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Erstes Leipziger Sozialwarenhaus: Einkaufstempel für Leute mit schmalem Budget

Erstes Leipziger Sozialwarenhaus: Einkaufstempel für Leute mit schmalem Budget

März ist es vier Jahre her, seit in der Eisenbahnstraße 163-171 das erste Leipziger Sozialwarenhaus öffnete. "Das Sortiment ist für Empfänger von Sozialleistungen und weitere wirtschaftlich Bedürftige gedacht.

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Verkäuferin Nicole Hafsi ist Stammkundin Ute Bartow gern behilflich, in der Bekleidungs-Abteilung ein schickes neues Teil zu finden.

Quelle: André Kempner

Am 31. Wir sind aber kein Hartz-IV-Kaufhaus, wie das manchmal anklingt!", betont Geschäftsführer Thomas Oldenburg. Anläßlich des Geburtstages seien für den 1. April Kunden, Bürger und Spender aus Leipzig und Umgebung eingeladen, sich davon zu überzeugen. Die LVZ machte jetzt schon mal eine Stippvisite.

Ein Gartenstuhl zu 2,50 Euro. Ein Top-Schreibtisch für 49, eine hochglanzpolierte kleine Schrankwand für 199 Euro. Alles gebraucht. Alles wie neu. Auf den 1000 Kaufhaus-Quadratmetern findet sich gut sortiert und ansprechend drapiert beinahe alles, was in heimische vier Wände gehört - von Möbeln, Haushaltwaren, Elektro-Großgeräten, Kinderzimmerbedarf und Dekoartikeln bis hin zur Bekleidung. "Wir nehmen nichts an Spenden an, was Kunden nicht mehr zumutbar ist", versichert Oldenburg.

An den Start gegangen war die Einrichtung für Menschen mit kleinem Budget in der Trägerschaft des Vereins Resozialisierungshilfe Leipzig. Im zweiten Jahr mauserte sich das wachsende Großprojekt zur gemeinnützigen GmbH. 40 bis 50 Kunden decken sich hier inzwischen täglich ein, darunter längst manch Stammgast. So etwa Ute Bartow aus Volkmarsdorf, die "immer mal gen Wochenende" reinschaut und diesmal in der Bekleidungsabteilung nach etwas Schickem sucht. "Ich beziehe eine EU-Rente, monatlich sind das - mit Wohngeld - 700 Euro", redet sich die aufgeschlossene 52-Jährige ihre Lage nicht schön. Eine andere Kundin, eine ältere Paunsdorferin, trieb unterdessen ein häusliches Malheur her: "Mein Staubsauger ist kaputt", so die 59-Jährige. "Mal schauen, ob ich hier günstig Ersatz kriege. Ich arbeite als Hauswirtschafts- und Reinigungskraft in Teilzeit, verdiene 528 Euro im Monat, bekomme noch Hartz IV." Üppig sei das weißgott nicht. Wobei sie ehrlicherweise schmunzelnd noch hinzufügt: "Gerade gab's eine Lohnerhöhung. 23 Euro! Nach Abzug vom Arbeitsamt bleiben mir immerhin sieben!"

Nicht zuletzt freut sich an diesem Tag Rentnerin Rita Wilsdorf aus Leutzsch über zwei Stühle, die sie zum Schnäppchenpreis von zehn Euro mitnehmen darf. "Ich bin heute das erste Mal hier, kann das Kaufhaus nur empfehlen. Zumal es gut tut, wie freundlich und zuvorkommend man hier behandelt wird", so die 78-Jährige, deren Rente, wie sie sagt, ansonsten halt "keine großen Sprünge" zulasse.

Acht Vollzeitkäfte und vier "Teilzeitler" sind im Kaufhaus selbst in Lohn und Brot gekommen. Leute, die vormals ohne Job dastanden. Falko Schulze (30) gehört dazu, mit Leib und Seele schon seit drei Jahren tätig in der Warenannahme. Auch kleine Reparaturen am eintreffenden Spendengut sind sein Ding. "Das Klima hier ist einfach dufte", versichert er. "Und außerdem ist es ein gutes Gefühl, wenn man weiß, dass man etwas macht, was anderen Menschen hilft."

Letzteres ermöglichten aber vor allem auch jene Leipziger Bürger, die der gemeinnützigen Warenhaus-GmbH ihre noch guten, gebrauchsfähigen Sachen zukommen lassen, hebt Oldenburg hervor. Zugleich freuten sich er und seine Crew auch immer wieder über Material-, Sach- oder Transportleistungen von Unternehmen. Auch deshalb könne das Sozialwarenhaus jetzt, am Geburtstag, wieder einige Extra-Angebote bereithalten!

iSozialwarenhaus Eisenbahnstr. 163-171, Tel.0341 2315283; E-Mail daswarenhaus@web.de; Webseite www.sozialwarenhaus.de; Auf ist Di-Fr 11 bis 18 Uhr, Samstag 10 bis 14 Uhr. Spendenannahme: Bülowstraße 35 - Öffnungszeiten hierfür sind Montag 9.30 bis 16 Uhr, Di-Fr 9.30 bis 17.30 Uhr.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.03.2014

Angelika Raulien

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