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Lokales Entlang der alten Handelsstraße: Leipziger Wahlamts-Leiter schreibt Buch über Jakobsweg
Leipzig Lokales Entlang der alten Handelsstraße: Leipziger Wahlamts-Leiter schreibt Buch über Jakobsweg
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23:59 23.07.2014
Hat seine Erlebnisse auf dem Jakobsweg aufgeschrieben: Ex-Wahlleiter Josef Fischer, der auch eine schwere Erkrankung besiegte. Quelle: André Kempner

Seine Erlebnisse hat der einstige Leiter des städtischen Amtes für Statistik und Wahlen in einem Buch aufgeschrieben, das bei Pro Leipzig erschienen ist.

"Auf dem Jakobsweg durch Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen" heißt es. Der Weg führt in Görlitz entlang der Via Regia über Leipzig und Erfurt nach Vacha. Fischer ist diesen reichlich 400 Kilometer langen Weg in 14 Etappen gegangen. Unterbrochen übrigens durch eine Krebskrankheit, die der heute 69-Jährige bewältigen musste. Einen reinen Wanderführer hat er aber nicht geschrieben, vielmehr ein Buch mit persönlichen Erlebnissen und Gedanken, seinen Begegnungen mit Land und Leuten. Pro Leipzig wiederum, so Geschäftsführer Thomas Nabert, möchte Leute anregen, sich ebenfalls auf dieses "spirituelle Erlebnis" einzulassen. Auch jene, die keinen Wert auf Glauben legen.

Dazu gehört Propst Lothar Vierhock von der Pfarrei St. Trinitatis zweifelsohne nicht. Er hat das Vorwort geschrieben und preist das Buch, damit Pilger Anregungen für ihr Unterwegssein finden. In seiner Gemeinde ist im Frühjahr 2004 die Idee zum ökumenischen Samstagpilgern auf dem Jakobsweg entstanden.

"Die größte Wanderung beginnt bekanntlich immer mit dem ersten Schritt", sagt Fischer und erzählt, dass er beim Lesen einer Broschüre Lust bekam, den Weg irgendwann einmal zu gehen. Beruflich wurde er im Sommer 2000 mit dem Jakobsweg konfrontiert, als an der Jacobsstraße in Leipzig Zusatzschilder angebracht werden sollten. Bis er nach diversen Testläufen wirklich "losmarschierte", sollte es aber noch etliche Jahre dauern.

2008 erkrankt Josef Fischer

An einem Regentag im August 2008 setzt er sich in den Zug nach Görlitz, um sein persönliches Abenteuer entlang der Jakobsmuscheln zu starten. Zunächst geht es nach Bautzen. Die Angebote freundlicher Autofahrer, ihn beim Regenguss ein Stückchen mitzunehmen, lehnt er ab. Er kommt zu Hause an, die Ärztin diagnostiziert eine fortgeschrittene Wundrose.

Im Superwahljahr 2009 bleibt dem Amtsleiter keine Zeit, das Pilgern fortzusetzen. Ende des Jahres stellen sich erste Wehwehchen ein, die zu einem "längeren Zwischenspiel" führen. Der Krebs ist zurück, Fischer verabschiedet sich und hat längst einen Platz in der Palliativstation reserviert. Inzwischen ein anerkannter Pflegefall, beginnt die Chemotherapie, die nach dem Renteneintritt im Sommer geplante Fortsetzung des Jakobswegs scheint illusorisch. Doch nach langer Zeit kann er wieder an Krücken humpeln. "Im Sommer 2012 hatten sich meine Nerven an den Beinen so weit regeneriert, dass ich kleine Wanderungen von zehn Kilometern Länge schaffte", schreibt er. Im Frühjahr 2013 will er es wissen - die Strecke Merseburg über Erfurt nach Vacha an der Grenze zu Hessen wird absolviert. Von dort sind es gut 3000 Kilometer bis nach Santiago de Compostela. Ist der katholische Wallfahrtsort in Galicien das nächste Ziel? "Ich lege mir keine Zwänge mehr auf, freue mich über meine Enkelkinder", sagt Fischer verschmitzt. Er wäre aber glücklich, wenn sein Buch dazu beiträgt, dass der eine oder andere sich auf den Weg macht.

Das Buch kostet 9,90 Euro und ist bei Pro Leipzig, Waldstraße 19, sowie im Handel erhältlich; ISBN: 978-3-945027-11-0

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.07.2014

Mathias Orbeck

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