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Lokales Erneut Prozess um tödlichen Regatta-Unfall am Leipziger Palmengartenwehr
Leipzig Lokales Erneut Prozess um tödlichen Regatta-Unfall am Leipziger Palmengartenwehr
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22:44 27.03.2012
Am Palmengartenwehr verunglückte am 13.April 2008 ein jugendlicher Ruderer tödlich. Quelle: Wolfgang Zeyen
Leipzig

Ab 10. Mai soll die Leipziger Justiz im nunmehr dritten Anlauf prüfen, ob den Präsidenten des veranstaltenden Rudervereins Triton, Jens G. (44), der Vorwurf der fahrlässigen Tötung und fahrlässigen Körperverletzung zu Recht trifft.

Wie Christiane Fernstedt, Sprecherin des Landgerichtes Leipzig, gestern bestätigte, hat die zweite Strafkammer bis 13. Juni fünf Prozesstage anberaumt. Bei dem Unfall im April 2008 war eine Dessauer Kinderbesatzung auf dem Elsterflutbett vom Kurs abgekommen und das Wehr heruntergestürzt. Ein zwölfjähriger Junge ertrank, ein Elfjähriger wurde schwer verletzt.

Wie berichtet, sprach das Amtsgericht Jens G. im April 2010 schuldig, verhängte eine geringe Sanktion - eine Verwarnung mit Strafvorbehalt. Nur für den Fall, dass der Angeklagte binnen einer einjährigen Bewährung straffällig wird, sollte er 2700 Euro zahlen. Er hätte geeignete Maßnahmen zur Gefahrenabwehr, etwa durch den Einsatz eines Motorbootes unmittelbar am Wehr, treffen müssen, hieß es. Das Landgericht hob diese Entscheidung nach einer Berufung des Angeklagten auf. "Nicht schuldig", so Richter der dritten Strafkammer.

Jens G. habe keine Sorgfaltspflichten verletzt; vielmehr alles getan, was zur Gewährleistung der Sicherheit aus seiner Sicht erforderlich war, wozu der Einsatz von drei Rettungsbooten auf der Strecke gehörte. "Jeder Sport birgt Risiken. Man kann nicht alle Eventualitäten vorhersehen", so die Richter. Nach einer Revision der Staatsanwaltschaft kassierte das Oberlandesgericht Dresden allerdings den Freispruch und verwies den Fall nach Leipzig zurück, an eine andere Strafkammer.

Die Begründung sei "widersprüchlich" und "lückenhaft" gewesen. Peter Manthey, Verteidiger von Jens G., will erneut auf einen Freispruch hinaus. "Es muss klargestellt werden, dass ein solches Unglück nicht vorhersehbar war", so der Anwalt gestern. Die Urteile gegen die beiden Dessauer Trainerinnen - ebenfalls Verwarnungen - sind indes rechtskräftig.

Sabine Kreuz

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