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Entscheidung zu ägyptischer Sammlung der Uni Leipzig vertagt - Neuer Gerichtstermin im Mai

Entscheidung zu ägyptischer Sammlung der Uni Leipzig vertagt - Neuer Gerichtstermin im Mai

Das Verwaltungsgericht in Berlin konnte am Donnerstag keine Entscheidung über den Verbleib der archäologischen Sammlung von Professor Georg Steindorff im Ägyptischen Museum der Universität Leipzig treffen.

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Dank Georg Steindorffs Exponaten verfügt die Universität Leipzig heute über eine der größten altägyptischen Sammlungen in ganz Deutschland.

Quelle: Dirk Knofe

Berlin/Leipzig. Die zuständige Kammer teilte mit, es sehe nach der mündlichen Verhandlung noch weiteren Ermittlungsbedarf.

Die Universität Leipzig stellte in der Anhörung am Donnerstag einen Antrag zur Beweisaufnahme. Demnach soll noch eine weitere Zeugin vernommen werden. Bei der Zeugin handelt es sich um eine Mitarbeiterin der Universität Leipzig. Diese soll Angaben zu einem Gespräch mit dem Enkel von Professor Georg Steindorff, Thomas Hemer, machen, erklärte die Sprecherin des Berliner Verwaltungsgerichts, Nicole Castillon. Davon erhofft sich die Universität Aufschluss über die Verkaufsmotive des Professors.

Der neue Termin zur Verhandlung und Beweisaufnahme ist für den 26. Mai 2011, 11.15 Uhr, anberaumt worden. Die Leipziger Hochschule will am Freitag weitere Einzelheiten veröffentlichen.

Die Universität Leipzig kämpft gegen die vollständige Rückgabe der archäologischen Sammlung von Professor Georg Steindorff an eine jüdische Vereinigung. Die Hochschule sieht sich im Recht – bei einer Niederlage vor Gericht würde die Sammlung des Museums, das erst 2010 ein neues Domizil im Kroch-Hochhaus am Augustusplatz bezogen hatte, einige ihrer wichtigsten Exponate verlieren.

„Das Ägyptische Museum ist kein Magazinmuseum. Alle Stücke, um die es hier geht, sind auch ausgestellt“, erklärte eine Uni-Sprecherin am Dienstag gegenüber LVZ-Online. Zur Anzahl der Exponate und deren Wert will sich die Hochschule vor dem Prozess nicht äußern. Fest steht jedoch: 1936 verkaufte Steindorff, der bis zu seiner Emeritierung 1934 den Lehrstuhl für Ägyptologie in Leipzig innehatte, seine Sammlung der Universität für 8000 Reichsmark, obwohl er den Wert selbst mit 10.260 Reichsmark angegeben hatte.

Genau darum geht es nun vor Gericht. Die Jewish Claims Conference (JCC) glaubt, dass Steindorff während der Judenverfolgung in Nazi-Deutschland gezwungen wurde, seine Sammlung unter Wert zu verkaufen. Die Vereinigung gilt als Rechtsnachfolger jüdischer Verfolgter, wenn von diesen oder ihren Nachkommen keine Ansprüche geltend gemacht werden. Des Bundesamtes für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen gab der JCC Recht und fordert die Rückgabe der Stücke. Dagegen klagt die Universität nun vor dem Berliner Verwaltungsgericht. 

Kostbare Ausstellungsstücke aus den Pyramiden von Gizeh

Die Hochschule argumentiert, dass Steindorff schon vor 1933 vorgehabt habe, ihr die Sammlung zu überlassen. Dies habe sich auch an seinem Verhalten nach dem Ende der nationalsozialistischen Diktatur gezeigt. Zwei Jahre nach dem Verkauf floh der 1861 in Dessau geborene Professor vor den Nazis in die USA, wo er 1951 im Alter von 89 Jahren starb. Erst am 15. Mai 2008 waren das Ägyptologisches Institut und das angegliederte Museum der Universität nach Steindorff benannt worden. Auch ein 85-jähriger Enkel des Professors, Thomas Hemer, war damals extra aus der USA zur feierlichen Namensgebung angereist.

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Georg Steindorff (1861-1951) war einer der Wegbereiter des Ägyptischen Museums. Nun kämpft die Universität für den Erhalt seiner Sammlung in Leipzig.

Quelle: Armin Kühne

Dank Steindorffs Exponaten verfügt die Universität Leipzig heute über eine der größten altägyptischen Sammlungen in ganz Deutschland. So hatte der jüdische Archäologe bei Ausgrabungen Anfang des 20. Jahrhunderts auf einem Friedhof nahe der Pyramiden von Gizeh und in den zur Chefren-Pyramide gehörenden Tempeln zahlreiche kostbare Fundstücke aus der nubischen Epoche ans Tageslicht gebracht.

„Kein Museum hat davon so viele Objekte. Die beiden filigranen Gefäßständer suchen weltweit ihresgleichen“, erklärte Kustodin Friederike Seyfried zur Neueröffnung des Museums im Juni 2010. Durch Ankauf und Tausch hatte Steindorff die bei seinem Amtsantritt noch äußerst bescheidene Sammlung der Einrichtung im Lauf der Jahre immer mehr erweitert. Aus diesen Stücken formierte sich nach und nach der gesamte Bestand des Ägyptischen Museums, der heute fast vollständig im Kroch-Hochhaus ausgestellt ist.

Dominik Bath/Robert Nößler

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