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Lokales Eiszapfen halten Leipziger Feuerwehr in Atem
Leipzig Lokales Eiszapfen halten Leipziger Feuerwehr in Atem
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16:05 11.01.2010
Eiszapfen an Straßenlaternen oder Dachrinnen sind eine Gefahrenquelle. Quelle: André Kempner

62 Einsätze fuhren die Kameraden allein am Montagvormittag. Mehrere Kilogramm schwer können die Ungetüme werden.

„Dabei spielt es eigentlich kaum eine Rolle, wie schwer ein Eiszapfen ist. Wenn er aus einer Höhe von zehn oder zwölf Metern herunterstürzt, ist die Gefahr sehr groß“, sagt Karl-Heinz Schneider, Chef der Leipziger Feuerwehr. In diesem Jahr habe man es mit einer echten Extremsituation zu tun. „So etwas habe ich in meinen acht Jahren in Leipzig noch nicht erlebt. Verletzt worden ist aber zum Glück bisher niemand“, so Schneider. Torsten Müller vom Deutschen Wetterdienst hingegen meint: „Die Eiszapfen sind kein größeres Phänomen als sonst und zu dieser Jahreszeit nicht ungewöhnlich.“

Die Floriansjünger sind praktisch permanent im Einsatz, um die Eiszapfen abzuschlagen. Gerufen werden sie von Hausverwaltungen, -bewohnern oder Passanten. Ganz billig ist die Sicherheit jedoch nicht: 420 Euro müssen Gebäudeeigentümer pro Einsatz der Feuerwehr berappen. Zusätzlich erschwert wird die Arbeit durch die widrigen Straßenverhältnisse, die das Erreichen der Einsatzorte oftmals nicht ganz einfach machen.

Laut Stadtordnungsdienst können Hauseigentümer haftbar gemacht werden, wenn durch unfreiwilligen „Besitz" eines Eiszapfens ein Bürger verletzt wird. Stellt der Eigentümer jedoch ein Schild auf und weist auf eine Gefahrenstelle hin, besteht auch kein Haftungsgrund mehr.

Wie lange die Zapfen noch ein solch großes Problem darstellen, ist bisher nicht abzuschätzen. „Solange die Temperaturen so tief sind, müssen wir uns damit beschäftigen“, sagt Karl-Heinz Schneider. Eiszapfen können entstehen, wenn durch aufsteigende Wärme Schnee auf Dächern taut. Wer eine potenzielle Gefahr bemerkt, sollte nicht zögern, die Notrufnummer (112) der Feuerwehr zu wählen.

Johannes David

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