der Hunde in so einem großen Rudel hält er für unmöglich, das Zusammenleben in der Wohnung sei permanenter Stress gewesen. "Freiwillig würden Hunde nie eine so große Sozialgruppe bilden", erklärte er.

Tierschützer: "Auflagen regelmäßig kontrollieren"

Susanne B. kann nach eigenen Angaben ihre leere Wohnung nicht betreten: "Das ist, als ob meine Familie weg ist", sagte sie. Die 43-Jährige wohnt vorübergehend bei Freunden. Zwei Hunde durfte sie behalten: Ein Collie und ein betagter Pudel leben in ihrer Obhut. Dass die anderen Hunde unwiederbringlich verloren sind, könne sie wohl nicht mehr ändern. "Ich habe keinen Einspruch eingelegt", sagte sie am Mittwoch.

Der Tiernothilfe-Leipzig e.V. betont, dass das Veterinäramt vor Jahren schon einmal gegen die Frau vorgegangen sei. Sie hätte auch Auflagen erhalten, "und die müssen doch wohl regelmäßig kontrolliert werden", schimpfte Vereinsvorsitzende Katrin Thiemicke. Für sie ist das Problem Wurzner Straße auch jetzt nicht aus der Welt. Die Tierschützer vermuten, dass auf dem Gelände in einer weiteren Wohnung und einem Nebengebäude ebenfalls eine große Anzahl Hunde gehalten werden.

Evelyn ter Vehn

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