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Lokales Erstes Klavier für Linkshänder kommt aus Leipzig
Leipzig Lokales Erstes Klavier für Linkshänder kommt aus Leipzig
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11:17 21.03.2010
Eine Geige gibt es für Linkshänder ebenso wie eine Gitarre oder eine Blockflöte. Klavierspieler aber müssen bisher mit einer Tastatur vorlieb nehmen, bei der die rechte Hand den Ton angibt. Geza Loso lässt ein Linkshänderklavier in Leipzig bauen. Quelle: dpa
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Trier/Leipzig

Das könnte sich ändern: Der Trierer Pianist Geza Loso (58) hat nach eigener Aussage das weltweit erste Linkshänder-Klavier erfunden, das gerade beim Leipziger Klavierbauer Blüthner entsteht. Hier ist die Tastatur spiegelverkehrt: Die hellen Töne erklingen links, die tiefen rechts. „Das ist ein absoluter Durchbruch“, sagt der gebürtige Ungar, der schon Noten von mehreren hundert Stücken für Linkshänder umgeschrieben hat und den ersten Musikverlag für Linkshänder gegründet hat.   

Noch ist die neue Gusseisenplatte für das Linkshänder-Klavier in der Gießerei. Aber: „Im Mai ist das neue Klavier fertig“, sagt der Geschäftsführer der Julius Blüthner Pianofortefabrik GmbH in Großpösna bei Leipzig, Knut Blüthner-Haessler. Zwar sind Gehäuse und Mechanik des rund 15 000 Euro teuren Instruments die gleichen wie die des Klassikers. Einzelteile wie Stege und diverse Vorrichtungen aber werden sonderangefertigt, „weil sie andersrum sein müssen“, sagt Blüthner-Haessler. Der übrigens ebenso Linkshänder ist wie sein Vater.   

2001 hat Loso bereits mit dem weltweit ersten Linkshänder-Flügel, den er bei Blüthner fertigen ließ, Schlagzeilen gemacht. „Seit ich darauf spiele, fühle ich mich wie befreit“, sagt der Musiklehrer. Seine Linkshänder-Schüler in der Musikschule Trier-Saarburg unterrichtet Loso aber bisher nur an umgepolten Keyboards - weil ein Flügel für rund 45 000 Euro praktisch unerschwinglich ist. „Wenn sich aber das Klavier durchsetzt, könnte es eine preisgünstigere Alternativen sein“, sagt Loso, dessen Tochter Marylin (13) das erste Exemplar bekommt.   

Viele Klavierspieler wüssten gar nicht, dass sie Linkshänder sind. „Sie quälen sich richtig“, sagt Loso und weiß, wovon er spricht: „Ich habe selbst 50 Jahre falsch herum gespielt.“ Er habe immer gemerkt, „dass von der Feinmotorik etwas nicht stimmt“, sagt er und lässt seine geübten Finger über die Tastatur seines Flügels gleiten. Bis er sein Problem verstanden habe. „Links“ zu spielen sei ein „absolut anderes Gefühl“ - viel emotionaler und dynamischer. Dies sei auch der Grund, warum etwa Mozart als Linkshänder in fast jeder zweiten Sonate über Kreuz gespielt habe.   

Zum Linkshänder-Klavier müssen natürlich auch die Noten passen: In Losos inzwischen schon dreibändiger „Musikschule für Linkshänder“ ist der Violinschlüssel den Bassnoten zugeordnet und der Bassschlüssel steht vor den hellen Tönen. Ein „Knackpunkt“ beim Umschreiben war die Erkenntnis, dass auf der Linkshänder-Tastatur die Richtung beim Erhöhen und Erniedrigen der Noten geändert werden musste. „Das heißt zum Beispiel, ein fis wird zu b“, sagt der Pianist. Seit Februar hat Loso auch eine eigene Druckerei im Keller, um Noten zu drucken.   

Der größte Wunsch des Pianisten ist, dass Kinder von klein an Klavier lernen können, „so wie ihnen die Hand gewachsen ist“. Natürlich könne man auch als Erwachsener umschulen. „Kinder aber sollten heute keinen Umweg mehr gehen müssen“, meint er.

Birgit Reichert, dpa

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