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Lokales Eltern beklagen Misstände an Leipziger Grundschule
Leipzig Lokales Eltern beklagen Misstände an Leipziger Grundschule
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00:19 01.07.2017
Eltern berichten über gravierende Missstände in der Grundschule Miltitz. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Anbrüllen, beschimpfen, schlagen – die Vorwürfe, die Eltern gegenüber einigen Lehrern der Grundschule Miltitz erheben, sind gravierend. „Manche schreien die Kinder den gesamten Unterricht über an“, heißt es von einem Mitglied aus dem Elternrat der Bildungsstätte in der Großmiltitzer Straße. Beleidigungen wie „Arschloch“ oder „Du bist doch dumm“ sollen gefallen sein. Die zuständige Bildungsagentur will nun das Gespräch mit Ratsvertretern suchen.

Besonders brisant: Ein Lehrer, so der Vorwurf, sei handgreiflich geworden, habe sich bereits mehrfach zu körperlichen Übergriffen hinreißen lassen. Eltern berichten von Schlägen und sexueller Belästigung. „Meine Tochter sagte mir eines Abends, dass er sie geküsst und gestreichelt hat und sie im Unterricht auf seinem Schoß sitzen musste. Ihr sei sehr unwohl dabei gewesen“, erzählt eine Mutter (Anmerkung: Name der Redaktion bekannt) und die daraufhin kürzlich Anzeige bei der Leipziger Polizei erstattet habe. Behördensprecher Uwe Voigt bestätigte auf Nachfrage den Eingang einer solchen Anzeige: „Die ist taufrisch, über online gekommen. Die Kollegen beschäftigen sich mit dem Fall. Mehr kann ich dazu nicht sagen.“

Von der Schulleitung fühlen sich die betroffenen Eltern im Stich gelassen. „Direktorin Jana Brauer hat es nicht nur versäumt, sich schützend vor ihre Schüler zu stellen und diesen Vorfällen nachzugehen“, schimpft ein Vater – auch sein Name ist der Redaktion bekannt – in einem Leser-Schreiben, das der LVZ vorliegt. Das Gegenteil sei der Fall. Brauer soll betroffenen Kindern ein Fehlverhalten unterstellt und geraten haben, zum Psychiater zu gehen. Außerdem würde sie Lehrkräfte, die etwas gegen die vermeintlichen Kindswohlgefährdungen unternehmen wollen, massiv bedrängen und so letztlich ein „Klima der Angst“ unter Schülern und Lehrern aufrechterhalten, meint der Vater und fügt hinzu: „Wir wissen nicht mehr weiter. Haben einiges probiert. Wollten Kommunikation statt Konfrontation. Aber alles blieb fruchtlos.“

Zu einer persönlichen Stellungnahme gegenüber der LVZ ist die Schulleiterin nicht bereit. „Ich sage dazu gar nichts“, erwidert Brauer auf eine entsprechende Anfrage. Sie sei Angestellte bei der Sächsischen Bildungsagentur und damit nicht autorisiert, sich zu den erhobenen Vorwürfen öffentlich zu äußern.

Die Leipziger Regionalstelle der Bildungsagentur beteuert, alle Hinweise und Anschuldigungen sehr ernst zu nehmen. Etwas Konkretes zu den mutmaßlichen Missständen in der Grundschule will aber auch sie nicht ausführen. Nur so viel: „Wir sind um Aufklärung bemüht. Es wird nichts unter den Teppich gekehrt und vertuscht, wenn sich die Vorwürfe erhärten sollten“, betont Roman Schulz. Der Sprecher bestätigt, dass es bereits ein Gespräch zwischen einem Elternratsvertreter und der Schulleitung gegeben habe.

Von Seiten der Behörde sei aktuell vorgesehen, die Vorsitzende des Elternrates Susanne Morgenstern und ihren Stellvertreter Stefan Zeußel zu einem Treffen in die Bildungsagentur in Leipzig einzuladen. Daran teilnehmen sollen die zuständige Abteilungsleiterin, der zuständige Referatsleiter und die Schulreferentin, so Schulz abschließend.

Matthias Klöppel

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