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Lokales Erfolgsmodell: Leipzig baut für Biotech-Unternehmen Kubus für 11,5 Millionen Euro
Leipzig Lokales Erfolgsmodell: Leipzig baut für Biotech-Unternehmen Kubus für 11,5 Millionen Euro
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12:59 07.04.2011
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Leipzig

Hier sind die Firmen "c-LEcta" und "Vita 34" groß geworden. Mit dem Erfolg wachsen sie gerade aus dem Gründerzentrum heraus - und können direkt in die Nachbarschaft ziehen. Die kommunale Leipziger Gewerbehof GmbH (LGH) baut auf der Alten Messe für 11,5 Millionen Euro den BioCube. Am Donnerstag wurde mit dem symbolischen Spatenstich der Anfang gemacht.

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"Zukunftsfähigkeit sichern heißt Infrastruktur und Flächen vorhalten", sagte Wirtschaftsbürgermeister Uwe Albrecht (CDU) und Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) wertete den Neubau des BioCube als wichtigen Schritt für einen Campus, auf dem "universitäre und außeruniversitäre Forschungsinstitutionen mit wirtschaftlichen Unternehmen eng zusammenarbeiten." Mit internationalen Beziehungen in Europa und bis nach Kanada nannte Jung die Stellung des Biotech-Clusters in Leipzig eine Erfolgsgeschichte, für die man weiter hart arbeiten müsse.

Modellhaft haben Freistaat und Sächsische Aufbaubank, die Stadt Leipzig und der Bauherr LGH bei der Finanzierung und Entwicklung des Millionen-Kubus mit den beiden neuen Hauptmietern kooperiert. Die LGH bringt mit Eigenmitteln und einem Kredit über 5 Millionen Euro den Löwenanteil von 60 Prozent der Investition auf. Dazu kommt ein Zuschuss der Stadt Leipzig. Und rund 3 Millionen Euro fließen aus der einzelbetrieblichen Förderung durch das Land Sachsen in den Bau des BioCube. Dafür werden die Bedingungen für die Mieter maßgeschneidert.

Maßgeschneiderte Bedingungen für Nabelschnur-Blutbank

"Wir brauchen zertifizierte Reinräume und verstärkte Decken im ersten Obergeschoss für die Tanks, in denen das Nabelschnurblut gekühlt wird", erklärte Eberhard Lampeter. Der Mediziner ist Gründer und Vorstand der "Vita 34"-AG. Hier können Eltern das Nabelschnurblut ihrer Kinder einlagern lassen. Mit den Stammzellen können Krankheiten wie Hirnschäden oder Leukämie behandelt werden, so erklärt es die Firmen-Webseite. "Vita 34" arbeitet außerdem an mit der TU München an einer Studie, wie Stammzellen aus Nabelschnurblut zur Behandlung von Diabetes bei Kindern eingesetzt werden kann.

77.000 Proben Nabelschnurblut lagern derzeit bei Minus 196 Grad Celsius in der Bio City, stickstoffgekühlt in tonnenschweren Tanks. Nach dem Umzug können bis zu 250.000 Proben aufbewahrt werden, so Lampeter. 140 Mitarbeiter beschäftigt die 1997 gegründete Firma "Vita 34" mittlerweile, 80 davon in Leipzig - aber nicht alle finden derzeit in der Bio City Platz. "Einige arbeiten in einem Gebäude in der Prager Straße, das ist für ein kleines Unternehmen nicht ideal", sagte der Firmenchef. Mit dem Umzug in den BioCube will das Unternehmen alles zusammenführen und den Platz fürs Wachstum nutzen.

Enzyme für Waschmittel und Shampoo

Die "c-LEcta"-Gmbh will am neuen Firmensitz im BioCube ihre Kapazitäten fast verdoppeln, vergrößert sich auf rund 2000 Quadratmeter. Rund 40 Mitarbeiter hat die 2004 gegründete Firma, die direkt aus der Uni Leipzig den Schritt ins Wirtschaftsleben wagte. "c-LEcta" gehört in den Bereich der industriellen Biotechnologie und produziert zum Beispiel Enzyme, die in Shampoos oder Waschmitteln eingesetzt werden, auch die Grasflecken-Bekämpfung gehört dazu. Zu den Partnern von "c-LEcta" zählen Player wie BASF oder Evonic, erklärte Firmenchef Marc Struhalla. Die Produktion der Biotech-Komponenten läuft aber in Leipzig.

Mit "c-LEcta" und "Vita 34" sind 75 Prozent des neuen BioCube an der Perlickstraße bereits belegt, 2013 sollen sie einziehen können. Dann gibt es wieder mehr Platz für Start-Ups in dem Gründerzentrum Bio City am Deutschen Platz. Um die Belegung macht sich LGH-Geschäftsführer Matthias Jähnig keine Sorgen: "Bisher konnten wir längst nicht alle Anfragen positiv beantworten."

Evelyn ter Vehn

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