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Elefantenkuh Thura trägt ihr totes Junges noch im Bauch

Jahresrückblick im Zoo Leipzig Elefantenkuh Thura trägt ihr totes Junges noch im Bauch

Die Besucherzahlen toppen die bisherigen Prognosen - für den Zoo Leipzig war 2016 erneut ein sehr erfolgreiches Jahr. Es gab aber auch dramatische Momente, etwa die Flucht der beiden Löwen. Auch die missglückte Geburt bei Elefantenkuh Thura hat noch ein Nachspiel.

Elefantenkuh Thura trägt ihr totes Junges noch im Leib (Archivbild).

Quelle: Zoo Leipzig

Leipzig. Sie könnten wie einst Opossum Heidi neue Stars im Gondwanaland werden: Der Leipziger Zoo will ab 2017 australische Bilbys im Vulkanstollen halten. Das sind Große Kaninchennasenbeutler – und damit die ersten in Europa. Das kündigte Zoodirektor Jörg Junhold am Freitag an, der Bilanz zog und aufs kommende Jahr vorausschaute. Ein Wermutstropfen: Die Ticketpreise steigen in der Sommersaison. Freiwillig will der Zoo zudem um einen Artenschutz-Euro bitten.

Junhold blickt auf ein sehr erfolgreiches Zoojahr zurück, für das etwa 50.000 Besucher mehr als im Vorjahr prognostiziert werden (2015: 1,66 Millionen). Es gab zahlreiche Nachzuchten von vom Aussterben bedrohter Arten wie Schabrackentapire, Eulenkopfmeerkatzen oder Stumpfkrokodile, aber auch Schattenseiten wie die missglückte Geburt bei Elefantenkuh Thura, die ihr totes Kalb noch immer im Leib trägt. „Das ist nicht ungewöhnlich, es geht ihr gut. Wir warten die natürliche Geburt ab und hoffen, dass es in der Brunftzeit herausgepresst wird“, so Junhold. Nicht zu vergessen das Drama um den erschossenen Löwen. Mittlerweile hat Löwe Majo eine neue Partnerin Kigali. Beide Tiere, die derzeit abwechselnd in der einsehbaren Höhe zu sehen sind, sollen so schnell wie möglich zusammengeführt werden. Derzeit läuft der Umbau der Freiluft-Löwenanlage, die der Freundeskreis des Zoos mit 80.000 Euro fördert. Bis Mitte Dezember soll dieser fertig sein.

Neue Projekte: Eine neue Himalaya-Hochgebirgswelt entsteht bis Sommer 2018, nach Planungen und Abbrucharbeiten beginnt der Bau dafür im kommenden Frühjahr (Kosten: 5,2 Millionen Euro). In die Anlage ziehen Schneeleoparden und Rote Pandas ein. Die große Geier-Voliere bekommt ebenfalls eine Frischzellenkur und wird begehbar fürs Publikum gestaltet. Anschließend wird der Bauabschnitt Feuerland umgesetzt (bis 2020). Das wird eine Wasserwelt für Pinguine und Robben. Geplant ist ein begehbarer 360-Grad-Unterwassertunnel, damit Besucher die Tiere beim Tauchen beobachten können.

Neue Tiere: Kronenmakis aus Madagaskar ziehen 2017 ins Gondwanaland ein und ersetzen die Löffelhunde, die für Besucher nicht so attraktiv sind. Sie gelten ebenso wie die aus Australien stammenden Großen Kaninchennasenbeutler als gefährdet. Im Dezember wird ein zweites Komodowaran-Paar erwartet. Noch etwas gedulden müssen die Besucher sich hingegen, bis ein zweiter Koala kommt. Das verzögert sich. „Wir halten aber auf jeden Fall an unserer Planung fest, ein Zuchtpaar zu bekommen“, erklärte Junhold. Noch in diesem Jahr werde die Haltung von Dallschafen beendet, um Platz für die Bauarbeiten zu schaffen. Die Wildpferde ziehen Anfang 2017 in die dann umgebaute ehemalige Nashornanlage. Anstrengen wolle der Zoo sich bei der Zucht: So wird beispielsweise in der Elefantenherde auf den Jungbullen Voi Nam „gesetzt“.

Selten und putzig: Bilbys (Macrotis lagotis), auch als Großer Kaninchennasenbeutler bekannt, ziehen 2017 ins Gondwanaland des Leipziger Zoos.

Selten und putzig: Bilbys (Macrotis lagotis), auch als Großer Kaninchennasenbeutler bekannt, ziehen 2017 ins Gondwanaland des Leipziger Zoos.

Quelle: dpa

Neue Preise: Die Karte kostet für Erwachsene ab der Sommersaison 20 statt bisher 18,50 Euro, die Familienkarte wird drei Euro teurer und kostet dann 50 Euro, Kinder ab 6 Jahren müssen 12 Euro bezahlen (bisher 11 Euro). Die Jahreskarte für einen Erwachsenen kostet bereits ab Januar 75 statt bisher 70 Euro. „Mit diesen Preisen liegen wir gleichauf mit den großen vergleichbaren Zoos“, sagte Junhold. Die Winterpreise bleiben übrigens gleich. Eine Neuerung gibt es beim Abendtarif, der statt 1,5 Stunden künftig drei Stunden vor Schließung gilt. Das neue Preissystem bringt eine weitere Neuerung mit sich: Einen freiwilligen Artenschutz-Euro, der bei jedem Ticketkauf extra gezahlt werden kann.

Neue Herausforderungen: Der Umbau des „Zoos der Zukunft“ dauert länger als ursprünglich geplant – bis 2022. Wie bereits berichtet, kostet der weitere Ausbau 16 Millionen Euro mehr als geplant. 2012 war noch von 72,5 Millionen Euro die Rede. Grund sind höhere Baukosten, gestiegene Anforderungen an den Brand- und Denkmalsschutz sowie strengere Anforderungen an die Haltung von Wildtieren. Der Zoo muss aber auch bestehende Anlagen wie das 1909 errichtete Aquarium sanieren. „Wir werden nächstes Jahr die Planung dafür beginnen“, so der Zoochef. Die Meerwassertechnik stamme von 1985 und sei verschlissen, nannte er ein Beispiel.

Von Mathias Orbeck

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