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Lokales Erstmals mehr Umzüge von West nach Ost – Leipzig und Dresden profitieren
Leipzig Lokales Erstmals mehr Umzüge von West nach Ost – Leipzig und Dresden profitieren
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Die Messestadt boomt und wächst unaufhörlich. Quelle: André Kempner
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Leipzig/Kamenz/Wiesbaden

Im Jahr 2014 sind erstmals mehr Menschen von West- nach Ostdeutschland gezogen als umgekehrt. Damit wurde der seit der Wiedervereinigung anhaltende ostdeutsche Abwanderungstrend bei der innerdeutschen Wanderungsbilanz gestoppt, wie das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung in Wiesbaden am Montag mitteilte.

Generell zeige sich, dass vor allem größere Städte mit ihrem jeweiligen Umland attraktiv für Zuwanderer seien. „Dabei sticht Sachsen mit ganz bemerkenswerten Wanderungsgewinnen für Leipzig und Dresden heraus“, erklärte das Institut.

Die sächsische Landeshauptstadt legte in den Jahren 2005 bis 2015 kräftig von rund 495.000 auf rund 542.000 Einwohner zu. Auch Leipzig wuchs von knapp 503 000 auf knapp 557.000 Einwohner.

Das Umland hat vom Boom allerdings kaum etwas. Zuwächse verzeichneten sonst nur einzelne umliegende Städte, wie das Statistische Landesamt in Kamenz mitteilte. Sonst gab es überwiegend rückläufige Entwicklungen.

Bei Dresden konnten in dem Zeitraum zum Beispiel Freital um 423 auf 39.604 um Wildsdruff um 160 auf 13 922 Einwohner zulegen. Verluste mussten dagegen Städte wie Kipphausen, Pirna und Coswig hinnehmen, wie aus den Angaben weiter hervorgeht.

Borna, Delitzsch, Wurzen und Co. gehen leer aus

Im Speckgürtel von Leipzig konnten selbst gute Bahn- und Straßenanbindungen von Kommunen einen Einwohnerschwund nicht verhindern, wie das Amt weiter mitteilte. Weder Borna, Delitzsch, Grimma, Schkeuditz und Wurzen konnten an der Anziehungskraft der Messestadt teilhaben.

Sachsen legte 2015 erstmals seit der Wende an Bevölkerung zu. In dem Jahr stieg nach Angaben des Innenministeriums die Zahl der Einwohner um rund 10.000. Insgesamt leben derzeit etwa 4 Millionen Menschen im Freistaat. 1990 lag die Bevölkerungszahl noch bei 4,78 Millionen, ging dann aber bis 2014 jedes Jahr zurück. Nach einer Berechnung des Statistischen Landesamtes soll der positive Trend in den kommenden vier Jahren noch anhalten. Grund sind die anhaltend hohe Geburtenrate, die höhere Zuwanderung und die weiter steigende Lebenserwartung.

Regional ist die Entwicklung unterschiedlich. Nur in den Städten Leipzig und Dresden soll die Zahl der Einwohner bis 2030 weiter wachsen und im Erzgebirge am stärksten sinken. Prognosen zufolge sollen bis zum Jahr 2030 die Zahl der Einwohner in Leipzig auf 720.000 steigen, in Dresden soll sie bei 588 000 liegen.

Verstärkte Wanderungsbewegungen von West nach Ost konnten seit Jahren beobachtet werden, 2014 überstieg die Zahl gen Osten erstmals die Abwanderung in entgegengesetzte Richtung. (mit dpa/epd)

Von LVZ

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