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Lokales Enkelin von Henri Hinrichsen bringt seltene Fotos des berühmten Musikverlegers nach Leipzig
Leipzig Lokales Enkelin von Henri Hinrichsen bringt seltene Fotos des berühmten Musikverlegers nach Leipzig
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11:07 03.11.2016
Ein Mosaikstein für die Leipziger Stadtgeschichte: Irene Lawford-Hinrichsen übergibt Museumsleiter Volker Rodekamp drei Fotos aus der Sammlung ihres berühmten Großvaters. Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Von Ende des Jahres an sollen die Bilder in der neuen Dauerausstellung „Moderne Zeiten. Von der Industrialisierung bis zur Gegenwart“ im Alten Rathaus zu sehen sein. Für die Übergabe kam die 75-jährige Londonerin, die als Kind mit ihrer Familie aus Leipzig flüchten musste, in ihre Geburtsstadt zurück.

Persönlich nahm Museumsleiter Volker Rodekamp die wertvollen Erinnerungsstücke, die Henri Hinrichsen, seine Frau Martha sowie Musikverleger Max Abraham im Porträt zeigen, entgegen. Für die Aufarbeitung der Leipziger Stadtgeschichte seien sie ein wertvoller Mosaikstein, betonte er. „Bisher hatten wir von Hinrichsen nur eine Visitenkarte, sonst nichts“, erklärte Kerstin Sieblist, eine der Organisatorinnen der Ausstellung, die im Dezember eröffnet wird. „Fast alle Erinnerungsstücke der Familie Hinrichsen wurden von den Nazis vernichtet. Da sind diese Fotos ein echter Gewinn, um der berühmten Leipziger Persönlichkeit in unserer Sammlung gerecht zu werden.“

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Henri Hinrichsen – wichtiger Mäzen in der Geschichte der Stadt Leipzig

Henri Hinrichsen, der 1868 in Hamburg geboren wurde, arbeitete seit 1891 im Leipziger Verlag C. F. Peters bei seinem Onkel Max Abraham. Als dieser im Jahr 1900 Selbstmord beging, führte Hinrichsen den Verlag weiter, ließ ein neues Firmengebäude in der Talstraße errichten und verlegte unter anderem Werke von Mahler, Tschaikowsky, Wagner und Wolf.

In die Geschichte der Stadt Leipzig ging Hinrichsen aber vor allem als Mäzen ein. So ermöglichte er 1911 die von Henriette Goldschmidt initiierte Gründung der Hochschule für Frauen in Leipzig mit einer Stiftung. 1926 legte er den Grundstock für das heutige Musikinstrumentenmuseum der Universität, indem er 200.000 Reichsmark für den Kauf einer Instrumentensammlung beisteuerte. Zur NS-Zeit wurde der deutsch-jüdische Musikverleger jedoch von den Nazis enteignet und auf seiner Flucht in Brüssel verhaftet. Er starb 1942 im Konzentrationslager Auschwitz.

Heute erinnern Stolpersteine vor dem ehemaligen Verlagshaus in der Talstraße sowie eine Straße im Waldstraßenviertel an Hinrichsen und seine Familie. Am Dienstag kommt ein weiterer Gedenkort hinzu: Dann wird seine Enkelin Irene Lawford-Hinrichsen, die heute als Musikschriftstellerin und Journalistin tätig ist, im Rahmen der Jüdischen Woche eine Büste ihres berühmten Großvaters am einstigen Verlagssitz enthüllen.

Robert Nößler

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