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Lokales Erneut Demonstrationen vor Asylheim in Leipzig - für und gegen die Bewohner
Leipzig Lokales Erneut Demonstrationen vor Asylheim in Leipzig - für und gegen die Bewohner
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23:59 30.01.2014
Die Interims-Flüchtlingsunterkunft in Schönefeld war immer wieder Schauplatz von Demonstrationen. Quelle: Wolfgang Zeyen

Unter der Parole "Leipzig steht auf - gegen Minderheiten-Politik im Rathaus" macht eine Gruppe Front gegen die 94 Bewohner des ehemaligen Fechnergymnasiums, darunter rund 30 Kinder. Ein breites Bündnis aus Initiativen, Lokalpolitik und Kirchgemeinde hat hingegen angekündigt, Flagge für die Asylsuchenden zu zeigen.

Von einer Kundgebung am Montagabend 19 Uhr spricht "Leipzig steht auf" im Internet. Finden sich die Protestler zur angesagten Zeit ein, dürften sie bereits erwartet werden. Die Initiative "Refugees Welcome" ("Flüchtlinge willkommen") will nach eigenen Abgaben um 17.30 Uhr eine Gegendemonstration starten - gegen das rechtsorientierte "Leipzig steht auf" und für die Flüchtlingsfamilien. Ebenso ruft die Stadtratsfraktion der Bündnisgrünen dazu auf, schon eineinhalb Stunden vorher "ein deutliches Zeichen für Menschenfreundlichkeit zu setzen", so Grünen-Vorstandssprecherin Petra Cagalj Seijdi.

Die Hoffnung auf ein Signal pro Asylunterkunft aus der Bevölkerung hegt auch Roman Schulz. Der Sprecher der sächsischen Bildungsagentur geriet zuletzt häufig ins Schussfeld von "Leipzig steht auf". Der Grund: Mit Schulz' ausdrücklichem Segen und in seinem Beisein hatten Klassen der Schönefelder Astrid-Lindgren-Grundschule das benachbarte Asylheim besucht. Die Protestler, sagt Schulz, ließen nichts unversucht, "die Gesamtsituation Unterkunft einerseits und die Grundschule andererseits sowie die Klassenbesuche politisch fragwürdig und rechtslastig auszuschlachten". Die Bildungseinrichtung habe mit den Visiten im Asylheim "einen wichtigen Beitrag geleistet, um fremdenfeindliche und rassistische Vorurteile abzubauen", betont Schulz - und erhält Rückendeckung aus der Matthäuskirchgemeinde in Schönefeld, die für Montag 18 Uhr vor der Unterkunft ein Friedensgebet mit Kerzen und Gesängen geplant hat. "Für Kinder sind die Unterrichtsbesuche eine Horizonterweiterung", meint Pfarrerin Grit Markert. Zugleich hat die Geistliche eine Erklärung dafür, weshalb die Flüchtlingsherberge deren Gegnern ein Dorn im Auge ist: "Das Heim läuft ausgezeichnet und wird auch von der Bevölkerung im Stadtteil angenommen."

Der Bürgerverein Schönefeld bestätigt Markerts Meinung. "Bisher haben die Leute mehr an Geld und Gütern gespendet, als überhaupt Bedarf da war", sagt Vereinschef Michael Reinhardt. Zudem habe sich bislang keine der negativen Prophezeiungen bewahrheitet. So hatte etwa eine anonyme Elterngemeinschaft in einem Schreiben über grassierende Krankheiten unter den Asylsuchenden orakelt (die LVZ berichtete).

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 31.01.2014

Felix Kretz

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