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Lokales Erweiterte Innenstadt: Leipzig legt Leitbild für unbebaute Flächen vor
Leipzig Lokales Erweiterte Innenstadt: Leipzig legt Leitbild für unbebaute Flächen vor
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06:00 07.10.2016
Noch ist unklar, was aus dem ehemaligen Hotel Astoria und der Baufläche an der Spitze des Goerdelerrings wird. Quelle: Kempner/Zeyen
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Leipzig

Wilhelm-Leuschner-Platz, Matthäikirchhof oder die Gelände westlich und östlich des Hauptbahnhofs: Leipzigs Bevölkerung nimmt zu und damit auch die Diskussion über die künftige Nutzung zentrumsnaher Flächen. Gab es bis vor wenigen Jahren nur eine geringe Nachfrage nach Arealen am Innenstadtring, könnte das Städtewachstum bald eine Reihe von Projekten anschieben. In einem nun veröffentlichten „Strategiepapier erweiterte Innenstadt“ sieht das Stadtplanungsamt in den Flächen eine „im Vergleich zu anderen Großstädten einzigartige Entwicklungsreserve für die zukünftige Stadtentwicklung“.

Das Strategiepapier soll eine Art Leitbild bei der Flächenbebauung und räumlichen Abgrenzung zur Innenstadt sein. Wichtigster Punkt: Zentrumsnahes Wohnen soll künftig stärker in den Fokus rücken, sozialer Wohnungsbau soll für „soziale Durchmischung der Quartiere sorgen“. Sechs Flächen mit jeweils über 5000 m² werden in dem Papier behandelt:

Wilhelm-Leuschner-Platz

Lange wurde über die Entwicklung des Areals südlich der Innenstadt gestritten. Bis 2017 soll nun der endgültige Bebauungsplan inklusive Markthalle fertig sein. Vorzeitige Baugenehmigungen für den Bereich an Brüder- und Windmühlenstraße sind aber möglich. An der Südspitze soll unter anderem das Leibnitzinstitut für Länderkunde angesiedelt werden. Ob auf dem Leuschner-Platz auch Teile der Stadtverwaltung verlegt werden, ist noch unklar.

Areal westlich des Hauptbahnhofes

Das Gebiet zieht sich entlang der Bahngleise und gehört seit 2015 einem neuen, privaten Investor. Die Stadt kam beim damaligen Verkauf nicht zum Zuge. Auf dem Areal sollen Wohn-, Büro und Dienstleistungsflächen entstehen. Für die Stadtverwaltung hat zudem der Bau eines Gymnasiums oder einer Oberschule Priorität. Laut Strategiepapier laufen derzeit die Verhandlungen mit dem Eigentümer. Zudem könnte auch eine Kindertagesstätte entstehen. Die Planung für das Areal ist allerdings langfristig ausgelegt: In zwei Jahren soll das Planverfahren beendet sein. Bis alles bebaut ist, kann es laut Planungsamt noch zehn bis 15 Jahre dauern. Dafür könnte das Gebiet dann aber über eine eigene Straßenbahnhaltestelle der Linie 9 (Berliner Straße auf Höhe Erich-Weinert-Straße/Rocherstraße) verfügen.

Hotel Astoria

Wie die LVZ vor wenigen Monaten berichtete, gehört das Gebäude des früheren DDR-Interhotels inzwischen der Berliner Firma Intown Property. Welche Pläne das Unternehmen genau hat, ist aber noch unklar. Im Strategiepapier der Stadt heißt es dazu: „Dem Eigentümer soll noch einmal verdeutlicht werden, dass von ihm eine Sanierung oder aber eine Veräußerung an einen anderen Investor erwartet wird.“

Die Zeit drängt: Laut Planungsamt steht im Kellergeschoss inzwischen Wasser, die Gebäudesubstanz ist „durch jahrelangen Leerstand stark gefährdet“.

Im Untergeschoss des ehemaligen Hotels steht inzwischen Wasser. Quelle: Kempner

Matthäikirchhof

Das Areal westlich der Hainspitze gehört der Stadt und ist laut Strategiepapier die „letzte große Reservefläche innerhalb des Stadtringes“. Ein Fokus soll auf der Weiterentwicklung von Wohnraum liegen, außerdem soll ein „öffentlicher Aufenthalts- und Sitzbereich mit starker Identifikationswirkung“ entstehen. Auch die Geschichte des Stasigebäudes an der Runden Ecke soll thematisiert werden und das Gesamtareal zu einem lebendigen Gedenk- und Erinnerungsort weiterentwickelt werden. Einen genauen Zeitplan dafür gibt es aber noch nicht.

Hauptbahnhof Ostseite/Ehemaliges Krystallpalastgelände

Das Areal ist zweigeteilt. Auf der Bahnhofsseite sollen ein Fernbusterminal mit darüber liegendem Parkhaus und ein Hotelkomplex entstehen. Bis 2018 sollen die Bauarbeiten dazu andauern.

Der deutliche größere Teil des Geländes befindet sich auf der Seite des ehemaligen Krystallpalastes, laut Stadt im Eigentum „einer investitionsbereiten Projektentwicklungsgesellschaft“. Derzeit wird das ehemalige Bahnpostamt als Hotel genutzt, der Rest ist Brachfläche. In den nächsten zehn Jahren soll dort aber gebaut werden, laut Stadt ist eine „Nutzungsdurchmischung mit einem hohen Wohnanteil“ vorgesehen. Ein Entwicklungskonzept steht bereits.

Spitze Goerdelerring

Es ist die kleinste der im Strategiepapier thematisierten Flächen, doch gerade dort soll es hoch hinausgehen. Städtebauliches Ziel sei die Errichtung eines vierten Hochhauses im Stadtzentrum, immerhin 100 Meter darf ein künftiges Gebäude hoch sein. Laut Planungsamt will die Stadt dort schon seit knapp 100 Jahren ein Hochhaus errichten. Problem dabei: Anscheinend ist bisher kein Investor an die Stadt heran getreten. Falls das nicht geschieht, wird das Gelände in nächster Zeit wohl auch nicht bebaut werden, das Stadtplanungsamt sieht dort keine „kurzfristige Realisierungsnotwendigkeit“.

Von Lucas Grothe

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