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Lokales Erste Herzverpflanzung vor 50 Jahren: In Leipziger Kurzfilm treten fünf Transplantierte auf
Leipzig Lokales Erste Herzverpflanzung vor 50 Jahren: In Leipziger Kurzfilm treten fünf Transplantierte auf
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00:17 05.12.2017
Sie haben Spenderherzen und kommen in dem Leipziger Kurzfilm zu Wort: Dieter, Karsten, Kerstin, Thomas und Maurice (von links). Quelle: Foto: Verein HTLX
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LEIPZIG

Gut sieben Minuten lang ist der Film, in dem Herztransplantierte ebenso zu Wort kommen, wie ein Herzchirurg. Anlässlich des 50. Jubiläums der ersten derartigen Organverpflanzung, die der südafrikanische Mediziner Christiaan Barnard am 3. Dezember 1967 in Kapstadt ausführte, wurde der Streifen jüngst in Leipzig produziert – von der Filmemacherin Maria Haase zusammen mit dem hiesigen Verein für Herz-Lungen-Transplantation (HLTX). Jene Fünf, die darin ihre Krankheits- und Rettungsgeschichte erzählen, haben zusammen bisher rund „50 geschenkte Jahre“, wie es im Untertitel heißt. Karsten lebt seit zehn Jahren mit einem Spenderherz, Kerstin bekam vor fünf Jahren eines implantiert, Dieter vor 19 Jahren, Maurice vor acht Jahren und Thomas Schladitz vor zehn Jahren. „Für jeden Tag sind wird dankbar“, sagt der stellvertretende Vereinsvorsitzende und sportlich aktive Schladitz.

OP-Tag alsals zweiter Geburtstag

Als Barnard seine Pionierleistung vollbrachte, war an eine lange Überlebenszeit noch nicht zu denken. Nachdem er mit seinem Team dem 53-jährigen Gemüsehändler Louis Washkansky das Organ eingesetzt hatte, waren dem Mann nur noch 18 Tage beschieden. Er verstarb an einer Lungenentzündung, weil die Immunabwehr nicht mehr funktionierte. Knapp vier Jahrzehnte später, exakt am 25. Februar 2007, wurde bei dem damals 43-jährigen Rackwitzer Schladitz im Leipziger Herzzentrum (HZL) die Transplantation vorgenommen. Das erste Gefühl, an das er sich nach der Operation erinnert, war ein wohliges. „Als ob ich innerlich warm geduscht hätte, mein Körper wurde wieder lebendig.“ Das Datum spielt für ihn bis heute eine große Rolle, er begeht es als zweiten Geburtstag.

Teilnahme anWeltspielen in Malaga

Nachdem eine Herzinsuffizienz Schladitz immer weiter geschwächt hatte, kehrte mit der Kraft des neuen Herzens dann das Leistungsvermögen zurück. Der Radsport ist seine Passion, in diesem Jahr ging er in Malaga bei den Weltspielen der Transplantierten und Dialysepatienten an den Start – wie schon 2013, als sie in Südafrika ausgerichtet wurden und er dabei einen Abstecher zum Transplantationsmuseum in Kapstadt machte. Die Vereinsarbeit ist ihm eine Herzenssache. An Schulen sind die Mitglieder der von Elke Scholz-Zeh geleiteten Gruppe beispielsweise aktiv, klären über die Organspende auf.

Erste Organverpflanzung inLeipzig im Jahr 1986

Den Patienten, die im HZL in Probstheida auf eine Transplantation warten, machen sie Mut – organisieren dort auch ein Beisammensein in der Adventszeit. Schladitz muss regelmäßig in eigener Sache ins Herzzentrum. Drei- bis viermal im Jahr wird er kardiologisch durchgecheckt – wie viele andere, denen in der Vergangenheit am HZL ein Herz eingesetzt wurde.

Im Jahr 1994 eröffnet, fanden bisher 430 solcher Transplantationen an der renommierten Einrichtung statt. Der älteste Patient war 70 Jahre, der jüngste acht. Aber die Historie der Herzverpflanzungen in Leipzig reicht weiter zurück als die Geschichte des HZL. Im Roten Haus an der Philipp-Rosental-Straße, das heute Studienambulanzen beherbergt, hatte zu DDR-Zeiten die universitäre Herzklinik ihren Sitz. Im November 1986 nahm dort Professor Karl-Friedrich Lindenau die erste Transplantation vor. Nur an der Charité in Berlin hatte es dies davor in Ostdeutschland gegeben – und zwar im selben Jahr. Beginnend am 30. Juni wurden 1986 dort vier Herzen transplantiert. Bis zum Jahr 1990 gab es unter Lindenaus Ägide zwölf Organ- verpflanzungen in Leipzig, an der Charité 38.

Von MARIO BECK

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