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Lokales Empörung über Giftstoffe in Adventskalendern – auch Karstadt lässt Produkte herausnehmen
Leipzig Lokales Empörung über Giftstoffe in Adventskalendern – auch Karstadt lässt Produkte herausnehmen
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14:06 27.11.2012
Drei der betroffenen Kalender. Quelle: dapd
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Leipzig

Am Montag hatte die Stiftung berichtet, dass in der Schokolade mehrerer Kalender-Hersteller Rückstände von Mineralöl und anderen gesundheitsgefährdenden Substanzen gefunden wurden.

Vom Skandal überrascht wurde beispielsweise Mandy Starke, die bereits zwei Kalender erworben hat. „Da ich momentan keine Zeit zum Selberbasteln habe, musste ich auf das Angebot zurückgreifen“, sagte die 27-Jährige. Sie will ihre Ware nun erst mit den Testergebnissen abgleichen. Auch Julia Wagner hat schon vor Tagen einen Kalender für ihre kleine Tochter erworben – zum Glück einen, der nicht von den Testern beanstandet wurde. „Ich finde es schlimm, dass man sich nicht mehr verlassen kann, einwandfreie Ware zu kaufen“, sagte die junge Mutter am Dienstag. Vicky Kaufmann wollte ihrem Freund einen Adventskalender schenken und bastelt diesen nun lieber selbst. „Die Rückruf-Aktion schockiert mich, das ist eine Schande, wie so etwas passieren kann", erklärte die 22-jährige Leipzigerin.

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Melanie Hafner (26), Ergotherapeutin: "Die Sache an sich schockiert mich. Hoffentlich erfahren alle Betroffenen davon. Ich bastel für Freunde mit Kindern allerdings die Adventskalender immer selber."

Karstadt lässt Schokoladenkalender entfernen – Konsum noch unentschlossen

Nachdem am Montag bereits die Confisserie Arko auf den Test reagierte und alle 9000 noch in Umlauf befundenen Schokoladenkalender aus den Regalen räumen ließ, zog auch Karstadt am Dienstag nach. „Wir hatten betroffene Produkte im Angebot, haben diese nun aber aus dem Verkauf nehmen lassen“, sagte Leipzigs Karstadt-Cheffin Marlies Göllnitz-Gellert gegenüber LVZ-Online.

Kunden, die schon einen der Kalender gekauft haben, können diesen nun im Warenhaus zurückgeben, so Göllnitz-Gellert weiter. Ob auch in den Konsum-Filialen Kalender zurückgegeben werden können, war am Dienstag noch offen. Vorstandssprecherin Petra Schumann ließ am Dienstag ausrichten, die Angelegenheit „befindet sich im Prozess der Klärung.“

Die Stiftung Warentest hatte in Adventskalender der Marken Rausch, Confiserie Heilemann, Arko, Riegelein „The Simpsons“, Feodora Vollmilch-Hochfein Chocolade, Smarties, Hachez Adventskalender „Schöne Weihnachtszeit“ sowie Friedel Adventskalender und Lindt „Adventskalender für Kinder“ Rückstände von Mineralöl und ähnlichen Substanzen nachgewiesen. Ein Teil der Stoffe stehe im Verdacht, Krebs zu erregen, hieß es.

Verbraucher, besonders Kinder, sollten diese Schokolade nicht essen, riet die Stiftung. Nach ersten Erkenntnissen stammten die Öle stammten wahrscheinlich aus dem Karton. Er werde häufig aus Recyclingpapier hergestellt, das mit mineralölhaltigen Farben bedruckt sei, hieß es.  Die Substanzen seien vermutlich während der Lagerzeit in die Schokolade eingedrungen, weil diese direkt im Karton liege, sagte eine Sprecherin.

Regina Katzer / Matthias Puppe

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