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Lokales Erster Blick in Leipzig neuen Fernbus-Bahnhof
Leipzig Lokales Erster Blick in Leipzig neuen Fernbus-Bahnhof
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22:17 14.03.2018
Schauten sich gestern den Probebetrieb an (von links): Dirk Luthe (4Service BusPort), Stephan Pieper (OPG Center-Parking), Ingo Seidemann (S&G Development).
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Leipzig

Etwa 30 000 Busse pro Jahr sollen in Zukunft in dieses Gebäude ein- und ausfahren. Dabei beginnt die Zukunft schon recht bald – nämlich bekanntlich zum Fahrplanwechsel beim deutschen Fernbus-Marktführer FlixBus am 24. März. „Ab jenem Samstagmorgen um 7 Uhr dürfen keine Busse mehr in der Goethestraße halten“, erklärte Dirk Luthe gestern. Der Geschäftsführer der Leipziger Firma 4Service BusPort war ebenso wie Stephan Pieper von der OPG Center-Parking aus Osnabrück in den Neubau an der Ostseite des Hauptbahnhofs gekommen, um sich den dort seit Dienstag laufenden Probebetrieb anzusehen.

„Von Leipzig abzufahren oder hier anzukommen wird nun viel angenehmer“, versprach Ingo Seidemann, Chef des hiesigen Projektentwicklers S&G Development, welcher die Idee zu diesem privat finanzierten Vorhaben hatte. „Erstmals sind ordentliche Toiletten verfügbar, wettergeschütztes Ein- und Aussteigen und ein warmes Plätzchen mit einem Imbiss zum Warten gewährleistet. Wir freuen uns sehr, Leipzigs Fernbus-Terminal nun seinen Nutzern übergeben zu können.“ Mit OPG (gehört zum Baukonzern Goldbeck) und 4Service (gehört zum Service-Riesen Wisag) hätten sich starke Partner als Betreiber für das 15 Millionen Euro schwere Investment gefunden.

Vorbild ist ein Flughafen

Außer dem Münchner Unternehmen FlixBus, das in Deutschland rund 90 Prozent der Bus-Fernreisen abwickelt, sind in Leipzig vom Start weg noch 15 andere Reise- und Fernbus-Unternehmen vertreten. Voraussichtlich etwa 1,5 Millionen Passagiere werden sie pro Jahr in dem mit modernster Technik gespickten Neubau einsammeln oder absetzen. „Die ganzen Abläufe sind nach dem Modell eines Flughafens organisiert“, erläuterte OPG-Prokurist Pieper. Das beginne beim Buchen von Stellzeiten und Serviceleistungen der Bus-Unternehmen über eine extra eingerichtete Internet-Seite. Die tatsächlichen Abfahrtzeiten und mögliche Verspätungen können die Fahrer schon von unterwegs über eine App in das digitale Netz des Hauses einspeisen und erscheinen sofort auf den Anzeigetafeln. „Die neun Bussteige nennen wir deshalb auch wie auf einem Flughafen Gates.“

Auto-Parkhaus öffnet im Mai

Bis Ende 2018 soll eine große Busstation am Ende der Straße Sachseite fertig werden. Dort parken die Transportriesen bei Wartezeiten, finden die Fahrer in einem separaten Neubau auch etliche Service-Angebote für sich und ihre Maschinen vor. Bereits im Mai wird das Autoparkhaus in den Obergeschossen des Busterminals den Betrieb aufnehmen. Dort gibt es 400 öffentliche Stellplätze und 150 weitere für die Deutsche Bahn AG sowie den Autoverleiher Europcar. Letzterer eröffnet im Erdgeschoss, das 4500 Quadratmeter überdachte Flächen zählt, auch ein Kundencenter samt Showroom. Der bisherige Standort am Wintergarten-Hochhaus entfällt dafür. Die Parkhaus-Tickets kosten 1,50 Euro pro Stunde und maximal 6 Euro pro Tag, erläuterte Pieper. Eine „Staubsauger“ genannte Einfahrt zum Parkhaus gibt es in der Brandenburger Straße stadteinwärts für Rechtsabbieger, Ein- und Ausfahrt an der Sachsenseite.

Drei beheizbare Pavillons

Ideal an dem Standort seien die Umsteigemöglichkeiten zu Straßenbahn, Nahverkehrsbussen, S-Bahn und Zügen, so Service-Fachmann Luthe. „Das befindet sich alles in Sichtweite.“ Unter das 6,50 Meter hohe Dach der Fernbus-Etage wurden drei beheizbare Pavillons eingezogen, in denen die Passagiere viele Service-Angebote finden. „Zum Beispiel können sie hier auch direkt Fahrscheine von FlixBus und anderen Anbietern erwerben – neben den bekannten Möglichkeiten im Internet“, sagte er. Die Schalter dafür, auch ein Fundbüro-Service, Reisebüro, Gepäckaufbewahrung und Toiletten finden sich im größten Pavillon, der 700 Quadratmeter zählt. Dort öffnet am 24. März auch eine Kombination aus Schnellrestaurant und Bäckerei, welche die Kamps-Gruppe unter dem Namen „KAMPuS“ betreibt. In diesem Bereich gibt es außerdem Reisebedarf wie Zeitungen, Drogerieartikel, Getränke, Knabbereien und belegte Brote zu kaufen.

Café und Asiatische Küche

Neben dem „KAMPuS“ ist ein Wartebereich mit gutem Ausblick auf die Bus-Gates. Zwei weitere gastronomische Schnellangebote folgen kurz nach der Terminal-Eröffnung in den anderen Pavillons. Dort gehen eine „Coffee Cloud“ und vietnamesische Küche namens „TranViet“ an den Start. Neben dem Terminal errichtet der Baukonzern Papenburg noch zwei Hotels, die 2019 öffnen sollen.

Von Jens Rometsch

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