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Lokales Eltern kritisieren Unterschriftensammlung gegen Kita-Erweiterung im Leipziger Süden
Leipzig Lokales Eltern kritisieren Unterschriftensammlung gegen Kita-Erweiterung im Leipziger Süden
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13:15 08.12.2012
Der Konfuzius Kindergarten in der Lößniger Straße in Leipzig. (Archivfoto) Quelle: André Kempner
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Leipzig

Durch den Ausbau entstünde mit knapp 300 Plätzen die zweitgrößte Kindertagesstätte in Leipzig. „Das sprengt das städtebauliche Karree.“ Kritik an der Unterschriftensammlung kommt dagegen von der Leipziger Kita-Initiative: "Das ist ein Schlag ins Gesicht, vor allem für die Eltern aus der Südvorstadt, die dringend Kita-Plätze benötigen“, sagt deren Sprecherin Susann Böhm.

Zwei Tage lang haben die Gegner des Ausbaus Handzettel in sechs Häusern der Umgebung ausgehängt. „Die Resonanz war sehr unterschiedlich“, berichtet die Mitinitiatorin, die nicht namentlich genannt werden möchte. „Viele sehen es wie wir, in einem Haus wurde der Zettel allerdings abgerissen.“ Insgesamt seien 38 Unterschriften gesammelt worden, die Leipzigs Baubürgermeister Martin zur Nedden (SPD) per E-Mail zugehen sollten. Eine Reaktion aus dem Rathaus gibt es dazu bislang nicht.

Für ihren Ärger über die Erweiterungspläne führt die Initiatorin verschiedene Gründe an: „Es geht nicht nur um Lärm, sondern auch darum, dass sich das Anfahrtsaufkommen erhöht.“ Zudem passe der Bau architektonisch nicht in das Gebiet, in dem sich zahlreiche Gründerzeithäuser befinden. Mit der Aufstockung der Betreuungsplätze entstünde ein Areal mit rund 3000 Quadratmetern Fläche. „Kein anderer Kindergarten in Leipzig in vergleichbarer Größe ist derart dicht in ein bestehendes Wohngebiet hineingezwängt“, heißt es auf einem Handzettel der Initiatoren. Darüber hinaus würden die Räume in den Abendstunden regelmäßig an verschiedene Gruppen für Musik- und Tanzveranstaltungen vermietet.

"In was für einer Gesellschaft leben wir, in der man sich über Kinder aufregt, nicht aber über den Lärm einer benachbarten Müllentsorgungseinrichtung“, fragt dagegen die Kita-Initiative. „Die Forderung nach einer Verbannung aus einem Wohngebiet ist diskriminierend und dem gesellschaftlichen Zusammenleben nicht förderlich“, sagt Böhm. Ihr Mitstreiter Christian Ehle verweist darauf, wie schwierig es für Leipziger Eltern sei, einen Kita-Platz zu finden: „Nachdem das Problem von der Politik seit Jahren verschlafen wurde, ist es für uns unzumutbar, wenn sich nun auch noch Anwohner gegen Kitas aussprechen.“

Kinder im Konfuzius Kindergarten in der Lößniger Straße in Leipzig (Archivfoto) Quelle: André Kempner

„Wir sind keine Kinderfeinde“, stellt die Leipzigerin zu ihrer Unterschriftensammlung klar. Zwei der Initiatoren seien selbst Eltern. „Wir verstehen auch, dass Plätze gebraucht werden. Aber es darf kein Schnellschuss sein, bei dem ein Kindergarten entsteht, der zu groß ist.“ Sie verweist außerdem darauf, dass ganz in der Nähe, auf dem Gelände des Bayerischen Bahnhofs, eine weitere Einrichtung neu gebaut werden soll.

Dieses Argument ist für die Kita-Initiative Leipzig „untragbar“, so ihr Vertreter Ehle. „Es fehlen in Leipzig über 2000 Betreuungsplätze, vor allem in kinderreichen Stadtteilen. Dies kann nur behoben werden, wenn alle an einem Strang ziehen."

Michael Frömmert

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