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Lokales Erste Teiche in Leipzig schon trocken gefallen
Leipzig Lokales Erste Teiche in Leipzig schon trocken gefallen
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22:02 25.07.2018
Der vordere Rosentalteich in Leipzig ist bereits ausgetrocknet. Weitere stehende Gewässer in der Stadt werden folgen, bis zu zehn Prozent von ihnen, befürchtet die Stadt. Quelle: Andre Kempner
Leipzig

Hitzewelle und Trockenheit machen der Leipziger Fauna und Flora schwer zu schaffen. Die ersten Teiche sind bereits trocken gefallen, das Amt für Stadtgrün und Gewässer geht davon aus, dass in den nächsten Tagen rund zehn Prozent der insgesamt 105 Stillgewässer ein ähnliches Schicksal erleiden.

„Aktuell schauen wir mit dem Anglerverband Leipzig, ob das Wasser im Dorfteich Rückmarsdorf und sein Sauerstoffgehalt noch ausreichen für die dort lebenden Fische“, erklärte Rüdiger Dittmar vom Amt für Stadtgrün und Gewässer. Im Abfischen haben die Angler bereits Erfahrung in diesme Sommer: Die Petrijünger hätten bereits geholfen, den vorderen Rosentalteich abzufischen, bevor er trockengefallen war, so Dittmar. Im Schäfereiteich in Dösen, dem Parkteich in Abtnaundorf und dem Angerteich in Rehbach, die alle drei mehr oder weniger ohne Waser dastehen, habe es jeweils aber keine nennenswerten Fischbestände gegeben.

Genau 105 so genannte Stillgewässer gebe es im Stadtgebiet, so der Amtsleiter. „Wir gehen davon aus, dass etwa zehn Prozent davon trocken fallen.“ Was sich im ersten Augenblick ungeheuerlich anhört, ist für die Experten eher typisch für ein solches Naturereignis wie diese Dürre. Der Wassermangel von Zeit zu Zeit und stark schwankende Pegel seien Charakteristika von diesen Teichen, erklärte Dittmar. Die Biotope dort seien daran angepasst. Trotzdem solle in den nächsten Tagen mit dem Anglerverband zusammen weiter geschaut werden nach dem Zustand der stehenden Gewässer, müsse gegebenenfalls abgefischt werden.

Der vordere Rosentalteich in Leipzig ist trocken gefallen. Quelle: Andre Kempner

Umweltamtsleiterin Angelika Freifrau von Fritsch appellierte derweil an die Leipziger, „achtsam und sparsam“ mit jedem Tropfen Wasser umzugehen. Es müsse genau geschaut werden, wieviel Wasser etwa die Bäume zum Überleben bräuchten. Noch gebe es keine Probleme mit dem Grundwasser. Bekanntlich liegt Leipzig in einem traditionell eher feuchten Auengebiet.

Bei den Flüssen sei es günstig für die Stadt, dass die Weiße Elster weiterhin gestützt mit Talsperrenwasser aus Pöhl durch die Stadt fließe, so die Amtsleiterin. Außerdem werde das Wasser in Connewitz und am Palmgartenwehr jeweils angestaut – „dadurch sieht man den Mangel an der Wasserlinie nicht so sehr“, erklärte sie. Die extrem langsame Fließgeschwindigkeit, der niedrige Wasserstand und die große Hitze würden jedoch das Wasser erwärmen, den Sauerstoffgehalt vermindern. „Die Gefahr eines Fischsterbens ist da“, bestätigte die Umweltamtsleiterin Befürchtungen auch der Landestalsperrenverwaltung (LTV, die LVZ berichtete).

Gleichwohl sei in nächster Zeit keine Abhilfe zu erwarten. „Von der LTV kommt nichts mehr“, weiß von Fritsch. Die Wasserwächter hatten am Dienstag erklärt, alle Reserven zur Stützung des Pleißepegels bereits aufgebraucht zu haben. Der Wasserfluss nahm dort am Mittwoch weiter ab, sank unter 1,6 Kubikmeter pro Sekunde. Wegen Wassermangels hatte die Stadt bereits die Schleuse Connewitz außer Betrieb genommen. Die Schleuse in Cospuden sei aber weiter im Dienst, stellte Dittmar klar.

Von Fritsch warb am Mittwoch darum, dass sich alle zuständigen Behörden zusammensetzen und gemeinsam nach Lösungen suchen, wie das Wasserproblem zumindest gemildert werden könnte. Wie berichtet, hat aktuell der Störmthaler See noch zuviel Wasser. Eine Sprecherin der zuständigen Tagebausanierer der LMBV erklärte am Mittwoch, man prüfe derzeit, dieses Wasser über den Markkleeberger See und die Kleine Pleiße in den Gewässerknoten Leipzig zu pumpen. Dazu seien aber noch einige Abstimmungen zu treffen, hieß es. Viel helfen wird es aber kaum: Die Pumpe am Auslassbauwerk des Markkleeberger Sees schafft etwa 500 Liter pro Sekunde.

Von Jörg ter Vehn

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