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Endspurt in der Bornaischen Straße – LVB wollen ab Ende 2018 bauen

Leipziger Verkehrsbetriebe Endspurt in der Bornaischen Straße – LVB wollen ab Ende 2018 bauen

In der Bornaischen Straße soll im nächsten Jahr der letzte große unsanierte Abschnitt umgestaltet werden. Betroffen ist der Bereich zwischen der Einmündung der Bernhard-Göring-Straße am Wiedebachplatz bis zur Ecksteinstraße.

In der Bornaischen Straße wird seit Jahren gearbeitet. Auch aktuell laufen Bauarbeiten zwischen dem Connewitzer Kreuz und dem Wiedebachplatz.

Quelle: André Kempner

Leipzig. In der Bornaischen Straße soll im nächsten Jahr der letzte große unsanierte Abschnitt umgestaltet werden. Betroffen ist der Bereich zwischen der Einmündung der Bernhard-Göring-Straße am Wiedebachplatz bis zur Ecksteinstraße. Dies teilte die Stadt den Anwohnern in einer Infoveranstaltung in der Grundschule Connewitz mit. Das Interesse war groß.

Die große Aula der Grundschule in der Zwenkauer Straße 35 war fast komplett gefüllt, als Holger Flache von den Leipziger Verkehrsbetrieben (LVB) das Vorhaben skizzierte. „Bislang sind erst die Vorplanungen für die Umgestaltung fertig – der konkrete Bauablauf steht noch nicht fest“, erklärte der Bereichsleiter für Verkehrsmanagement. Alle am Umbau Beteiligten – die Verkehrsbetriebe, die Wasserwerke sowie die Stadtverwaltung – hätten sich allerdings auf eine Vorzugsvariante geeinigt. „Für uns als LVB ist dieses Projekt ein ganz wesentlicher Meilenstein, um die Straßenbahnlinie 11 zu vervollständigen“, betonte Flache.

LVB-Vorplaner Gerd Muske erläuterte dann, dass beim Umbau eine Aufweitung der Gleismittelabstände geplant ist, um den Einsatz von breiteren Straßenbahnen möglich zu machen. Wichtig sei auch, den Radverkehr vom Straßenbahnverkehr zu trennen, weil bislang häufig Radfahrer die Straßenbahn ausbremsen würden. Ein Baubeginn werde für Ende 2018 anvisiert; dann würden zunächst die Wasserwerke loslegen. Die Bauzeit soll ein Jahr betragen; das Baubudget wird insgesamt mit 5,4 Millionen Euro kalkuliert.

Eine der wichtigsten Neuerungen ist, dass die Planer die Haltestelle „Pfeffingerstraße“ verlegen wollen: Weil sie 46 Meter lange Hochborde erhalten soll, passt sie nicht an den bisherigen Standort. Da die Bornaische Straße im Baubereich einen kleinen Schwenk macht, passt sie auch nicht in die unmittelbare Nachbarschaft, sondern muss rund 70 Meter nach Norden zwischen die Stockartstraße und die Einmündung der Bernhard-Göring-Straße verlegt werden. „Während der Bauzeit wird immer eine Fahrspur für den Straßenbahnverkehr nutzbar sein“, sicherte Muske zu. Dies sei auch deshalb notwendig, weil über die Bornaische Straße der Straßenbahnhof Dölitz angesteuert wird.

Neu aufgeteilt wird auch der Straßenraum. Wegen der beengten Platzverhältnisse soll es künftig nur noch Stellplätze am Straßenrand der stadteinwärtigen Seite des Bauabschnitts geben. Statt der derzeit vorhandenen 87 Stellflächen wird es künftig nur noch 53 in diesem Straßenbereich geben. Auch neue Ampelanlagen sind geplant, so ein Fußgängerüberweg südlich der Stockartstraße und eine ampelgeregelte Kreuzung im Bereich Bornaische/Meusdorfer Straße. Auf den beiden Fahrbahnen teilen sich Autos und Straßenbahnen den Platz, erklärte Kerstin Barwik vom Verkehrs- und Tiefbauamt der Stadt.

Leipzigs Wasserwerke wollen Trink- und Abwasserstränge an den neuen Straßenverlauf anpassen und zu großen Teilen auswechseln. Auch 60 Abwasser-Hausanschlüsse werden erneuert. „Die Versorgung wird nur kurzfristig für ein bis drei Stunden unterbrochen“, sicherte Torsten Kröll von den Wasserwerken zu.

Viele Anwohner waren von den Plänen nicht überzeugt. Vor allem die geplante Verlegung der Haltestelle bereitet Probleme. Denn in diesem Bereich befinden sich zahlreiche Läden, deren Belieferung jetzt unklar ist. Auch der Haltestellenabstand zur Hildebrandstraße werde länger, hieß es.

Zuhörer störten sich auch daran, dass der Teilabschnitt vom Wiedebachplatz bis zum Connewitzer Kreuz nicht auch noch fahrradfreundlich umgestaltet wird. Dort müssten wenigstens Markierungen aufgebracht werden, hieß es. Andere kritisierten, dass der Charakter der neuen Straße nicht zu Connewitz passe. „Das ist nicht mehr Connewitz, sondern ein Yuppie-Viertel“, hieß es. Wieder andere prophezeiten, dass es nach der Umgestaltung ein Verkehrschaos in der Meusdorfer Straße geben wird. Die Nebenstraßen müssten unbedingt in die Planungen einbezogen werden, wurde gefordert.

Tino Supplies vom Umweltbund Ökolöwe kritisierte, dass die Stadtverwaltung in der Bornaischen Straße Bäume fällen will, um Parkplätze auf den Gehweg zu bauen. Inakzeptabel sei zum Beispiel, dass der Baum vor der im Viertel beliebten Eisdiele „Brakers“ verschwindet und der Fußweg dort auf eine Restbreite von nur noch 2,30 Meter halbiert wird. „Dort ist aber heute so viel Gewusel, dass man den Gehweg eigentlich noch weiter verbreitern müsste“, so Supplies. Für Geschäftsstraßen wie die Bornaische gelte eine Regelbreite für Fußwege von sechs Metern. Es sei auch unverständlich, warum die Stadt bei den Planungen bislang nicht Verbände wie den Ökolöwen oder den Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club in die Variantendiskussion einbezogen hat. Leipzigs erprobte Beteiligungskultur werde damit ein Stück weit zurückgedreht.

Die Planer wollen die Einwände jetzt auswerten und die Vorzugsvariante 3a fertigstellen. Anschließend wollen sie die fertigen Pläne den Connewitzern vorstellen.

Von Andreas Tappert

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