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Lokales Eisenbahnstraße: Stadt und Polizei sagen Kriminellen den Kampf an
Leipzig Lokales Eisenbahnstraße: Stadt und Polizei sagen Kriminellen den Kampf an
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18:51 28.06.2016
OBM Burkhard Jung sagte am Dienstag kurzfristig einen Rundgang durch die Eisenbahnstraße und den Leipziger Osten ab. Quelle: dpa
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Leipzig

Der Krieg der Rockerbanden in der Eisenbahnstraßen zieht immer mehr Kreise: Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) sagte am Dienstag kurzfristig einen schon länger angekündigten Rundgang mit Medienvertretern im Leipziger Osten ab, denen er die Erfolge der Stadtpolitik erläutern wollte. Die Polizei plane eine „Razzia“ in der Eisenbahnstraße und deshalb sei man übereingekommen, den Rundgang nicht durchzuführen, erklärte das Stadtoberhaupt einem Dutzend Journalisten, die sich am Nachmittag im Café „Petit Paris“ in der Rosa-Luxemburg-Straße eingefunden hatten.

„Die Ereignisse in der Eisenbahnstraße erfüllen uns mit großer Sorge“, so Jung mit Blick auf die Auseinandersetzung am Wochenende, bei der ein Rocker getötet und zwei weitere verletzt wurden. In der Eisenbahnstraße habe sich „Schwerstkriminalität“ und „organisierte Kriminalität“ ausgebreitet. Er habe deshalb am Dienstagmorgen mit Polizeipräsident Bernd Merbitz telefoniert, der im Urlaub ist. „Ich habe ihn gebeten, eine wesentlich stärkere Videoüberwachung zu organisieren, um einen besseren Zugriff im öffentlichen Raum zu ermöglichen“, gab der OBM bekannt. Die Polizei werde dies jetzt mit Unterstützung der Stadt in Dresden beantragen.

"Müssen mit der ganzen Härte des Gesetzes vorgehen"

Bei dem Telefonat sind Jung und Merbitz auch übereingekommen, die Polizeipräsenz länger aufrecht zu erhalten. „Das wird so lange geschehen, wie es notwendig ist“, so Jung.  „Wir müssen mit der ganzen Härte des Gesetzes vorgehen. Dann bin ich ganz zuversichtlich, dass wir das wieder in den Griff bekommen.“

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Gleichzeitig widersprach er Einschätzungen, nach denen die Eisenbahnstraße bereits unwiederbringlich „gekippt“ sei, weil sich dort neben den Rockern auch die Drogenszene verfestigt und Spielhöllen etabliert haben. Der Drogenhandel habe  nicht zugenommen, sagte Jung. „Das war vor sieben, acht Jahren auch so wie heute.“ Zugenommen habe in der Straße die Zahl der ausländischen Gewerbetreibenden. „Aber bei ihnen gibt es unterschiedliche Qualitäten. Ganz normale Händler und zwielichtige Gestalten.“

Laut Jung geht die Polizei davon aus, dass im Viertel an der Eisenbahnstraße „eine Anzahl von Menschen wohnt, die nicht gemeldet sind“. Auf Nachfrage, ob sich an der alten Leipziger Einkaufsmeile eine Parallelgesellschaft gebildet habe, die sich abschottet und nach eigenen Regeln lebt, widersprach er aber. „Ich sehe noch keine Parallelgesellschaft, aber wir müssen aufpassen.“ Jung hält an den Plan fest, am Rabet – also direkt an der Eisenbahnstraße – eine städtische Schwimmhallen zu errichten.

Das Stadtoberhaupt widersprach auch Vermutungen, dass der Immobilienboom im Leipziger Osten auf Geldwäsche im großen Stil beruhen könnte. Dafür habe er „keine Erkenntnisse“, sagte Jung. Die Grundstückpreise dort sind im vergangenen Jahr bis zu 70 Prozent gestiegen. Die Kaufpreissammelstelle der Stadt hat festgestellt, dass im Leipziger Osten besonders viele Ausländer Immobilien erwerben.

Andreas Tappert

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