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Erinnern und nach vorn blicken – am 9. Oktober ist in Leipzig wieder Lichtfest

Gedenken an Friedliche Revolution Erinnern und nach vorn blicken – am 9. Oktober ist in Leipzig wieder Lichtfest

Der 9. Oktober 1989 gilt als Schlüsseldatum beim Zusammenbruch der DDR. Leipzig erinnert daran am kommenden Sonntag mit dem Friedensgebet, der Rede zur Demokratie und dem Lichtfest. „Mut – Werte – Veränderung“ ist der Jahrestag diesmal überschrieben, an dem auch Museen und Archive zusätzliche Angebote unterbreiten.

Probe fürs Lichtfest 2016 mit Schauspieler Sylvester Groth und dem Leipziger Ballett.
 

Quelle: André Kempner

Leipzig.  Mehr als 70 000 Demonstranten überwanden am 9. Oktober 1989 ihre Angst und stellten sich mit dem Ruf „Wir sind das Volk“ in Leipzig den bewaffneten Sicherheitskräften entgegen. Dieser entscheidende Tag der Friedlichen Revolution im Herbst ’89 ist in Leipzig städtischer Feiertag. „Mut – Werte – Veränderung“ ist der Jahrestag anno 2016 überschrieben, an dem traditionell Friedensgebet, Rede zur Demokratie und Lichtfest über die Bühne gehen. Darüber hinaus gibt es Ausstellungen, Podiumsdiskussionen, Filmvorführungen, Lesungen und Installationen und vieles mehr.

Den Auftakt der Feierlichkeiten bildet am Sonntag das traditionelle Friedensgebet um 17 Uhr in der Nikolaikirche. Zur Predigt steigt Pastor Yassir Eric vom Europäischen Institut für Migration, Integration und Islamthemen auf die Kanzel. Die Rede zur Demokratie wird diesmal Martin Schulz (SPD), der Präsident des Europäischen Parlaments, halten. Beginn ist um 18.30 Uhr in der Nikolaikirche. Emotionaler Höhepunkt des Abends ist das Lichtfest ab 20 Uhr auf dem Augustusplatz, wo die Leipziger und ihre Gäste einmal mehr eine 89 aus Kerzen gestalten.

„Mit diesem Dreiklang erinnern wir an die demokratische Idee, aus der die Bürger 1989 die Kraft zur Selbstbefreiung aus der Diktatur zogen“, sagt Tobias Hollitzer, Sprecher der Initiativgruppe „Herbst 1989“, die den „Tag der Friedlichen Revolution“ koordiniert. Projektleiterin Marit Schulz: „Das Lichtfest muss dabei nach vorn blicken und darf nicht bloß die Ereignisse von damals spiegeln.“ So werde in diesem Jahr der Frage nachgegangen, welche Rolle jeder Einzelne innerhalb gesellschaftlicher Prozesse spielt. Schauspieler Sylvester Groth, Musiker Mike Dietrich und Chefchoreograf Mario Schröder mit dem Leipziger Ballett gestalten auf dem Augustusplatz ab 20 Uhr ein knapp einstündiges Bühnenprogramm, das sich zu einer vielschichtigen Performance verwebt. Historische Foto- und Videoaufnahmen, ergänzt um Dokumente des aktuellen Zeitgeschehens, begleiten die Inszenierung auf großen Leinwänden im Hintergrund. Das künstlerische Konzept stammt erneut von Jürgen Meier.

Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen (BStU), Dittrichring 24, lädt für Sonntag von 20 bis 23 Uhr zur „Nacht der offenen Tür“. Im Fokus steht diesmal der Apparat der hauptamtlichen Stasi-Mitarbeiter. Aktenauszüge, Fotos, Filme und Audiodokumente geben Antworten auf Fragen wie: Was verraten die Kaderakten über Kontakte, Karrieren und Konflikte? Wie feierten die Tschekisten? Welche Verfehlungen wurden mit welchen Strafen geahndet? Darüber hinaus gibt es Rundgänge durch das geschichtsträchtige Gebäude mit seinen zahlreichen Archivräumen, in denen neben 8,6 Kilometer Stasi-Akten auch 2300 Säcke mit Papierschnipseln lagern. Das Museum in der „Runden Ecke“ öffnet am Sonntagabend zusätzlich von 20 bis 23 Uhr. Dabei werden laufend Führungen durch die Dauerausstellung „Stasi – Macht und Banalität“ und die Sonderausstellung „Leipzig auf dem Weg zur Friedlichen Revolution“ angeboten.

Bereits um 14 Uhr beginnt im Zeitgeschichtlichen Forum in der Grimmaischen Straße ein buntes Programm. Einer der Höhepunkte: Die bekannte Liedermacherin Bettina Wegner, die beispielsweise mit ihrem Lied „Sind so kleine Hände“ in der DDR zu den prominenten Gesichtern der Opposition gegen das SED-Regime gehörte, gibt eines ihrer raren Konzerte (ab 15 Uhr). Neben Führungen durch die Ausstellungen sind kleine und große Besucher eingeladen, unter dem Motto „Licht und Schatten, Mauern und Türen“ eine große Wand gemeinsam mit dem Comic-Künstler Schwarwel zu gestalten. „Westpaket“ ist ein Interaktiver Ausstellungsrundgang zum Thema „Deutsche Teilung“ für Kinder ab acht Jahre überschrieben.

Von Mathias Orbeck

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