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Lokales Eisvogel bremst Bootsverkehr in Leipzig aus – Paddeln zum Cossi kaum noch möglich
Leipzig Lokales Eisvogel bremst Bootsverkehr in Leipzig aus – Paddeln zum Cossi kaum noch möglich
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22:17 16.04.2014
Eisvogel auf Nahrungssuche. Quelle: dpa
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Leipzig

Der Floßgraben ist die einzige Wasserverbindung zwischen der Leipziger Innenstadt und dem beliebten Ausflugsziel Cospudener See.

Motorboote dürften das Gewässer bis zum 15. August gar nicht mehr befahren, muskelbetriebene Boote wie zum Beispiel Kanus täglich nur von 11 bis 13 Uhr sowie von 16 bis 18 Uhr, teilte die Stadt am Mittwoch mit. Die Regelung betrifft die komplette Strecke zwischen der Einfahrt Waldsee Lauer in Markkleeberg und der Einmündung des Floßgrabens in die Pleiße. In den Uferbereichen dürfen auch Hunde nicht mehr frei laufen.

Der Eisvogel ist eine streng geschützte Brutvogelart. Die Stadt ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz zu Schutzmaßnahmen der Tiere verpflichtet, teilte das Leipziger Amt für Umweltschutz mit.

Leipzigs Linken-Fraktion im Stadtrat reagierte positiv auf die, nach eigenen Angaben, maßvolle Regelung: „Die Entscheidung kann aus unserer Sicht eine gute Grundlage darstellen, damit Bootsverleiher und Vertreter der Umweltverbände in einen direkten Dialog treten und ein gegenseitiges Verständnis erzeugt wird“, sagte ihr Vorsitzender Sören Pellmann.

Paddler auf dem Floßgraben im Wildpark. Quelle: Wolfgang Zeyen

Jedoch hatten sich im März acht Bootsverleiher, der SC DHfK, der Verein Wasserstadt sowie der Anglerverband mit einem gemeinsamen Brief an Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) gewandt. Darin forderten sie, ab der Saison 2015 dem Eisvogel „Brutmöglichkeiten außerhalb des Floßgrabens“ anzubieten.

Zur Begründung ihrer Position führten die Verleiher an, dass sich der Eisvogel überhaupt erst wieder nach einer Entschlammung 2006 am Floßgraben angesiedelt habe. Der Paddlerbetrieb auch nach Eröffnung der Connewitzer Schleuse 2011 habe ihn nicht von diesem Wasserweg vertrieben. Jedoch beklagten die Verleiher Umsatzeinbußen von bis zu 70 Prozent im vergangenen Jahr - durch das Hochwasser im Juni sowie die weitgehende Sperrung des Floßgrabens.

Im Leipziger Auwald kollidieren die Naturschutzbelange mit dem Interesse der Stadt, die neuen Tagebauseen im Südraum Leipzig touristisch zu nutzen.

Anne Grimm

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