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Lokales Eltern kritisieren Asylbewerber-Unterkunft in Leipzig-Schönefeld – Stadt lädt zu Infoabend ein
Leipzig Lokales Eltern kritisieren Asylbewerber-Unterkunft in Leipzig-Schönefeld – Stadt lädt zu Infoabend ein
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17:06 14.11.2013
Leipzig braucht dringend Unterkünfte für Asylbewerber. Ein geplantes Notquartier in Schönefeld stößt auf Kritik. Quelle: Volkmar Heinz
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Leipzig

Durch Möbelpacker wurden die Eltern aufmerksam - jetzt sammeln sie Unterschriften gegen den Standort. Nach Ansicht des Bürgervereins Schönefeld hat die Stadt eine Chance verspielt, frühzeitig Ängste abzubauen.

Als Betten in das ehemalige Schulhaus in der Löbauer Straße 46 getragen wurden, wandten sich Eltern der Lindgren-Schüler an den Bürgerverein, um den Hintergrund zu erfahren. Fakt ist: Die Stadt richtet dort ein Übergangsquartier für rund 120 Flüchtlinge ein. Frauen, Männer und Familien sollen bis Februar 2014 in dem Schulbau unterkommen. Bei einem Anruf bei der Stadt bekam Michael Reinhardt, Vorsitzender des Bürgervereins, jedoch zu hören, dass die Behörde ihm nichts sagen dürfe.

Aus Sicht der Stadt stellt sich die Informationspolitik geordneter dar. Die Schule sei am Mittwochvormittag informiert worden, auch der Bürgerverein wisse bescheid. „Wir sind in einer Notsituation. Faktisch muss alles gleichzeitig passieren“, erklärte Cordula Schröder, Referentin von Sozialdezernent Thomas Fabian (SPD) auf Anfrage von LVZ-Online. Die Kommune ist unter Druck: Bis Ende des Jahres werden Leipzig noch rund 300 Asylbewerber zugeteilt, 250 mehr als die Prognosen erwarten ließen.

Stadt plant Zaun zwischen den Schulgebäuden

„Natürlich wissen wir, dass die Standortfrage immer von großem Interesse ist. Aber wir müssen jetzt einfach eine Lösung finden“, sagte Schröder. Der Gesprächsbedarf in Schönefeld ist enorm. Die Eltern sind aufgeregt, weil das ehemalige Fechner-Gymnasium und die Astrid-Lindgren-Schule ein gemeinsames Außengelände teilen. „Dass dort ein Zaun gebaut wird und die Polizei für die Sicherheit sorgen soll, ist auch keine erfreuliche Situation“, so Michael Reinhardt. Der Schönefelder hätte sich gewünscht, dass im Vorhinein Vertreter der Stadt und Anwohner verschiedener Asylbewerber-Unterkünfte an einen Tisch gebracht worden wären. „Da hätte man Erfahrungen austauschen und Vertrauen bilden können.“

Am Donnerstag sandte die Stadt Vertreter verschiedener Ämter in die Lindgren-Schule zum Gespräch mit der Direktorin und Elternvertretern. Eine öffentliche Info-Veranstaltung für die Anwohner hat die Verwaltung für die letzte Novemberwoche geplant. „Ich hoffe, dass man dann noch Ängste ausräumen kann“, so Reinhardt. Auch die Stadt hofft auf einen positiven Effekt. Cordula Schröder appelliert: „Wir brauchen die Nachbarn unbedingt als Partner.“

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Evelyn ter Vehn

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