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Lokales Erster Trickfilm über Musikgenie Wagner kommt aus Leipzig
Leipzig Lokales Erster Trickfilm über Musikgenie Wagner kommt aus Leipzig
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17:06 19.05.2015
"Richard - Im Walkuerenritt durch Wagners Leben", heißt der Trickfilm von Zeichner Schwarwel (rechts) und Musiker Gary Schmalzl. Quelle: Wolfgang Zeyen

In der Tat war einiges ungewöhnlich im Zeitgeschichtlichen Forum. Das gut tätowierte Filmteam um den Leipziger Comiczeichner Schwarwel (44) präsentierte dort einen Ausschnitt aus dem fast fertigen Opus: "Richard - Im Walkürenritt durch Wagners Leben". Die Pressekonferenz begann jedoch nicht mit dem Trickfilm, der ohne gesprochenes Wort auskommt, sondern mit einem Walkürenritt auf der E-Gitarre von Gary Schmalzl. Er kenne Schwarwel "ungefähr seit dem Kindergarten", sagte der 49-jährige Musiker, dessen Band "Speedmöik - Erzorchester der Liebe" den Soundtrack für den 7 Minuten und 36 Sekunden kurzen Streifen lieferte. Danach wurde eine Videobotschaft aus Berlin eingespielt, in der Schmalzl erklärte, warum er leider nicht zur Pressekonferenz nach Leipzig kommen kann.

Später ging es um Marschmusik, Wagners Rockstar-Vita oder die Uhrzeiten, zu denen Genies überhaupt arbeiten könnten. 11 Uhr vormittags sei unmöglich, wusste Moderator Tim Thoelke. Da es aber gerade kurz nach elf war, verpasste er Thomas Krakow, dem Koordinator des Wagner-Jahres in Leipzig, einen falschen Vornamen. Winifred König von der MDR-Redaktion Literatur/Theater/Musik, die das 93000 Euro teure Filmprojekt auch bei der Suche nach Geldgebern unterstützte, beugte weiteren Verwechslungen vor. "Wi-ni-fred - darauf muss ich bei diesem Anlass wert legen", sagte sie in Anspielung auf Wagners recht bekannte und politisch völlig danebene Schwiegertochter Winifred.

Schwarwel, Regisseur und Animator, rühmte Wagners kompositorische Leistung mit einem Vergleich zu Tolkiens "Der Ring, der ewig bindet". Das elitäre Künstlergehabe des am 22. Mai 1813 in Leipzig geborenen Komponisten sei ihm aber suspekt: "Auf den Freisitz würde ich nicht mit dem." Mit 8000 handgezeichneten Bildern haben Schwarwel und Kollegen die Größe und Schwächen des Meisters in einen Fiebertraum komprimiert, bei dem nicht nur Wagner von Walküren, sondern auch der Zuschauer mitgerissen wird. Jens Rometsch

iZu sehen ist der Trickfilm am 22. und 30. Mai im MDR-Fernsehen sowie in der MDR-Mediathek. Die Premieren-Veranstaltung samt Speedmöik-Konzert gibt's am 24. Mai um 18 Uhr im Zeitgeschichtlichen Forum.

Am 22. Mai von 10 bis 18 Uhr steigt ein Wagner-Geburtstagsfest auf dem nach ihm benannten Platz, bei dem auch mit Schwarwel gezeichnet sowie Speedmöik gelauscht werden kann. Der Platz soll am 15. Mai fertig sein - am selben Tag wird gegen 9.30 Uhr das Balkenhol-Denkmal für Wagner auf seinen Sockel am Promenadenring gehoben.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.05.2013

Rometsch, Jens

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