Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° Schneeregen

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Ephraim Carlebach Stiftung feiert 25. Geburtstag – und hat viele Angebote für Schüler parat

Jüdische Woche in Leipzig Ephraim Carlebach Stiftung feiert 25. Geburtstag – und hat viele Angebote für Schüler parat

Tief in Geschichte und Geschichten aus dem jüdischen Leben eintauchen und es zu erforschen, ist das Anliegen der Ephraim Carlebach Stiftung. Sie ist Mitveranstalterin der Jüdischen Woche und feiert in diesem Jahr 25. Geburtstag.

Die Synagoge – hier bietet die Ephraim Carlebach Stiftung regelmäßig Führungen an.

Quelle: LVZ

Leipzig.

Wie kam es zur Gründung der Stiftung? Die geht bereits aufs Jahr 1988 zurück, als die Ausstellung „Juden in Leipzig“ im Kroch-Hochhaus zum Überraschungserfolg wurde. Die hatte die DDR zum 50. Jahrestag der Pogromnacht organisiert, wohl auch um jüdisches Kapital ins klamme Land zu locken. „Eine Gruppe von Leuten, eigentlich zusammengewürfelt, arbeitete an dieser Ausstellung, auf die es sehr viele Reaktionen gab. Auch aus dem Ausland“, erinnert sich Plowinski, die damals ihre Doktorarbeit zu sozialen Strukturen der Leipziger Juden schrieb. Ein spannendes Thema, denn hier trafen osteuropäische Orthodoxe mit alteingesessenen Liberalen aufeinander.

Nach der Ausstellung entstand die Broschüre „Juden in Leipzig“, die auch zu Fred Grubel, dem Vizepräsidenten des New Yorker Leo Baeck Institutes, gelangte. „Er regte an, auch in Leipzig ein Institut zu gründen, um die Geschichte des Holocaust aufzuarbeiten.“ Das passte 1988 zwar noch nicht so recht ins Bild, zumal in der DDR viele Quellen selbst für die Forschung gesperrt waren. Und in Archive des Auslands zu reisen, war wohl meist undenkbar. Doch nach dem Fall der Mauer konnte die Idee vorangetrieben werden und entwickelte quasi ein Eigenleben. „Der Akt der Gründung war allerdings nicht einfach, weil wir viel Bürokratie bewältigen mussten“, so Plowinski. Deshalb habe sich die Gründung bis zum 8. November 1992 hingezogen. Wichtig für die ersten Jahre war auch der Wunsch der Religionsgemeinde, die bis auf 36 meist ältere Mitglieder geschrumpft war, die Erinnerung an sie wachzuhalten. Dass die Gemeinde so viel Zulauf, vor allem aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion bekam, konnte damals keiner ahnen. Heute gehören ihr wieder 1300 Mitglieder an. So gesehen wurde die Stiftung Begleiterin eines neuen Aufbruchs. In den Anfangsjahren hat sie viele Vorträge für die neuen Gemeindemitglieder angeboten. Die durften ihr Jüdischsein in ihrer Heimat nicht praktizieren, mussten vieles erst lernen. Der Namenspatron für die Stiftung stand übrigens von Anfang an fest: Ephraim Carlebach, der als Prediger an der orthodoxen Ez-Chaim-Synagoge fleißig für Toleranz und Akzeptanz zwischen den Religionen und ihren Glaubensrichtungen warb.

Über all die Jahre hat die Stiftung 54 Publikationen herausgegeben und 45 Ausstellungen organisiert, die von rund 188 000 Gästen – auch in Krakow, Tel Aviv oder Herzliya – gesehen wurden. Eine Sonderschau „Einblicke“ im Oberlichtsaal der Stadtbibliothek zeigt daraus ein Kaleidoskop bisheriger Ausstellungen. Es gibt Kontakte zu 120 Schulen in ganz Sachsen.

„Wir haben verschiedene Module aufbereitet, die in Ethik, Religion, Sachkunde, aber auch im fächerübergreifenden Unterricht eingesetzt werden können“, sagt Kerstin Plowinski. Dicke Bücher und auch Material, das das Schicksal des jüdischen Volkes aufzeigt, gibt es zwar. Die Stiftung bereitet die Fakten – etwa zur Synagoge – aber für Lehrer auf. Dadurch haben sie jederzeit parat, was es mit den „fünf Büchern Mose“, dem Menora genannten Kerzenleuchter mit den sieben Armen oder dem ewigen Licht auf sich hat. Ein weiteres Modul widmet sich der Pogromnacht vom 9. November 1938 – die Stiftung zeigt die Auswirkungen am Beispiel der jüdischen Familie Bamberger, die am Augustusplatz ein angesehenes Konfektionshaus für Herrenbekleidung betrieb. Darüber hinaus hat die Stiftung zwei fotografische Langzeitprojekte initiiert, darunter über „Juden in Sachsen“ sowie den Alten Israelitischen Friedhof. Die werden von der Leipziger Fotografin Silvia Hauptmann betreut.

Von Mathias Orbeck

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
Historische Leipzig - in Text und Bildern.

Auf Zeitreise in Leipzig: So war es früher in der Messestadt. mehr

  • VDE 8 - Alle Infos und Fakten

    Am 10. Dezember eröffnete Deutschlands größte Bahnbaustelle, das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8 - hier gibt es Infos, Hintergründe und Foto... mehr

  • Weihnachten in Leipzig und der Region

    Alles für eine schöne Vorweihnachtszeit: Rezepte, Events, Deko-Tipps, Geschenkideen und eine Übersicht der schönsten Weihnachtsmärkten in der Region. mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Panometer Leipzig - Dresden
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Titanic" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zu den Panoramen "Titanic" und "Dresden im Barock" mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Leserreisen
    Leserreisen

    Kreuzfahrt in der Karibik, Städtetour durch die Toskana oder Busreisen in Deutschland - die Leserreisen der LVZ bieten für jeden Anspruch genau das... mehr

  • LVZ-Kreuzfahrtmesse
    Infos zur LVZ-Kreuzfahrtmesse

    Willkommen an Bord: Am 22. Oktober 2017 luden LVZ und Vetter Touristik zur 1. Kreuzfahrtmesse ein. Hier gibt es einen Rückblick. mehr

Wie weiter nach der Grundschule? Unsere Übersicht aller Gymnasien, Oberschulen und Freien Schulen in Leipzig will Eltern bei der Auswahl der passenden Bildungseinrichtung für ihr Kind unterstützen. mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album 2
    Leipzig-Album 2

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr

Wie wohnt es sich in einem Bahnhof, einer Kirche oder einer alten Schnapsbrennerei? Die siebenteilige Multimedia-Serie stellt besondere Häuser rund um Leipzig vor. mehr

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Probieren Sie es aus im Spieleportal von LVZ.de. mehr