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Lokales Erdbeben erschüttert Region Leipzig
Leipzig Lokales Erdbeben erschüttert Region Leipzig
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13:39 29.04.2017
Der Ausschlag des Seismographen um 2.56 Uhr: Auch am Geophysikalischen Observatorium Collm wurde das Erdbeben bei Leipzig registriert. Quelle: Uni Leipzig
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Leipzig

Ein Erdbeben hat um 2.56 Uhr in der Nacht zum Sonnabend die Region Leipzig erschüttert. Nach Angaben des Geoforschungszentrums (GFZ) in Potsdam hatte das Beben eine Stärke von 3,0 auf der Richterskala. Das Epizentrum lag etwa zehn Kilometer westlich von Leipzig zwischen Dölzig und Schkeuditz, nahe des Kiestagebaus Kleinliebenau. Es befand sich in elf Kilometern Tiefe. Auch im Geophysikalischen Observatorium der Uni Leipzig in Collm bei Wermsdorf (Kreis Nordsachsen) sowie an Messtationen in Freiberg (Kreis Mittelsachsen) oder im Leinawald bei Altenburg wurde das Beben auf den Seismographen registriert.

"Plötzlich wackelte das ganze Haus"

Zu spüren waren die Auswirkungen in weiten Teilen der Region bis nach Sachsen-Anhalt. Viele Menschen riss das Beben aus dem Schlaf, manche hörten ein Grummeln oder Dröhnen. „Ich lag bis eben gemütlich in meinem Bett, bis plötzlich das ganze Haus gewackelt hat“, erzählte eine Anwohnerin aus Leipzig-Schönefeld. Auch in anderen Stadtteilen zitterten die Wände. „Es dröhnte und vibrierte circa fünf Sekunden lang. Beeindruckend und beängstigend zugleich“, schrieb ein Nutzer an LVZ.de. In sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook berichteten viele Menschen, wie sie das Beben erlebten.

Schwerstes Beben seit zwei Jahren

Es habe sich um das schwerste Beben in der Region Leipzig seit zwei Jahren gehandelt, sagte Professor Frederik Tilmann, Seismologe am GFZ in Potsdam, gegenüber LVZ.de. Zuletzt wurde am 16. April 2015, ein ähnliches Beben der Stärke 3,5 registiert. Damals lag das Epizentrum in der Nähe von Halle. Solche Beben seien deutlich spürbar. "Das ist wie ein großer Laster, der direkt am Haus vorbeifährt. Gläser klirren, Lampen fangen an zu wackeln, der Boden vibriert", beschrieb Tilmann. 

Nach Angaben der Seite "Erdbeben in Deutschland" auf Facebook war das Beben in einem Radius von etwa 40 Kilometern zu spüren, im Norden bis nach Delitzsch, im Osten bis Paschwitz und Köhra und im Süden bis nach Zwenkau. Über Schäden ist bislang nichts bekannt. Laut Polizei und Feuerwehr in Leipzig kam es wegen des Bebens in der Nacht zu keinen Einsätzen im Stadtgebiet oder den Landkreisen. "Schäden sind bei dieser Stärke sehr unwahrscheinlich und wenn dann nur minimal", erklärte Tilmann.

+++ Auswertung zum Erdbeben in Leipzig +++ Um 2:56 Uhr riss das stärkste Erdbeben in Ostdeutschland seit über zwei...

Gepostet von Erdbeben in Deutschland am Freitag, 28. April 2017

Experte rechnet mit Nachbeben

In den nächsten Tagen kann es laut dem Experten zu Nachbeben kommen. "Ob diese wahrnehmbar sind oder nur von den Instrumenten aufgezeichnet werden, bleibt abzuwarten", so Tilmann, der der auf seismische Aktivitäten spezialisierten, weltweit tätigen Forschungsgruppe GEOFON angehört. Durch das Beben bei Leipzig habe sich wahrscheinlich tektonische Spannung abgebaut, die sich durch Erdplattenbewegungen gebildet hatte, so der Experte. Die genaue Ursache ist jedoch noch unklar.

Leichte Erdbeben sind in der Region Leipzig-Halle keine Seltenheit. Das Gebiet liegt am nördlichen Ende der sogenannten Störungszone Leipzig-Regensburg, in der es zu kleineren, weitgehend ungefährlichen Beben tektonischen Ursprungs kommt. Auch im Vogtland an der Grenze zu Tschechien gibt es deshalb immer wieder sogenannte Schwarmbeben. Das letzte spürbare Beben in Sachsen wurde laut dem GFZ im Sptember 2016 nahe Chemnitz registriert. Es hatte ebenfalls eine Stärke von 3,0 auf der Richterskala.

Robert Nößler

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