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Lokales Elfgeschosser im Zentrum Leipzig-Grünaus wird stillgelegt - Anwohner wehren sich
Leipzig Lokales Elfgeschosser im Zentrum Leipzig-Grünaus wird stillgelegt - Anwohner wehren sich
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21:25 26.11.2012
Die Wogetra will 150 Wohnungen in der Breisgaustraße 67 bis 73 stilllegen. Quelle: Christian Nitsche
Leipzig

Dabei steht dieses Haus in dem Teil der Großsiedlung mit 40.000 Einwohnern, für die vor fünf Jahren Abrisse kategorisch ausgeschlossen wurden.

 Mehr als 10.000 Wohnungen wurden schon in Grünau geschleift. Damit die Mieter nicht in ständiger Unsicherheit leben, ob ihr Haus vielleicht das nächste ist, beschloss der Stadtrat im Juli 2007 eine bis zum Jahr 2020 gültige Strategie. Demnach dürfen Gebäude in den „Kernbereichen“ nicht abgerissen werden, hingegen gibt es dafür im „Stadtumbaugürtel“ wie zum Beispiel in Schönau Fördermittel.

Die Breisgaustraße liegt komplett im größten „Kernbereich“, der die Wohnkomplexe 4 und 5.2 umfasst. Umso mehr empört die dortigen Mieter, dass sie nun trotzdem ausziehen sollen. „Wir ergeben uns nicht kampflos, lassen uns nicht stilllegen“, sagen Gerda (71) und Wolfgang Küstermann (75), die gerade zu einer Mieterversammlung auf dem Trockenboden ihres Elfgeschossers einluden. Mehr als 100 Grünauer kamen. Alle unterschrieben einen Brief, den der Wogetra-Vorstand am Montag erhalten sollte.

Während andere Genossenschaften in der Nachbarschaft investierten, habe die Wogetra den hohen Leerstand in der Breisgaustraße selbst verschuldet, lautet nur einer der Vorwürfe. „Die Wohnungen wurden gar nicht oder nur befristet vermietet“, erzählt Wolfgang Küstermann. „Dabei haben wir Fahrstühle, die in jeder Etage halten, für Grünau auch ungewöhnlich große Balkone, eine gute Infrastruktur mit Allee-Center, S-Bahn-Station, Schwimmhalle, Ärzten ganz in der Nähe.“ Nach dem Scheitern früherer Rückbau-Pläne hätten die Wogetra-Chefs 2007 und noch mal 2010 ihren Mitgliedern schriftlich versichert, dass die Breisgaustraße aufgewertet und wieder vermietet wird, berichtet Gerda Küstermann. „Alles leere Versprechen.“

Wogetra-Vorstand Tobias Luft betont, dass ab 6. Dezember - wenn eine Musterwohnung zur Anschauung für Umzugswillige öffnet - mit jedem Mieter individuell nach Lösungen gesucht werde. Von den 150 Wohnungen, die „bis spätestens Ende 2015“ stillgelegt sein sollen, seien nur noch 90 genutzt. Sie lägen in der Mitte eines Blocks mit 450 Wohnungen, der wirtschaftlich nicht mehr anders zu betreiben sei. „Wir investieren auch weiter in Grünau, doch es gibt einfach zu wenig Zuzüge von außen.“

Die Kommune lehnt Stilllegungen in den „Kernbereichen“ strikt ab, weil sie nur neue Unsicherheiten brächten, so Karsten Gerkens vom Amt für Stadterneuerung. Verhindern könne die Stadt dort aber nur Abrisse.

Jens Rometsch

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