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Lokales Enttäuschter Sex-Kunde: Aus Rache an Domina Autos angezündet
Leipzig Lokales Enttäuschter Sex-Kunde: Aus Rache an Domina Autos angezündet
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19:58 30.05.2016
Das Landgericht Leipzig verhandelt einen bizarren Fall um eine Domina.  Quelle: André Kempner
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Leipzig

 Ein bizarrer Fall wird seit Montag am Leipziger Landgericht verhandelt: Weil er von den Diensten einer Domina enttäuscht war, soll ein 23 Jahre alter Leipziger aus Rache das Abbrennen ihres Pkw in Auftrag gegeben haben. „Ich war auf 180“, räumte der Angeklagte am ersten Tag des Berufungsprozesses ein. „Und ich dachte, das ist moralisch gerechtfertigt. Heute weiß ich: Es war der falsche Weg.“ Inzwischen habe er genug von „solchen Frauen“. Eigenen Angaben zufolge hatte sich Dennis R. im April 2013 eine Domina ausgesucht – über ihre Anzeige im Internet. Bereits wenige Tage später traf er sich mit ihr. Man verbrachte eine Nacht.

 Wie es vor Gericht hieß, habe sie ihm eine Ausbildung als ihren Sex-Sklaven in Aussicht gestellt. Er überwies ihr zunächst 700 Euro, später noch mal 500 Euro. Zu der bereits vereinbarten Session kam es dann jedoch nicht. Er schrieb ihr danach unentwegt E-Mails und SMS, wobei es auch um das Thema Sadomasochismus ging. Er fühlte sich jedoch zunehmend von ihr belogen und hingehalten. „Sie vermittelte mir den Eindruck, ich sei der Einzige. Dann merkte ich: Sie hat mit sehr vielen Männern zu tun.“ Nach monatelangem Streit und Stress und seiner Trauer, wie er nun sagte, sei ihm dann Ende 2013 „die Hutschnur gerissen“. Er hatte ihre Wohnanschrift in Chemnitz ausgekundschaftet, fuhr mit einem Komplizen am 22. Dezember dorthin.

Der inzwischen 18-jährige Ratik G. übergoss seinem Geständnis zufolge in der Nacht zunächst einen Pkw, der in der Einfahrt eines Einfamilienhauses stand, mit Brennspiritus und zündete ihn an. Die Flammen griffen rasch auf ein danebenstehendes Fahrzeug über. Es handelte sich um die Autos der Frau und ihres Lebenspartners. Schaden: 37 000 Euro. Zu dieser Zeit war die Frau im dritten Monat schwanger. „Ich hatte unheimliche Angst in dieser Nacht“, berichtete die 28-Jährige, eigentlich Angestellte einer Chemnitzer Berufsschule, am Montag vor Gericht. „Ich bin nächtelang durchs Haus gerannt, wusste nicht, ob er mich beobachtet. Die komplette Schwangerschaft verbrachte ich auf dem Sofa, damit ich im Bedarfsfall schnell das Gebäude verlassen kann.“ Der Angeklagte habe sich nicht bei ihr entschuldigt. „Es ging um seinen verletzten Stolz. Er meinte, ich hätte ihm schöne Augen gemacht, ihm dann wehgetan.“ Aber: „Er war mir suspekt, tat mir auch leid. Ich konnte ihn nicht einschätzen.“

Während Dennis R. den Racheakt einräumte, will er an einem außerdem vorgeworfenen Raubüberfall auf einen Leipziger Metallhändler nicht direkt beteiligt gewesen sein. Während er am Tattag, dem 23. Dezember 2013, im Auto auf seinen Kumpel Ratik G. gewartet habe, der zur Pinkelpause im Gebüsch verschwunden sei, müsse es offenbar zu diesem Beutezug gekommen sein, meinte der Angeklagte. Dazu Ratik G.: „So ein Quatsch. Er hatte mich mit der Softair-Waffe ausgerüstet.“ Der Überfall war gescheitert, der Händler hatte das flüchtende Duo zunächst verfolgt, nach Schüssen auf ihn aber abgebrochen. In erster Instanz vor dem Amtsgericht wurde Dennis R. zu einem Jahr und neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Gegen diese Entscheidung legte er Berufung ein. Prozessfortsetzung: 2. Juni.

Von Sabine Kreuz

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