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Eltern der Leipziger Kita „Entdeckerparadies“ starten Petition wegen Bausanierung

Kita-Problem Eltern der Leipziger Kita „Entdeckerparadies“ starten Petition wegen Bausanierung

Die Kita „Entdeckerparadies“ im Leipziger Stadtteil Sellerhausen wird bald wegen Sanierungsarbeiten geschlossen. Noch immer ist jedoch unklar, wo ein Großteil der Kinder dann betreut wird. Viele Eltern fühlen sich hilflos und im Stich gelassen.

Kämpfen dafür, dass ihre Kinder gemeinsam eine neue Bleibe finden: Vicky Lange, Nicole Gasch, Kati Leiding, Frank Günter Fritsche, Yvonne Domann und Anett Braungardt (von links).

Quelle: André Kempner

Leipzig. „Es liegt uns sehr am Herzen, dass die Kinder zusammenbleiben“, versichert Yvonne Domann inständig. Die 28-jährige Mutter ist in großer Sorge. Die Kita „Entdeckerparadies“ in der Leonhard-Frank-Straße in Sellerhausen wird spätestens ab Juni zeitweise geschlossen. Eine dringend notwendige Bausanierung steht an. Wo ihr Nachwuchs dann betreut werden soll, ist jedoch noch immer unklar. Deshalb hat sie zusammen mit anderen Eltern die Initiative „Kinderland 2000“ ins Leben gerufen und vor kurzem sogar eine Petition gestartet. „Um nicht mehr als Spielball dazustehen, haben wir entschieden, jetzt aktiv zu werden und um dringliche Hilfe im Sinne des Kinderwohls zu bitten“, heißt es darin unter anderem.

Hintergrund: Ende Oktober wurden die Eltern darüber in Kenntnis gesetzt, dass ab Ende Mai definitiv keine Kinder mehr in dem Gebäude, einem typischen DDR-Plattenbau, umsorgt werden können. Stadtverwaltung und Jugendamt hätten daraufhin vorgeschlagen, die Gruppen aufzulösen und die Kinder während der Sanierungsarbeiten in die Obhut anderer Kitas zu übergeben (die LVZ berichtete).

Favorit für die Kindergartenkinder war lange Zeit eine Einrichtung in der Arndtstraße in Connewitz. „Wir hatten uns schon damit arrangiert“, beteuert Domann. „Der Weg dahin wäre zwar weit gewesen. Aber wir hätten das hinbekommen.“ So seien zum Beispiel mehrere Fahrgemeinschaften gebildet worden, um den zusätzlichen Aufwand für die betroffenen Mütter und Väter möglichst gering zu halten.

Auf einem Elternabend Mitte Januar folgte dann aber die Ernüchterung. Wie der Träger des „Entdeckerparadieses“, das in Gera ansässige Unternehmen Kinderland 2000, bekanntgab, sollen sich Stadt und Jugendamt nicht mit dem Träger der angedachten Ersatzkita über die finanziellen Mittel einig geworden sein. Ein Umzug dorthin stehe deshalb nicht mehr zur Verfügung. „Uns allen fiel die Decke über dem Kopf zusammen“, wird diesbezüglich in der Petition verlautet.

Seitdem fühlen sich die Eltern mehr denn je hilflos und im Stich gelassen. „Ich finde, die Stadt Leipzig sollte sich mehr für uns einsetzen“, äußert sich Anett Braungardt, ebenfalls Mitglied der Elterninitiative. Gerade für sie sei die Situation sehr problematisch. Eine Betreuung von Zuhause aus könne sie nicht gewährleisten. „Ich weiß nicht, wie ich es machen soll. Wir hängen noch immer total in der Luft“, erklärt die 36-Jährige.

Nicht nur die Zukunft der Kindergartenkinder sei zudem unklar. Auch die Erzieher hätten keinerlei Wissen darüber, ob sie übernommen werden oder ob ihr Arbeitsplatz gefährdet ist. „Wir kämpfen sehr darum, dass die Kinder ihre Erzieher behalten können. Das Verhältnis zwischen Eltern, Kindern und Erziehern ist einfach sehr gut“, hebt Kati Leiding (32) von der Elterninitiative hervor.

Positiv werten die Mütter und Väter das Engagement des Kitaträgers. Dieser versuche alles, damit die Gruppen zusammenbleiben können. Alternative Lösungsvorschläge seien seitens des Jugendamtes und der Stadtverwaltung aber bislang abgelehnt worden. „Die Kinder könnten doch in einige der Container in der Braunstraße ziehen“, schlägt etwa Elterninitiative-Mitglied Frank Günter Fritsche (58) vor. Die stünden leer, würden als Flüchtlingsunterkunft nicht mehr genutzt. „Aber die Stadt habe kein Geld für die dafür notwendigen Umbauarbeiten“, so Fritsche weiter.

Aus dem Jugendamt heißt es auf Nachfrage: Die angedachte Ausweichkita in der Arndtstraße werde zum Zeitpunkt des Sanierungsbeginns in der Leonhard-Frank-Straße noch nicht funktionsfähig sein. Unter anderem müssten die Freiflächen noch gestaltet werden. Des Weiteren sei ein Umbau der Container in der Braunstraße in der kurzen Zeitspanne nicht möglich. Gleichwohl seien mittlerweile zumindest verschiedene Auslagerungsszenarien mit dem Unternehmen Kinderland 2000 besprochen worden. Diese sollen demnächst dem Elternrat vorgestellt werden.

Yvonne Domann teilt auf Nachfrage mit: „Die Sitzung erfolgt am Dienstagabend.“ Zwei Vorschläge seien demnach geplant. Ob einer davon den Konflikt einvernehmlich lösen wird? Die 28-Jährige ist sehr unsicher.

Von Matthias Klöppel

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