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Lokales Ente brütet auf Dachbalkon in Leipzig-Gohlis – Brandschutzdirektor macht Fall zur Chefsache
Leipzig Lokales Ente brütet auf Dachbalkon in Leipzig-Gohlis – Brandschutzdirektor macht Fall zur Chefsache
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13:53 05.07.2013
Diese Ente brütet auf einem Balkon in Gohlis. Quelle: Regina Katzer
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Leipzig

Das Tier rupfte die gerade frisch gepflanzten Veilchen heraus. Was die Seniorin da noch nicht ahnte: Der Enterich bereitete das Nest für seine Jungen vor.

„Kurz darauf saß dann seine Entenfrau in meinem Blumenkasten und legte dort sieben Eier ab“, berichtet Eva Mättig. Seitdem kümmert sich die Großmutter von fünf Enkeln und einem Urenkel liebevolle um das Federvieh. Sie füttert den neuen Untermieter mit eingeweichtem Einback und hat um das Nest mit Zweigen noch einen Schutz gebaut.

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Jeden Tag müssten die Küken nun schlüpfen, und das macht die ehemalige Masseurin an der Leipziger Oper unruhig. „Ich wohne im Dachgeschoss, nicht auszudenken, wenn die Kleinen aus dieser Höhe in den Hof fallen“, sagt sie. Seit Tagen telefoniert Eva Mättig deshalb, möchte Hilfe von der Stadt oder Tierschutzvereinen. „Zuständig fühlt sich für meine Ente niemand“, so die 78-Jährige. Am Freitag nun die gute Nachricht: Leipzigs Brandschutzdirektor Karl-Heinz Schneider macht die Gohliser Küken zur Chefsache. Er schickte zunächst einen Tierarzt in die Wohnung. „Wir werden der Frau helfen und die Tiere nach dem Schlüpfen vom Balkon holen“, erklärte Schneider.

Volker Schmidt hält die Bedenken der Mieterin für durchaus begründet. „Stockenten sind Nestflüchter“, sagt der wissenschaftliche Mitarbeiter der Leipziger Klinik für Vögel und Reptilien. Bei den Küken sei deshalb Eile geboten. Einen Sturz aus bis zu zehn Meter könnten die Neugeborenen mit ihrem geringen Gewicht ohne Schaden noch überstehen, aber nur wenn sie auf unversiegeltem Erdboden aufkämen. Der Hof bei Eva Mättig ist gepflastert. „Es ist auch ungewöhnlich, dass die Ente auf dem Balkon brütet“, meint der Experte. Wahrscheinlich habe sie in der freien Natur keinen geeigneten Platz mehr gefunden, vermutet er.

Matthias Roth

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