Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales EnviaM testet intelligente Stromzähler in Gundorf
Leipzig Lokales EnviaM testet intelligente Stromzähler in Gundorf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:31 23.08.2017
Tanja Kodewitz (Gundorfer Agrargemeinschaft) und Peter Bernhard (Mitnetz Strom) messen den Stromverbrauch mit Hilfe eines intelligenten Systems. Quelle: Foto: André Pitz
Anzeige
Leipzig

Die Gundorfer Agrargemeinschaft ist bereits jetzt Teil einer technologischen Zukunft, die in den nächsten Jahren für jeden Stromverbraucher Realität wird. Seit Mai dieses Jahres beteiligt sich das Unternehmen am Pilottest eines intelligenten Strommesssystems der EnviaM. „Hintergrund ist das 2016 verabschiedete Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende. Darin wird der Einbau moderner Messeinrichtungen und intelligenter Messsysteme bis 2032 verbindlich vorgeschrieben“, erläutert Stefan Buscher, Pressesprecher des regionalen Energieversorgers. Betroffen sind davon nicht nur Unternehmen, sondern alle Stromkunden.

Art des Messsystems vom Stromverbrauch abhängig

Wird eine sogenannte moderne Messeinrichtung verbaut, ändert sich für den Verbraucher nur wenig. Zusätzlich zum aktuellen Stand kann der neue Zähler tages-, wochen-, monats- und jahresbezogene Stromverbrauchswerte der letzten zwei Jahre anzeigen. „Die Daten sind durch eine PIN abgesichert, bleiben auf dem Gerät und werden nicht an andere Stellen übertragen“, sagt Buscher.

Überschreitet der jährliche Stromverbrauch 6000 Kilowattstunden, sieht der Gesetzgeber den Einsatz eines intelligenten Messsystems vor. „Das verfügt über eine Kommunikationseinheit, mit der Netz- und Verbrauchsdaten an Mess- und Netzstellenbetreiber oder Stromversorger übermittelt werden“, erläutert Buscher. Eine solche Einheit ist derzeit auch am Pferdestall der Gundorfer Agrargemeinschaft im Einsatz. Die Daten werden dabei nicht nur verschlüsselt übertragen und dem Netzbetreiber zur Verfügung gestellt, sondern landen nach wenigen Klicks auch auf den Bildschirmen der Land- und Tierwirte. „Dadurch können wir viel einfacher nachvollziehen, welche Geräte wie viel Strom verbrauchen“, erklärt Tanja Kodewitz von der Agrargemeinschaft. Genauer hinschauen, bewusster verbrauchen und im Idealfall ineffiziente Geräte austauschen – das möchte der Gesetzgeber erreichen. Der Energieversorger plant zudem, mit Hilfe der auflaufenden Daten bestehende zeit- und lastvariabele Tarife weiterzuentwickeln. „Wir als Betreiber können das Netz mit den Werten besser als bisher steuern und unnötigen Ausbau vermeiden beziehungsweise Erweiterungen gezielter vorantreiben“, fügt Peter Bernhard von der EnviaM-Tochter Mitnetz Strom an. Außerdem lässt sich auf diesem Wege bereits jetzt ermitteln, welche Geräte in der Praxis reibungslos funktionieren und gut zum Kunden passen.

Netzbetreiber wartet auf zertifizierte Hersteller

Bisher werkelt in Gundorf lediglich ein Prototyp. Mit dem Einbau vergleichbarer Systeme kann der Betreiber im Netzgebiet frühestens nächstes Jahr beginnen. „Die Anforderungen an Datenschutz und -sicherheit sind extrem hoch. Vorgeschrieben sind drei Hersteller, die vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zertifiziert werden müssen. Das ist bisher noch nicht der Fall und deswegen sind die entsprechenden Geräte auch noch nicht lieferbar“, hält Buscher fest.

Bis 2032 will die Mitnetz Strom rund 1,5 Millionen neue Stromzähler montieren. Darunter werden sich knapp 230 000 intelligente Systeme befinden, wie sie derzeit unter anderem zusammen mit der Agrargemeinschaft getestet werden. Die sogenannten modernen Messeinrichtungen sind bereits marktreif und werden entsprechend seit April verbaut. Geplant ist, bis Jahresende etwa 75 000 Haushalte mit der neuen Zählergeneration auszustatten.

Von André Pitz

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Mit rund 300 Gästen und acht Jahren Verspätung ist in Leipzig der Bauabschluss für das Paulinum gefeiert worden. Es handelt sich um den Nachfolgebau der 1968 gesprengten Universitätskirche.

23.08.2017

Leipzig boomt und diesem anhaltenden Wachstum soll nun auch ein detailliertes Stadtentwicklungskonzept Rechnung tragen. Die Grundlagen für alles künftige Handeln sollen im Februar beschlossen werden.

23.08.2017

Darf die frühere Propsteikirche am Rosental abgerissen werden, obwohl sie doch Denkmalschutz genießt? Diese Frage interessierte gestern nicht nur LVZ-Leserin Kathrin Brumme, die sich darüber doch sehr wunderte. 

23.08.2017
Anzeige