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01:00 27.07.2013
Stillgelegte Wasserrutsche im Ökobad Lindenthal. Quelle: André Kempner

An warmen Tagen hat man durch die vielen Menschen an den Uferböschungen kaum noch das Gras gesehen - im Bereich zwischen dem Sperrtor Burghausen und Dölzig hatte sich sogar ein vielbesuchter FKK etabliert. Und das, obwohl die damalige Wasser- und Schifffahrtsdirektion Magdeburg mittels aufgestellter Schilder das Baden untersagte. Im Zuge der Wende sind wir 1990 der Arbeit hinterher nach Hessen gezogen. Als wir dann 1997 wieder nach Leipzig zurückgezogen waren, stellten wir fest, dass es am Elster-Saale-Kanal keine Badegäste mehr gab. Das ist noch heute so. Was war da passiert? Sind die Menschen nun disziplinierter oder was spielt da eine Rolle?", fragt der Leser.

Eine Antwort findet Friedrich Richter, Geschäftsführer des Anglerverbandes Leipzig, der, wie berichtet, einen Großteil hiesiger Gewässer bewirtschaftet: "Der Elster-Saale-Kanal ist eine Bundesschifffahrtsstraße, unser Verband hat dort auch das Fischereirecht gepachtet. Ich kenne auch noch, dass da bis zur Autobahn am Kanal entlang sehr viele Badegäste waren. Das Problem des Kanals ist, dass er total verkrautet ist und man immer weniger freie Stellen vorfindet. Ich würde das Baden dort aus folgenden Gründen nicht empfehlen und ich denke, es ist auch verboten. Zum einen ist der Kanal Trainingsstrecke der Ruderer. Die sehen nicht, wenn da jemand im Wasser schwimmt. Zum anderen gibt es am Kanal seit einigen Monaten einen Motorbootverleih. Nun fahren Freizeitschiffer, leider sehr oft mit überhöhten Geschwindigkeiten, auf dem Kanal entlang. Das ist für Bader nicht ganz ungefährlich. Ich denke aber auch, dass die Leute mittlerweile lieber in den vielen neu entstandenen Seen baden gehen, die es damals noch nicht gab."

Diese Entwicklung wird im Wasser- und Schifffahrtsamt wohlwollend verfolgt, denn im Elster-Saale-Kanal, einer Bundeswasserstraße, sei Baden per Gesetz schon immer verboten, hieß es im zuständigen Bereich in Merseburg. Diese Bundeswasserstraße sei zwar noch nicht fertiggestellt, aber jeder könne dort mit einem Außerbordmotor losfahren, das sei schon nicht ohne. "Auf der Bundesautobahn gehe ich auch nicht einfach wandern", so ein Beamter.

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Im Ökobad Lindenthal funktioniere die auf der Web-Seite der Sportbäder GmbH ausgewiesene Rutsche schon lange nicht mehr, monierte Simone Behrends. "Diese Rutsche ist bereits seit drei Jahren außer Betrieb und wird sicher auch in absehbarer Zeit nicht repariert. Ich wohne in Lindenthal und besuche mit meiner fünfjährigen Tochter oft das Ökobad und finde es sehr bedauerlich, dass es insbesondere für jüngere Kinder so wenig attraktiv ist. Es gibt weder einen Sandkasten, noch einen Spielplatz und das Highlight des Bades, die Rutsche, wird auch nicht instand gesetzt. Auch wenn man am Nachmittag nur mal für eine bis zwei Stunden ins kühle Nass springen will, bezahlt man einen Eintrittspreis von Euro 6,40 für einen Erwachsenen und ein Kind. Nicht unbedingt ein preiswertes Badevergnügen, wie ich finde. Das Bad ist im Sommer nie sehr stark frequentiert und ich frage mich, ob man dafür wirklich täglich vier Angestellte bezahlen muss. Es wäre vielleicht sinnvoller, einen Teil der Lohnkosten in die Reparatur der Rutsche zu investieren, um das Bad wieder kinderfreundlicher zu gestalten", so die Leserin.

Thomas Flinth, Sprecher der Kommunalen Wasserwerke Leipzig, antwortete: "Die Rutsche im Ökobad Lindenthal ist tatsächlich ein Problemkind. Sie funktioniert nur mit eigenem Wasser, das heißt, es wird Wasser aus dem Badebereich angesaugt und zum Startpunkt der Rutsche gepumpt. Und hier liegt das Problem. Das Ökobad ist ein ökologischer Badeteich mit Pflanzenbewuchs. Es verstopfen immer wieder Algen, Blätter und Zweige die Pumpe. Daher ist die Pumpe leider oft außer Betrieb. Die Aussage der Leserin, dass die Rutsche seit drei Jahren außer Betrieb ist, können wir aber nicht bestätigen. Es tut uns leid, dass gerade die Rutsche, die bei Kindern sehr beliebt ist, häufig ausfällt. Die Sportbäder versuchen ihr Möglichstes, durch zusätzliche Reinigungen der Pumpe die Wasserrutsche so oft wie möglich zu öffnen."

Lindenthals Bademeister Rainer Lademann versprach gestern, am heutigen Sonnabend noch einmal einen Versuch zu starten, um die Rutsche wieder in Gang zu bringen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.07.2013

Cornelia Lachmann

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