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Lokales Erst Ökobad, jetzt Rathaus - Streitthemen in Leipzig-Lindenthal
Leipzig Lokales Erst Ökobad, jetzt Rathaus - Streitthemen in Leipzig-Lindenthal
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23:59 06.11.2014
Quelle: Dirk Knofe

"Wir haben beschlossen, uns im Dezember mit Herrn Rosenthal noch einmal zusammenzusetzen, um eine Lösung zu finden, mit der die Lindenthaler leben können", teilte Ortsvorsteher Thomas Hoffmann (CDU) auf Anfrage mit. Mehr wolle er nicht sagen, da mit Rosenthal Vertraulichkeit vereinbart worden sei. Auch der Bürgermeister bewahrte Stillschweigen: "Das Verfahren ist nicht öffentlich", sagte Rosenthal.

Doch zuvor - im öffentlichen Teil der Ortschaftsratssitzung - war deutlich geworden, was das Gremium bei der Ökobad-Problematik bewegt. Dabei ging es hier um ein ganz anderes Thema - nämlich um das altehrwürdige Lindenthaler Rathaus. Ralph Rinner, Abteilungsleiter im städtischen Liegenschaftsamt, stellte den Mitgliedern des Rates das Konzept zum Verkauf der Immobilie vor. Ein mittelständischer Unternehmer will das 654 Quadratmeter große Grundstück für 200 000 Euro erwerben. Rinner offenbarte, dass der Kaufinteressent im Erdgeschoss einen Raum für den Ortschaftsrat vermieten würde - zum Preis von fünf Euro pro Quadratmeter. "Das ohnehin schon arg abgespeckte einstige Bürgeramt hängt dann völlig in der Luft", kritisierte Ortschef Hoffmann derlei Überlegungen. "Die Stadtverwaltung hat aber keinen Bedarf für einen Bürgerladen angemeldet", entgegnete Abteilungsleiter Rinner. Dies brachte den Ortschaftsrat auf die Palme, dem mit Claus-Uwe Rothkegel (CDU), Andreas Geisler (SPD) und Birgitt Mai (Die Linke) immerhin drei Stadträte angehören. "Wir haben in Lindenthal und Breitenfeld einen Einwohner-Boom. Immer mehr Leipziger ziehen zu uns, da müssen wir auf ein Bürgeramt einfach bestehen, das gehört zur Daseinsvorsorge", betonte Hoffmann.

Rothkegel versicherte, dass sich der Ortschaftsrat gegen jede "stückchenweise Veräußerung" von Lindenthaler Immobilien mit aller Macht zur Wehr setzen werde. Dieter Bothur (CDU) forderte eine komplexe Lösung für Rathaus und Ökobad. "Der Erlös aus dem Verkauf dieses Paketes muss den vom Lärm geplagten Anwohnern auf alle Fälle zugutekommen, die Lebensqualität muss verbessert werden", sagte er.

Rinner erläuterte, dass die Ausschreibung zum Verkauf des Rathauses abgeschlossen sei, versicherte aber, dass mit dem Investor noch keinerlei Verträge unterzeichnet wurden.

"Im Dezember stehen Ökobad und Rathaus bei uns nochmals auf der Tagesordnung", kündigte Ortsvorsteher Hoffmann derweil an. Bürgermeister Rosenthal wolle dann ein modifiziertes Bad-Konzept vorlegen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.11.2014

Günther Gießler

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