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Lokales Erst jede vierte Kita in Leipzig nutzt Platzvergabe über Internetportal
Leipzig Lokales Erst jede vierte Kita in Leipzig nutzt Platzvergabe über Internetportal
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00:22 06.03.2018
Einen passenden Kitaplatz über das städtische Internet-Portal zu finden, ist in Leipzig nach wie vor fast unmöglich. Quelle: dpa
Leipzig

Sich zu Hause an den Computer setzen und nach ein paar Klicks einen freien Krippen-Platz finden? Das ist in Leipzig immer noch ein frommer Wunsch. Aktuell nehmen erst 130 Kitas und Horte an der Vermittlung über das städtische Internetportal meinkitaplatz-leipzig.de teil. Das wurde bei der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses deutlich.

Zieht man von den 130 Teilnehmern noch die rund 60 Horte ab, die ausnahmslos dabei sind, bleiben lediglich etwa 70 Kitas und Einrichtungen der Kindertagespflege übrig. Dabei gibt es davon in der Messestadt eigentlich 265, erläuterte Dirk Häßner, Abteilungsleiter im Jugendamt. Demnach ist bisher also nur etwa jede vierte Kita bei der Internet-Platzvergabe präsent. „Die 46 kommunalen Kitas haben wir alle an Bord. Bei den Freien Trägern ist das Engagement noch unterschiedlich.“

Suche der Eltern meist ohne Erfolg

Kein Wunder also, dass das Angebot an freien Plätzen auf dem Portal nach wie vor dürftig ausfällt. Bei einem LVZ-Test in den letzten Tagen zeigte Kivan (so die Abkürzung für den offiziellen Namen „Kindertagesstättenverwaltungsanwendung“) frühestens für September 2018 eine Aufnahmemöglichkeit für ein Kind im Krippenalter an – und zwar bei einer Tagespflege in Lindenau. Für Kinder im Kindergartenalter gab es in den nächsten drei Monaten nur ein Angebot – in der Kita eines freien Trägers in Dölitz-Dösen. Und auch das war nach wenigen Stunden wieder weg.

Die Zahl der teilnehmenden Einrichtungen werde sich aber bald deutlich erhöhen, kündigte Häßner an. „Unser Ziel ist, bis Ende 2018 alle Leipziger Kitas auf dem Portal freischalten zu können.“ Im Moment scheitere das oft noch an einer ungenügenden „Qualität der Datenlage“. Hintergrund: Damit Kivan richtig läuft, müssen die Kitas dort Daten zu allen ihren Betreuungsverträgen einspeisen. Erst dann werden sie für die Platzvergabe über das Internetportal freigeschaltet, um Fehlbuchungen und damit zusätzlichen Frust bei den suchenden Eltern zu vermeiden.

Platzvergabe bleibt in Hoheit der Freien Träger

Seit dem Start einer verbesserten technischen Version im Oktober 2017 habe die Kommunalfirma Lecos als Softwareentwickler 440 Vertreter von Kitas und Horten im Umgang mit dem Portal geschult, erläuterte Häßner. „Im April beginnen weitere Schulungen. Auf Wunsch kommt Lecos auch gern vor Ort in die Kitas. Einige Träger haben auf diese Angebote aber noch nicht reagiert.“ Zudem gebe es nach wie vor kleinere technische Tücken: vor allem beim Abgleich der Elternangaben mit den Daten des Einwohnermelderegisters. „Das soll aber in Kürze gelöst sein.“

Wie berichtet, hatten Stadtverwaltung und Freie Träger im Juli 2017 einen Kompromiss zu Kivan vereinbart. Im Zuge von Finanzierungsverhandlungen verpflichteten sich damals alle Träger, an der Platzvergabe per Internet teilzunehmen. Im Gegenzug ließ die Stadt ihre Forderung fallen, kommunale Belegungsrechte für Plätze bei den Freien Trägern zu erhalten. Das Jugendamt verspricht sich durch die jetzige Lösung auch eine effizientere Vergabe und Verwaltung der Betreuungsplätze, mehr Gerechtigkeit für alle jungen Eltern und eine bessere Bedarfsplanung.

Verweigerern droht Verlust der Finanzierung

Stadträtin Juliane Nagel (Linke) fragte nach, ob das Jugendamt nach wie vor der Meinung sei, dass Kivan erst dann sinnvoll arbeiten kann, wenn dort alle Kitas freigeschaltet sind. Dies bestätigte Amtsleiter Nicolas Tsapos. Karsten Albrecht (CDU) wollte wissen, welche Sanktionen drohen, falls sich eine Kita dauerhaft der Mitarbeit verweigert. Laut Tsapos würde sie dann – „wenn alle Runden gedreht    sind“ – ihre Finanzierung durch die Stadt Leipzig verlieren. Rüdiger Ulrich (Linke), der die Ausschusssitzung leitete, forderte einen neuen Zwischenbericht in spätestens drei Monaten an. „Bisher ist das Ergebnis ja nicht befriedigend“, begründete er.

Jens Rometsch

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