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Lokales „Er war ein aufrechter Sozialdemokrat“ – Leipziger Politiker Rainer Fornahl ist tot
Leipzig Lokales „Er war ein aufrechter Sozialdemokrat“ – Leipziger Politiker Rainer Fornahl ist tot
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13:36 04.12.2014
Rainer Fornahl (links) und sein Freund und Weggefährte Gunter Weißgerber bei ihrem letzten gemeinsamen Auftritt vor dem Paulinum am 2. Dezember. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

„Er war immer ein ganz treuer Weggefährte, ein aufrechter Sozialdemokrat, sein Tod tut mir furchtbar weh, ich trauere mit seiner Familie“, sagte Weißgerber der Leipziger Volkszeitung.

„Der viel zu frühe Tod von Rainer Fornahl betrübt mich. Mit ihm verliert die Leipziger SPD einen geradlinigen Charakterkopf, der die Politik in und für Leipzig seit 1990 maßgeblich geprägt hat. In seiner Zeit als Fraktionsvorsitzender im Stadtrat war er eine tragende Säule der Leipziger Stadtpolitik. Im Deutschen Bundestag hat er insbesondere den infrastrukturellen Aufbau Ost vehement vorangetrieben", erklärte Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) am Donnerstag.

Fornahl wurde in Collmen bei Colditz geboren. In Leipzig studierte er in der 1960er-Jahren Geophysik. Politisch engagierte sich Fornahl in den letzten Tagen der DDR. Er gehörte 1989 zu den Mitbegründern des Neuen Forums und später auch der SDP der DDR. Fornahl leitete von 1990 bis 1998 die SPD-Fraktion im Leipziger Stadtrat. Von 1998 bis 2009 war der Sozialdemokrat zudem Mitglied des Deutschen Bundestages. Auch nach seiner aktiven Politikerkarriere engagierte sich Fornahl weiter in der Öffentlichkeit.

„Wir verlieren mit ihm eines der Gründungsmitglieder der Sozialdemokratischen Partei in Leipzig und Sachsen. Als Kommunalpolitiker und Bundestagsabgeordneten lagen ihm die Entwicklung, wie auch der Ausbau der regionalen Wirtschaft und Infrastruktur besonders am Herzen. Mit Rainer Fornahl verlieren wir einen verdienten Sozialdemokraten, der sich bis zu seinem plötzlichen Tod aktiv in die Arbeit unserer Partei eingebracht hat", erklärten die SPD-Abgeordneten Daniela Kolbe und Thomas Jurk in einer Mitteilung.

Weißgerber wollte am Donnerstag eigentlich gemeinsam mit Fornahl nach Erfurt fahren, um dort gegen die bevorstehende rot-rot-grüne Koalition zu protestieren. Am Dienstag demonstrierten die beiden Sozialdemokraten noch vor der Universität. „Das Paulinum ist ein öffentlicher Raum. Ich verstehe nicht, warum nicht alle zu dieser Zeremonie dabei sein können“, sagte Rainer Fornahl am Rande der Grundsteinlegung für den Paulineraltar. Es war sein letzter öffentlicher Auftritt.

Fornahl hinterlässt seine 65 Jahre alte Ehefrau, mit der er vor kurzem noch ein neues Haus am Zwenkauer See bezogen hatte, eine erwachsene Tochter und ein Enkelkind.

Anita Kecke/Matthias Roth

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