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Lokales Eröffnung der Mensa verzögert sich weiter – Uni-Semesterbeitrag soll steigen
Leipzig Lokales Eröffnung der Mensa verzögert sich weiter – Uni-Semesterbeitrag soll steigen
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18:27 21.07.2011
Schlüsselübergabe für die neue Mensa am Leipziger Campus Jahnallee: Henry Hasenpflug, Beate Schücking, Andrea Diekhof, Johann Gierl und Andreas Pinkwart (v.l.) Quelle: André Kempner
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Leipzig

Am Donnerstag wurde der hochmoderne Essenstempel feierlich an das Studentenwerk übergeben. Die eigentlichen Nutzer müssen sich jedoch weiter in Geduld üben. Erst Ende September – und damit ein Jahr später als geplant – können die Studenten die neue Einrichtung in Besitz nehmen.

„Den heutigen Tag haben wir lange herbeigesehnt“, sagte Andrea Diekhof, Geschäftsführerin des Leipziger Studentenwerks. Seit September 2009 war die Mensa für insgesamt 8,6 Millionen Euro saniert worden. Die Kommilitonen mussten seitdem mit einem beheizbaren Zelt als Interim auf dem Campus vorlieb nehmen – was dem Studentenwerk deutliche Umsatzeinbrüche bescherte. „Die Essensnachfrage ging um die Hälfte zurück. Wir hatten Erlöseinbußen in Höhe von 300.000 Euro pro Jahr“, berichtete Diekhof.

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Fehlerhafte Baupläne führten zu Verzögerungen

Wegen Planungsproblemen war es bei der Sanierung durch den Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien und Baumanagement (SIB) zu erheblichen Verzögerungen gekommen. Wie Johann Gierl vom sächsischen Finanzministerium erklärte, sei bei der Entkernung des Gebäudes festgestellt worden, dass die ursprünglichen Baupläne für die 1977 errichtete Mensa fehlerhaft waren. So wichen Decken und Wände bis zu zehn Zentimeter von den Stellen ab, wo sie in den Plänen verzeichnet waren. Trotz der beinahe doppelten Bauzeit hätten sich die geplanten Kosten nicht erhöht. Von den 8,6 Millionen Euro trugen der Freistaat und das Studentenwerk jeweils die Hälfte.

Die neue Mensa am Leipziger Campus Jahnallee bei der offiziellen Übergabe am 21.07.2011 Quelle: André Kempner

Auch die Handelshochschule Leipzig (HHL) zieht künftig in das neue Gebäude mit ein. Für weitere 2,4 Millionen Euro vom Freistaat entstanden an der Nordseite ein neuer Hörsaal mit 197 Plätzen, ein Konferenzraum sowie ein Dutzend Büro, Seminar- und Gruppenarbeitsräume. „Dadurch können wir unsere Kapazitäten um ein Viertel erweitern“, freute sich Rektor Andreas Pinkwart. „Das hilft uns dabei, unsere Wachstumsstrategie weiter in Angriff nehmen zu können.“

Neue Mensa wird zum Kino

Die Ausstattung der neuen Mensa steht der zuletzt sanierten Einrichtung am Augustusplatz in nichts nach. Das Essen können sich die Studierenden künftig aus verschiedenen Fleisch-, Fisch- und vegetarischen Komponenten zusammenstellen. Spezielle Theken für Nudeln, Salat, Wok- und Grillgerichte ergänzen das Angebot. Bis zu 750 Gäste finden im Speisesaal, auf der neuen Freiterrasse und in der Cafeteria künftig Platz. Mit Hilfe von Trennwänden lässt sich ein Teil des Speisesaals in einen Veranstaltungssaal verwandeln, auch eine Nutzung als Kino ist dank einer extra installierten Leinwand möglich.

Während die Cafeteria im Erdgeschoss bereits am 8. August öffnen soll, bleibt der Speisesaal im Obergeschoss noch bis kurz vor Beginn des Wintersemesters geschlossen. In der Küche müssten noch Geräte installiert werden, zudem werde am Fußboden gearbeitet und das Geländer auf der Terrasse angebracht, erklärte Studentenwerk-Chefin Diekhof. Ab Ende September öffnet die Mensa dann Montag bis Freitag von 11 bis 14 Uhr ihre Türen. Täglich 1400 Essen sollen hier ausgegeben werden, weitere 1000 Mahlzeiten werden für andere Standorte zubereitet.

Essenspreise bleiben stabil – Semesterbeitrag soll soll erhöht werden

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An den Essenspreisen für Studenten – ab 1,50 Euro pro Mahlzeit – soll sich vorerst nichts ändern. Aufgrund der gesunkenen Zuschüsse vom Freistaat plant das Studentenwerk jedoch ab 2012 eine deutliche Erhöhung der Semesterbeiträge von derzeit 55 Euro auf knapp 70 Euro. „In Städten wie Dresden oder Freiberg bewegt er sich schon jetzt in dieser Größenordnung“, so Diekhof.

Das Studentenwerk mit seinen knapp 330 Mitarbeitern fuhr 2010 eine halben Million Euro Verlust ein, konnte dies aber mit Rücklagen ausgleichen. 2012 seien diese jedoch aufgebraucht, sagte die Geschäftsführerin. Zudem erhalte das Studentenwerk dann mit 1,4 Millionen Euro rund 100.000 Euro weniger vom Land als 2011. „Unser Wunsch ist, dies nicht über die Essenspreise zu kompensieren, sondern über den Semesterbeitrag“, sagte sie. Der Verwaltungsrat muss den Plänen jedoch noch zustimmen.

Robert Nößler

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