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Lokales Entwürfe zum Leipziger Einheitsdenkmal müssen neu beurteilt werden
Leipzig Lokales Entwürfe zum Leipziger Einheitsdenkmal müssen neu beurteilt werden
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19:23 10.12.2013
Quelle: dpa Kempner
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Leipzig

„Wir haben eine Rüge eingereicht, weil wir die Bewertung in der zweiten Planungsphase für nicht rechtmäßig erachten“, erklärte Annabau-Geschäftsführerin Sofía Petersson am Dienstag auf Anfrage von LVZ-Online.

Annabau zeichnet gemeinsam mit dem Architekturbüro M+M für den früheren Siegerentwurf „Siebzigtausend“ des Bauwettbewerbs verantwortlich. Nach einer neuerlichen Beurteilung durch ein von der Stadt bestelltes Bewertungsgremium drehte sich die Reihenfolge im Juli 2013 jedoch um: Seitdem liegt der Leipziger Entwurf „Keine Gewalt – Herbstgarten“ vorn. „Siebzigtausend“, bestehend aus tragbaren, bunten Quadern, rückte hinter „Eine Stiftung an die Zukunft“ sogar auf Rang drei.

Überblick über die eingereichten Entwürfe:

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Protest der Berliner Architekten

Diese Entscheidung sorgte für Befremden bei Annabau. „Das war eine anonyme Abstimmung, bei der es noch einmal um künstlerische Aspekte ging“, so Petersson weiter. Eigentlich hätten aber nur bauliche Maßnahmen wie Behindertengerechtigkeit eine Rolle spielen dürfen. Gegen diesen Umstand protestierte Annabau im Sommer bei der 1. Vergabekammer. „Dort hat man uns die Unrechtmäßigkeit der Art und Weise der Bewertung bestätigt. Deswegen verstehen wir auch die Mitteilung der Stadt nicht“, wundert sich Petersson.

Denn das Kulturdezernat hatte am Montag bekannt gegeben, dass die Vergabekammer das von den Architekten kritisierte zweite Verfahren für rechtens erklärt habe. „Das stimmt überhaupt nicht. Uns wurde genau das Gegenteil gesagt“, entgegnet Petersson. Dies wurde mittlerweile auch von der Landesdirektion Sachsen bestätigt. Die Behörde teilte am Dienstagabend mit, dass das Berliner Architekturbüro in seinen Rechten verletzt worden sei. Außerdem stellte die Vergabekammer „im Zusammenhang mit der Bewertung der überarbeiteten Wettbewerbsentwürfe Wertungs- und Dokumentationsfehler“ fest. Daher müsse nun die Beurteilung der drei erstplatzierten Entwürfe für das Denkmal wiederholt werden.

Zweifel an zweiter Planungsphase

Dennoch hat die Vergabekammer nicht über die grundsätzliche Rechtmäßigkeit der zweiten Planungsphase entschieden. Doch genau daran zweifelt Petersson ebenfalls. „Wir haben einige öffentliche Auftraggeber. Aber es ist uns noch nie passiert, dass Spielregeln nachträglich geändert wurden.“ Eine zweite Planungsphase sei nämlich gar nicht von Beginn an vorgesehen gewesen.

Deswegen reichte Annabau bereits im April dieses Jahres eine Rüge bei der Vergabekammer ein. „Diese haben wir aber nach einem Gespräch mit dem Kulturdezernat selbst wieder zurückgezogen“, erinnert sich Petersson, die diesen Entschluss mittlerweile bereut. Damals sei die Entscheidung aber so gefallen, weil „man uns glaubhaft vermittelte, dass alles seine Ordnung habe“. Bei dieser Unterredung waren nach Aussage Peterssons auch Kulturbürgermeister Michael Faber (parteilos) sowie Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) anwesend.

Reik Anton

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