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Lokales Erweiterung des Frachtflughafens ist in Leipzig umstritten
Leipzig Lokales Erweiterung des Frachtflughafens ist in Leipzig umstritten
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13:56 21.02.2018
ARCHIV - Mehrere DHL-Frachtmaschinen werden in den Nachtstunden auf dem Flughafen Leipzig/Halle beladen, aufgenommen am 03.06.2010. Zwei eher zufällig vereitelte Bombenanschläge mit Luftpostpaketen auf Ziele in den USA hatten die Terrorfahnder in Alarmstimmung versetzt. Nach einer Bitte der amerikanischen Luftsicherheitsbehörde (TSA) und in Abstimmung mit dem Bundesinnenministerium hatte das Verkehrsministerium am Abend die DHL gebeten, Fracht aus dem Jemen auf ihrem Drehkreuz in Leipzig zu kontrollieren. Die DHL kam dieser Bitte unverzüglich nach, teilte das Verkehrsministerium mit. Das Unternehmen kontrolliere damit bis auf Weiteres die Fracht aus dem Jemen, gleichermaßen wie UPS und FedEx. Foto: Jan Woitas +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa
Leipzig

Die im Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD vereinbarte Erweiterung der Landerechte am Flughafen Leipzig/Halle hat ein unterschiedliches Echo ausgelöst.

Der Leipziger Abgeordnete und verkehrspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Andreas Nowak, verspricht sich davon „einen Schub für mehr Arbeitsplätze und Investitionen“. Dadurch könne der Flughafen mehr internationales Geschäft anziehen. „Vor allem die Ad-hoc-Flüge finden derzeit vor allem über ausländische Flughäfen statt“, erklärte Nowak. Wenn diese Sonderflüge über Leipzig/Halle abgewickelt werden könnten, sei das gut für die hiesige Wirtschaft. Er rechnet besonders tagsüber mit Steigerungen. „Momentan findet das Frachtfluggeschäft vor allem in der Nacht mit den Expressfliegern von DHL statt. Die neuen Regeln ermöglichen eine gleichmäßigere Auslastung“, sagte der Landespolitiker.

„In den Flughafen sind Steuergelder investiert worden, und er sollte deshalb auch ausgelastet werden“, erklärte der Vorsitzende der CDU-Stadtratsfraktion, Frank Tornau. Der Flughafen, der in der internationalen Luftfahrt unter dem Kürzel LEJ bekannt ist, sei ein wesentlicher Impulsgeber für die Entwicklung der gesamten Logistikbranche im mitteldeutschen Raum. „Mittlerweile arbeiten an die 9000 Menschen am Flughafen“, so Tornau. „Noch mal vier- bis fünfmal so viele sind bei Gewerbe, Handel und Dienstleistungen beschäftigt.“

Die beiden CDU-Politiker sprachen sich jedoch für einen intensiveren Dialog mit den „wirklich Betroffenen“ aus. Sie kündigten an daran mitzuwirken, die Lärmbelastungen auf ein Mindestmaß zu beschränken und Lärmschutzmaßnahmen auch vonseiten der Stadt Leipzig einzufordern und zu unterstützen. „Mit dem Nordraumprogramm haben wir dafür gesorgt, dass viele Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensqualität für die Menschen im Leipziger Norden angeschoben werden konnten“, sagte Tornau. Dies werde sich auch mit dem nächsten Doppelhaushalt 2019/20 fortsetzen.

Die Linkspartei kündigte hingegen Widerstand gegen eine Erweiterung der Frachtfluglanderechte an, da dies „ein Mehr an Lärmbelastungen“ vor allem in den Abend- und Nachtstunden für die Anrainer des Flughafens bedeute. „Auf allen parlamentarischen Ebenen werden wir darauf hinwirken, dass dies nicht erfolgen wird“, so der Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende der Linksfraktion im Stadtrat, Sören Pellmann.

Die Bürgerinitiative IG Nachtflugverbot forderte einen sofortigen Stopp der GroKo-Pläne für den Flughafen Leipzig/Halle. 1,6 Millionen Menschen zwischen Leipzig, Halle und Merseburg litten bereits jetzt „unter dem unerträglichen und gesundheitsschädlichen Nachtflug und Bodenlärm des Luftfrachtdrehkreuzes von DHL“, sagte der Sprecher der Bürgerinitiative, Thomas Pohl. „Der Flughafen Leipzig/Halle hat eines der schlechtesten Schallschutzkonzepte“, so Pohl weiter. Nirgendwo in Deutschland gebe es einen uneingeschränkten Nachtflugbetrieb wie am Airport Leipzig/Halle.

Wie berichtet, haben Union und SPD vereinbart, LEJ zum zentralen Frachtflughafen Deutschlands weiterzuentwickeln und dazu die internationalen Luftverkehrsabkommen anzupassen. Das würde mehr Airlines als bisher die Möglichkeit geben, Leipzig/Halle anzufliegen.

Von Klaus Staeubert

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